Montag, 19. Oktober 2015, 16:39 Uhr

Grossstadtgeflüster ziehen hier mit Marteria, Jennifer Rostock & Co. um die Häuser

Die Band Grossststadtgeflüster veröffentlicht mit “Fickt Euch alle” die erste Auskopplung aus der gleichnamigen Episode 1, welche man auch mit einer EP verwechseln könnte, wenn sie nicht der Anfang und erste Teil von irgendetwas anderem wäre.

Grossstadtgeflüster ziehen hier mit Marteria, Jennifer Rostock & Co. um die Häuser

Ein Album-Release in Etappen so zusagen. Ein Mehrgänge-Menü wird ja schließlich auch nicht auf einen Schlag serviert, sonst wird ja alles kalt und Grossstadtgeflüster aka GSGF möchten ihren Mist raushauen, solange er noch dampft. Eine digitale Verkostung, an dessen Ende ein Longplayer mit Rillen und einem Loch in der Mitte steht. Für die, die es interessiert und für die Band selber.

Der hier vorgestellte Vorbote (u.a. mit ziehen unter anderem mit Marteria, Jennifer Rostock, Madsen, MC Fitti) durch die Straßen Berlins
ist eine rausgerotzte Antwort auf all die nie gestellten Fragen, aber oft unerfragten Antworten jener, die sich gerne selbst reden hören und die immer wissen wie man es macht, es aber selten machen, es sei denn etwas funktioniert, dann haben es immer alle gemacht.

Wenn nicht, wussten sie schon vorher wie man es besser macht, aber eben erst im Nachhinein. Aber GSGF ziehen hier nicht etwa in den Krieg der Zeigefinger und wollen auch niemanden erziehen. Sie ziehen sich viel mehr an den Ort der ultimativen Selbstfindung zurück. Kein Kloster, kein Spa, kein Kurs für autogenes Training, keine Couch mit Coach.

Auf entspannten bassgeschwängerten 74 bpm, die zum Kopfnicken einladen, erzählen die drei mit dezent hochgezogenen Mundwinkeln ihre Geschichte, die zum Kopfschütteln auffordert. Mit erhobenen Mittelfinger laden sie zu einem solidarischen „Oh Man Ey!“ ein, um dann zum gemeinsamen Gruppen „Eeeeehhhh“ die Pforten ihres Wochenendhäusschens in der Fickt-Euch-Allee zu öffnen. Ein wunderbarer Ort, an dem man alle anderen, weit entfernten Idioten bedingungslos scheiße finden und sich dabei einfach gut fühlen kann.

Foto: Kai Müller