Montag, 19. Oktober 2015, 18:50 Uhr

"A Perfect Day": Benicio del Toro mal ganz anders

Oscar-Darsteller Benicio del Toro ist als Gangster und brutaler Drogenfahnder bekanntgeworden. In ‘A Perfect Day’ wechselt er auf die Seite der Humanitären. Was ihm das gebracht hat, erzählt er in einem aktuellen Interview.

"A Perfect Day": Benicio del Toro mal ganz anders

Weder Krimineller, noch sadistischer Handlager: In ‘A Perfect Day’ des Spaniers Fernando León de Aranoa ist der 48-Jährige,  der zunächst Wirtschaftswissenschaften studiertw, bevor er die Schauspielerei entdeckte, in die Haut eines Mitarbeiters einer humanitären Organisation geschlüpft. Mal einen guten Typen zu spielen, habe ganz gut getan, gestand der puerto-ricanische Oscar-Preisträger (‘Traffic – Macht des Kartells’) in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur und anderen internationalen Medienvertretern. Der Film sei für ihn eine besondere Herausforderung gewesen.

Ihre größten Erfolge haben Sie als Bösewicht gefeiert. Wie war es für Sie, diesmal nicht wild um sich zu schießen?
Mal nicht den “Bad Guy” zu spielen, hat ganz gut getan. Ich habe viel über Hilfsorganisationen und ihre Mitarbeiter gelernt. Sie bringen Licht in die Welt.

War das einer der Gründe, warum Sie sich für diesen Film entschieden haben?
Nein. Ich wollte Fernando mit meinem Namen unterstützen, denn unabhängige Arthouse-Filme haben es auf dem Markt schwer. Zudem hat mir das Drehbuch gefallen. Die Rolle war eine Herausforderung für mich.

In welchem Sinne?
Ich war noch nie in Krisengebieten. Ich musste mich intensiv vorbereiten. Ich habe viel über die Balkankriege gelesen. Ich habe mit Mitarbeitern von Hilfsorganisationen geredet. Ich habe viel Respekt vor ihrer Arbeit.

Und darum geht’s in ‘A Perfect Day’: Sie arbeiten für die gute Sache. Sie sind ein Team von Mitarbeitern für eine internationale Hilfsorganisation. Der gelassene Mambrú (BENICIO DEL TORO) und der Zyniker B (TIM ROBBINS) haben schon viele dieser Einsätze erlebt. Weder verminte Kühe auf der Straße, Blauhelmsoldaten mit Weisungsbefugnis noch nächtliche Irrfahrten durch schwer zugängliches Gelände können sie aus der Bahn werfen. Als dann aber Sophie (MÉLANIE THIERRY), jung und idealistisch, der Gruppe zugeteilt wird und auch noch Mambrús Ex-Geliebte Katya (OLGA KURYLENKO) auftaucht, die die Arbeit vor Ort überprüfen soll, ist es mit der Gelassenheit vorbei.

Ein scheinbar kleines Problem – eine Leiche muss aus einem Brunnen entfernt werden, um die Wasserversorgung eines Dorfes zu gewährleisten – entwickelt sich zu einer Mission voller Tücken um Zuständigkeiten, politische Machtspiele und sonstige Irrationalitäten, die das Team bei allen Kontroversen mit viel Gefühl und noch mehr Humor zu bewältigen weiß. Ein perfekter Tag eben.

"A Perfect Day": Benicio del Toro mal ganz anders

"A Perfect Day": Benicio del Toro mal ganz anders

Fotos: X-Verleih