Samstag, 26. September 2015, 15:59 Uhr

Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" im Kino: Der erste Trailer

‘Ich bin dann mal weg’ erzählt vom Suchen und Ankommen – manchmal schreiend komisch, aber auch bewegend und emotional. Nach einem Hörsturz, einer Gallenblasen-Operation und einem eingebildeten Herzinfarkt wird dem Entertainer Hape Kerkeling unmissverständlich klar, dass es so nicht weiter geht.

Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" im Kino: Der erste Trailer

Er nimmt sich ein halbes Jahr Auszeit und macht sich auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela und auf die Suche nach … ja, nach was eigentlich? Nach Gott? Der Wahrheit? Sich selbst? Mit leichtem Ton und emotionaler Intensität beginnt eine spirituelle Abenteuerreise, die lange nachklingt. „Ich bin dann mal weg“ ist eine unterhaltsame Komödie mit Tiefgang, die ebenso Stoff zum Lachen wie zum Nachdenken bietet. Deutscher Kinostart ist am 24. Dezember. Jetzt gibt’s den ersten Trailer!

Mit mehr als fünf Millionen verkauften Exemplaren gilt Hape Kerkelings Bestseller als eines der erfolgreichsten deutschen Sachbücher – es stand über 100 Wochen an der Spitze der Bestseller-Liste. Produzent Nico Hofmann sagte dazu: “‚Ich bin dann mal weg‘ ist ein ganz bewegender, sehr persönlicher Stoff. Das Buch hat bei mir vieles angerichtet, da es eine große Ausstrahlung und Kraft besitzt. Hape erzählt von innerer Einkehr – und das mit viel Humor. Diese Mischung wird auch als Film funktionieren, weil wir ihm eine eigene Form geben.“

Seit der Veröffentlichung 2006 gab es die Pläne für die Verfilmung. Regisseurin Julia von Heinz (‘Hannas Reise’) kam aufgrund der guten Zusammenarbeit mit UFA Cinema bei ‘Hanni & Nanni 2’ an Bord.

Dazu sagt Produzent Nico Hofmann: „Julia stammt eigentlich aus dem Arthouse-Bereich. Sie ist extrem begabt und außergewöhnlich intelligent, hat bei Rosa von Praunheim gelernt, bürstet also auch gegen den Strich. Ich weiß ihre weibliche Intuition und die große Sensibilität zu schätzen, mit der sie sich auf die Figuren einlässt. Gleichzeitig waren wir uns von vornherein darin einig, dass unser Film für den großen Kinomarkt funktionieren muss, der wie das Buch nach Millionen zählt. Aber Julia beherrscht auch die leisen Töne, vor allem fand sie einen ganz intuitiven Zugang zum Stoff und zu ihren Darstellern. Ohne Julia von Heinz hätten wir kaum so hochkarätige Schauspieler wie Devid Striesow, Martina Gedeck und Karoline Schuch für dieses Projekt interessiert: Sie haben sich für Julia entschieden!“

Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" im Kino: Der erste Trailer

Als Hape Kerkeling sich grundsätzlich mit einer Kinoversion seines Buches einverstanden erklärte, legte er großen Wert auf Werktreue. Er wollte Übertreibungen und Speklatives bei der Dramatisierung des Films vermeiden. Dazu Julia von Heinz: „Natürlich entspricht ein Reisetagebuch nicht der gängigen Filmdramaturgie, aber Hape wollte auf jeden Fall den Geist des Buches erhalten.“

Gleichzeitig machte Kerkeling klar, dass er als Darsteller seiner selbst nicht zur Verfügung stand. Darüber sagt die Regisseurin: „Wahrscheinlich wird jeder Leser des Buches zunächst davon ausgehen, dass Kerkeling sich im Film selbst spielt. Ich habe aber durchaus Verständnis dafür, dass Hape die Hauptrolle abgelehnt hat. Er ist inzwischen 50 Jahre alt – als er auf dem Jakobsweg wanderte, war er 36. Das macht einen deutlichen Unterschied. Vor allem aber zeigt der Film einen Hape Kerkeling, der mit der Starpersönlichkeit, die wir vom Bildschirm her kennen, sehr wenig zu tun hat. Hier geht es nicht um den Spaßmacher, sondern um den Privatmann, um einen Menschen, der psychisch und emotional an seine Grenzen stößt. Insofern war es nur konsequent, dass Hape sagte: Das zu spielen, ist die Aufgabe eines Schauspielers.“

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Doch wer sollte Hape Kerkeling darstellen? Julia von Heinz: „In aufwendigen Castings haben wir etwa 20 Schauspieler vorsprechen lassen, die nicht nur eine Szene, sondern vier oder fünf spielen und auch vorsingen mussten.

Etliche davon haben mich sehr beeindruckt – aber bei Devid Striesow kam eben alles zusammen: Er beherrscht sowohl das komische als auch das dramatische Fach, er sieht Hape ein wenig ähnlich, was die Glaubhaftigkeit neben all dem schauspielerischen Können doch wesentlich unterstützt. Devid war von vornherein einer meiner Favoriten, und es hat mich sehr gefreut, als er die Rolle dann übernahm. Er gestaltet die Rolle tatsächlich wunderbar. Ja, Devid hat sich dann optisch praktisch in Hape Kerkeling verwandelt. Während des Drehs am Jakobsweg wurden wir mehrmals darauf angesprochen: Die Leute dachten, Devid wäre der echte Hape Kerkeling, oder ihm wurde das Buch unter die Nase gehalten und er sollte da als Hape Kerkeling unterschreiben. Er ist Hape von Tag zu Tag ähnlicher geworden.“

Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" im Kino: Der erste Trailer

Co-Produzent Sebastian Werninger ergänzt: „Devid hat sich die Bewegungen und die Mimik des Hape Kerkeling von vor 15 Jahren sehr genau angesehen und angeeignet.“ Und Striesow sagte über seinen Job: „Ich finde wichtig, was Julia von Heinz am Anfang der Arbeit gesagt hat: Buch und Film zeigen immer einen liebevollen, ironischen Blick auf die Menschen – aber nie ist er zynisch. Hape verrät niemanden, stößt niemanden von sich. Das halte ich für eine wesentliche Aussage des Buches. Außerdem gefällt mir daran, dass er seine Erlebnisse humorvoll beschreibt, dabei aber gleichzeitig derart in die Tiefe geht. Dadurch empfindet man als Leser all die Qualen sehr stark, man sieht den Weg quasi direkt vor sich. Und trotz dieser Schmerzen hat es mir immer wieder Spaß gemacht, mich in diese Situation hineinzuversetzen, in der sich die Hauptfigur gerade befindet.“

Fotos: WENN.com. Warner Bros.