Dienstag, 06. Oktober 2015, 13:17 Uhr

AC/DC: Schlagzeuger Phil Rudd scheitert mit Berufung

Der langjährige AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd (61) bleibt vorbestraft. Der mit Suchtproblemen kämpfende Musiker hatte einem Bekannten mit Mord gedroht und war deshalb und wegen Drogenbesitzes zu acht Monaten Hausarrest und einer Geldstrafe verurteilt worden.

 AC/DC: Schlagzeuger Phil Rudd scheitert mit Berufung

Rudds Berufung schmetterte ein Richter in Neuseeland am Dienstag ab. Das Gericht von Tauranga (Neuseeland) hatte den 61-Jährigen im Juli dieses Jahres zu acht Monaten Hausarrest verurteilt. Schon im April bekannte sich der Rocker schuldig zu den Vorwürfen, Drogen zu besitzen und einen seiner Mitarbeiter gedroht zu haben, ihn töten zu lassen. Der Anwalt des Musikers, Craig Tuck, legte daraufhin Berufung ein.

Rudd sah die Morddrohung als Bagatelle an und fand die ursprüngliche Strafe unangemessen. Sein Anwalt argumentierte, sein Mandanten habe erhebliche Einbußen gehabt, weil AC/DC ohne ihn auf Tournee ging. Laut seiner Aussage hätte sein Klient nur einen wütenden Telefonanruf nach dem kommerziellen Flop seines Soloalbums (‘Head Job’) gemacht. Tuck beschwerte sich gegenüber der ‘Sun Media’: “Das hat dazu geführt, dass man einen Durchsuchungsbefehl für, glauben Sie’s oder nicht, Besitz von Cannabis im Eigengebrauch und dem Besitz eines Handys ausgestellt hat. Die sind dann alle bei seinem Haus aufgetaucht – neun Polizisten, ein Hund und die Medien. Die Polizei warf ihm vor, dass er einen Mord in Auftrag gegeben hat, aber die Anklage wurde sofort fallen gelassen.” Die Berufung gegen das Urteil begründete der Anwalt des Skandalrockers damit, dass er an der Tour mit AC/DC gehindert werde und ihm deshalb ein zusätzlicher finanzieller Schaden zugefügt werde.

Der Richter Raynor Asher ließ dies jedoch nicht gelten, da die Band selbst erklärt habe, dass sie ohne Rudd touren wollte. Asher führte weiter aus: “Erstens müsste die Band bestätigen, dass sie mit ihm touren will. Zweitens müsste das Urteil ihn wirklich an der Tour hindern. Beides ist nicht sicher gegeben. Es ist absolut unklar, ob vor den Drohungen ein Platz in der Band für Mr. Rudd war, da er zu dem Zeitpunkt schon Drogen konsumierte und in einer fragwürdigen geistigen Verfassung war.”

Die Hardrockband war schon vor der Verurteilung auf Distanz zu Rudd gegangen. AC/DC traten dieses Jahr mit Schlagzeuger Chris Slade unter anderem in Deutschland auf. Die nächsten Konzerte sind für November in Australien geplant. (bang/dpa)

Foto: Ross Setford