Sonntag, 11. Oktober 2015, 14:18 Uhr

Der Marsianer Robert P. Schröter: 10 Monate hin und nie mehr zurück

Während ein gewaltiger Sandsturm die Not-Evakuierung der NASA-Basisstation auf dem Mars erfordert, wird der Botaniker Mark Watney (Matt Damon) fortgerissen und man glaubt, er sei ums Leben gekommen.

Der Marsianer Robert P. Schröter: 10 Monate hin und nie mehr zurück

Da der immer stärker werdende Sturm die Landefähre zu zerstören droht, gibt Commander Lewis (Jessica Chastain) schweren Herzens den Befehl, die Suche nach Watney abzubrechen und mit den verbliebenen vier Crewmitglieder zu starten, bevor es zu spät ist. Aber Watney hat überlebt und versucht nun – vollkommen auf sich allein gestellt – auf dem unwirtlichen Planeten zu überleben. Mit seinem Einfallsreichtum, Überlebenswillen und dem Wenigen, das er hat, findet er einen Weg, der Erde zu signalisieren, dass er noch am Leben ist. Das ist die Geschichte von ‘Der Marsianer’, dem neuen Werk von Meisterregisseur Ridley Scott, das gerasde im Kino läuft. Alles Science Fiction?

Robert P. Schröder, 27-jähriger Elektrotrechnik-Student aus Darmstadt, ist der letzte deutsche Anwärter der 100 weltweiten Kandidaten für das “Mars One Project”. Die Anwärter des Projekts wollen 2026 mit einem One Way Ticket auf den Mars fliegen um diesen zu besiedeln.

Die niederländische Stiftung „Mars One“ und die Universität Twente haben diesen geplanten Flug zum Mars mit 12 Frauen und 12 Männern 2013 ins Leben gerufen, es gab 200.000 Beweber. klatsch-tratsch.de Mars-Expertin Geraldine hat mit Robert über die wahnwitzige Idee geplaudert.

Wie kam es dazu, dass du zum Mars willst?
Das ist sogar schon etwas länger her, ich wollte schon als Kind ins Weltall.

Ist das nicht ein Spleen und keine ernstzunehmende Idee?
Es begann alles mit “Star Wars”. Ich denke daher rührt das. Damals schien der Wunsch noch unerreichbar zu sein. Doch dann kam “Mars-One” und hat den Aufruf gestartet “Wer möchte One Way zum Mars”. Ich habe 2013 begonnen mich mit der Mission auseinanderzusetzen und mich gründlich eingelesen.

Was ist “Mars-One” genau?
Der Mars ist ja nicht gleich um die Ecke, es würde keine Rückkehr geben. Also ist so eine Reise mit nichts zu vergleichen.

Der Marsianer Robert P. Schröter: 10 Monate hin und nie mehr zurück

Woher nimmst Du die Gewissheit, dass durchzustehen?
Die Anreise würde 10 Monate dauern. “Mars-One” ist eine niederländische Stiftung, die das Ziel hat, Menschen one-way zum Mars zu schicken, um diesen zu besiedeln. Ich bin in diesem Auswahlrogramm dabei und ich bin mir der ganzen Sache sehr bewusst. Ich habe diesen starken Willen, da
hoch zu fliegen und dieser hat sich noch nicht geändert und wird es auch nicht. Ich finde die Leute sehr spannend, die in dieser Community
sind. Menschen, die alle die selben Interessen haben, nämlich mit den eigenen Händen alles neu zu erschaffen. Eine komplette Siedlung aufzubauen. Ich war schon immer ein Bastler und habe gerne Dinge konstruiert.

Was sagen Freunde und Familie dazu?
Meine Eltern sind alles andere als davon begeistert. Sie möchten natürlich nicht, dass ich die Erde verlasse. Wir haben gemeinsam den
Film “Der Marsianer” gesehen und sie fanden es super, dass Mark Warntney, gespielt von Matt Damon, auf die Erde zurückkehrt. Sie hätten
nichts dagegen, wenn sie wüßten, dass ich wieder hei kehre. Ansonsten habe ich die ganze Palette an Meinungen in meinem Freundeskreis.
Angefangen von “du bist total verrückt” bis zu “finde ich total toll, Respekt”.

Wann steht fest wer mitfliegen darf?
Kurz vor dem Abflug. Wenn alles nach Plan läuft 2026.

Warum ist das eigentlich One-Way?
Weil die Mission darauf ausgerichtet ist, eine Basis zu schaffen und eine Siedlung zu gründen. One Way auch deshalb, da es extrem aufwendig
wäre einen Rückflug zu organisieren. Man sieht immer Raketenstarts, aber das ist nur die oberste Spitze, die ins Weltall gelangt.

Wie sieht das ganze Prozedere denn aus?
Es werden Crews gebildet und mit dieser Crew macht man zehn Jahre eine Ausbildung. 2016 startet das Teambuilding, wenn einer keine Lust mehr
hat, wird die ganze Crew rausgekickt, denn die Teams passen entsprechend zueinenander. Man lernt z.B. Botanik und Medizin, es gibt auch
Spezialisierungen wie z.B. Suche nach ausserirdischem Leben oder auch Biologie.

Aus wieviel Personen besteht eine Crew?
Aus vier Personen, zwei Männer und zwei Frauen. 2026 soll eine Crew hoch geschickt werden, alle zwei Jahre,soll eine weitere Crew dazukommen, bis 24 oben sind.

Der Marsianer Robert P. Schröter: 10 Monate hin und nie mehr zurück

Hast du eine Freundin?
Nein.

Aber bis 2016 ist ja noch lange hin. Was ist, wenn du jemanden kennenlernst?
Wenn etwas dazwischen kommt,müsste ich abwägen mit wem ich mein Leben verbringen möchte. Für mich ist es undenkbar, dass ich mich Hals über Kopf verliebe. Ich kenne die heutige Gesellschaft. Nichts ist beständig. Ansonsten hat man Glück, deshalb müsste diese Frau länger überzeugen. Das halte ich aber zu Zeit für sehr unwahrscheinlich.

Ist dir bewusst, dass es nie mehr Waldspaziergänge und ähnliches mehr für dich gibt ab dem Moment?
Ja, das ist mir bewusst. Ich hab das nie wirklich gebraucht, aber ich werde es bestimmt vermissen. Das wird dann auch mein Antrieb sein etwas
Neues zu errichten. Als naturverbundener Mensch sollte man da nicht hoch, denn es ist ein Leben drinnen.

Reicht es nicht, wenn ich am Ende des Lebens sage: “Ok jetzt fliege ichzum Mars”?
Als Trip könnte ich es mir nicht leisten. Diese Mission ist kostenlos und ich darf etwas Einzigartiges aufbauen. Ich habe lediglich eine Registrierungsgebühr von 20 Euro gezahlt.

Fotos: klatsch-tratsch.de