Sonntag, 04. Oktober 2015, 15:56 Uhr

Poste Deine Darmspiegelung! 42 Lektionen für den perfekten Social-Media-User

Wie gelingt die perfekte mediale Darstellung des Sommerurlaubs? Warum ist es wichtig, vor einem Arztbesuch seine Symptome zu googeln, beim Restaurantbesuch das Essen zu fotografieren und wie wird man eigentlich zum aufstrebenden Youtube-Star?

Poste Deine Darmspiegelung! 42 Lektionen für den perfekten Social-Media-User

In einer Welt, in der die Kombination aus Smileys und Hashtags den Gefühlsstatus am besten ausdrücken und keine Mahlzeit verzehrt wird, ohne vorher als Foodie bei Facebook zu landen, gibt uns Blogger Peter Wittkamp mit “Poste Deine Darmspiegelung!” – Die Ratgeberparodie für alle Social Media Nutzer” nun eine bibliophile Kostbarkeit an die Hand: Der Webexperte nimmt die bekanntesten digitalen Ungepflogenheiten auf die Schippe und beschert mit seiner grandiosen Abhandlung gerade denjenigen großen Spaß, die die sozialen Medien lieben und die sich nicht anders zu helfen wissen, als über die lächerlichen digitalen Selbstdarsteller lauthals zu lachen oder ihnen bestenfalls einen Vogel zu zeigen.

Und: Der Ratgeber beantwortet aber auch extenzielle Fragen wie diese: Sind dreißig Facebook-Posts am Tag wirklich ausreichend? Sollte ich mein Profilbild lieber täglich oder alle zwölf Stunden wechseln? Warum ist es empfehlenswert, ständig seine Freunde zu virtuellen Spielen einzuladen? Sind drei !!! fünf !!!!! oder besser sieben !!!!!!! Ausrufezeichen hinter einem wütenden Kommentar genug?

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Oder: Sollte man sich eine Katze anschaffen, um im Bedarfsfall stets genügend Cat Content zur Verfügung zu haben? Wann sollte ich kommentarlose Bilder posten, um geheimnisvoll zu bleiben? Darf ich zu den nervigen Porträt-Fotos statt “Ooooch wie süß!!!!!!” auch ehrliche Kommentare schreiben, wie z.B: “Augenringe sind ja auch ein Zeichen dafür, dass man viel arbeitet. Klasse, wie fleißig du bist!”

Über den Autor: Peter Wittkamp (“Schlechte Frisur, sehr gute Beobachtungsgabe!”) ist 33, geboren in Asbach bei Bonn und lebt als freier Kreativer in Berlin. Er studierte Soziologie und arbeitete als Marktforscher bei Universal Music, später bei einer Social Media-Agentur. Seit 2013 ist er selbstständiger Berater für Online-Kommunikation. Sein erstes Buch „Die fünf schlechtesten Antworten auf “Ich liebe dich!”“ war ein riesiger Erfolg. Jan Böhmermann feierte den Mann daraufhin als den “besten und lustigsten Autor Deutschlands!”

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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden benachrichtigt.


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Hier ein Buch-Auszug zum Thema Online-Dating:

Ganz im Gegenteil zu der vermeintlich so wichtigen “Ehrlichkeit”, die windige “Internet-Experten” in den Medien immer wieder als Maxime des Onlinedatings nennen, gibt es beim digitalen Flirt eigentlich nur einen wichtigen Grundsatz: Lügen Sie, dass sich die Balken biegen!
Ziehen Sie dabei alle Register! Fügen Sie 20 Zentimeter Körpergröße hinzu, ziehen Sie 15 Kilo Gewicht ab und geben Sie “finanziell unabhängig” an, auch wenn Sie damit eigentlich nur Ihren Dispokredit meinen. Vor allem: Nutzen Sie Photoshop. Oder noch besser: Suchen Sie sich im Internet ein Bild von jemand anderem. Hierbei hat es sich als ratsam erwiesen, nach Menschen zu googeln, die in der Liste der “Sexiest People Alive” so ungefähr zwischen Platz 50 und 100 rangieren. Denn diese sind für Ihre Zwecke unbekannt genug, aber immer noch ziemlich heiß!

Wenn Sie eine Frau sind, ist damit eigentlich schon alles getan. Wenn Sie hingegen ein Mann sind, fügen Sie noch ein paar interessante Hobbys ein. Hier kommt es auf den richtigen Mix zwischen Außergewöhnlichem und Bodenständigem an. Zum Beispiel: Segeln, Tischlerarbeiten, Falknerei, Kickboxen, Amateurfunk, Paartanz, diverse Ehrenämter und niederländische Vorkriegsliteratur. Runden Sie das Ganze dann noch mit einem schönen Motto ab. Zum Beispiel: Carpe diem. (…)

Zögern Sie d das erste Treffen so weit hinaus, bis Ihr Onlineflirt bereits so viele Abende mit Ihnen am Computer verbracht hat, dass einfach etwas dabei herumkommen muss! Während der ersten drei, vier Dates, in denen Sie Ihrem Gegenüber erklären, dass Sie in Ihrem Profil aus Versehen “Waschbrettbauch” statt “Waschbärbauch” geschrieben haben und dass sich auch bei Ihrer Größenangabe ein kleiner Zahlendreher eingeschlichen haben muss, greift das Phänomen der versunkenen Kosten. 1765 liebevolle Nachrichten und die Reise von München nach Lübeck  dürfen einfach nicht umsonst gewesen sein, wird Ihr Gegenüber denken und diese Ungereimtheiten schnell verzeihen: 1,59 Meter statt 1,95 Meter – klar, eine kleine Enttäuschung, aber darüber lässt sich doch hinwegsehen. Ab Treffen vier bis fünf greift dann langsam das Stockholm- Syndrom, Ihr Garant für eine lange, glückliche Liebe. Und das alles nur, weil Sie am Anfang ein wenig geflunkert haben. Die Liebe ist ein seltsames Spiel – aber Sie gewinnen!

Fotos: Fotolia, Droemer Knaur