Dienstag, 20. Oktober 2015, 20:27 Uhr

Alexander Klaws: "Das ist die Richtung, in die ich die nächsten Jahre will"

Alexander Klaws ist Musicaldarsteller, Schauspieler, Tänzer und natürlich auch Sänger und widmet sich nach fünf Jahren endlich wieder voll und ganz der Musik. Sein neues Album trägt den Titel „Auf die Bühne, fertig, los!“ und der Name ist Programm. Denn egal ob auf der Musicalbühne oder auf der Konzertbühne, nur dort fühlt sich der Sänger wirklich wohl. klatsch-tratsch.de traf Alexander zum Interview.

Alexander Klaws: "Das ist die Richtung, in die ich die nächsten Jahre will"

Fünf Jahre ist es nun her das du ein Album veröffentlicht hast, warum gerade jetzt?
Meine letzte Albumveröffentlichung ist über fünf Jahre her, da war es höchste Zeit für ein neues Album. Ich habe mich in den letzten Jahren nicht nur künstlerisch weiterentwickelt, sondern auch privat viele Dinge erlebt. Und all das habe ich versucht mit in die Songs einzubauen. Stilistisch bewege ich mich zwischen den unterschiedlichsten Genres, ich habe Rocksongs drauf, ich habe orchestrale Songs drauf, ich habe Klaviermusik mit drauf und Big-Band-Songs. Es ist sehr breit gefächert. Es ist aber nicht so, dass ich mich nicht entscheiden kann, sondern all das einfach in mir ist. Ich liebe was ich mache. Diese Vielseitigkeit macht mich als Künstler einfach aus. Das Album ist ein großer Schritt in die Richtung, was ich die nächsten Jahre machen möchte.

Der Titel des Albums passt wie die Faust aufs Auge oder?
Die Bühne ist mein Wohnzimmer und es ist egal, ob ich beispielsweise bei „Let’s Dance“ auf der Bühne stehe, als Tarzan oder als Alexander Klaws – das sind alles verschiedene Facetten. die ich zeigen kann und möchte. Ich kann mich auf der Bühne einfach ausleben. Da ist alles vergessen, da bin ich einfach ich selbst und völlig in meiner eigenen Welt.

Alexander Klaws: "Das ist die Richtung, in die ich die nächsten Jahre will"

Deine Musik ist in den letzten Jahren sehr schlagerlastig geworden, angefangen hast du mit Popmusik. Hat sich auch deine Fanbase verändert?
Ich habe schon immer einen sehr engen Kontakt zu meinen Fans und meinem offiziellen Fanclub gehabt und viele Fans von früher, sind auch heute noch Fans. Allerdings sind die „Teenies“ von damals jetzt erwachsene Frauen, die teilweise auch schon Kinder haben, die wiederum auch Fans sind. Von „jung bis alt“ sind alle Altersgruppen vertreten. Ich finde es immer spannend zu sehen, wer zu Konzerten und Auftritten kommt.

Auch du hast dich über die letzten Jahre verändert, als du DSDS gewonnen hast warst du knackige 19. Welche Veränderungen hast du bei dir sehr feststellen können?
Durch die Arbeit im Theater und insbesondere während meiner Ausbildung in Schauspiel und Gesang habe ich meine stimmlichen Facetten – im Vergleich zu damals – noch viel mehr ausbauen können. Dafür habe ich hart gearbeitet. Ich merke heute einfach, dass da viel mehr Möglichkeiten sind und sich meine Stimme vom Klang her sich sehr gewandelt hat.

Auch optisch hat sich einiges getan oder? Wie findest du alte Bilder von dir?
Meine Freundin hat mir gestern erst ein Screenshot von einem alten Bild geschickt, wo ich bei Stefan Raab war und mich gefragt, ob ich das tatsächlich bin. Ich habe mir damals keine Gedanken über mein Styling gemacht. Ich habe erst im Nachhinein gemerkt, dass Leute über meine Frisuren gesprochen haben. Ich habe beispielsweise mal vor einem großen Publikum die Nationalhymne gesungen und trug eine sehr merkwürdige Frisur. Die Zeitung hat danach getitelt: Darf man so eine Nationalhymne singen? Ich selbst habe mich oder meine Frisur nie wirklich ernst genommen. Das war damals eine Phase, in der man viel ausprobiert hat. (lacht)

Vor einigen Jahren hast du von englischsprachigen Songs zu deutschen Texten gewechselt, kannst du dir vorstellen wieder auf englisch zu singen?
Für die nächste Zeit kann ich mir das zwar nicht vorstellen, aber wer weiß wie es in zehn oder 20 Jahren aussieht. Der Schritt war richtig für mich, denn ich fühle mich mit der deutschen Sprache auf der Bühne nun sehr wohl. Am Anfang war das schon ein komisches Gefühl und ich habe mich sehr „nackt“ gefühlt. Hinter der englischen Sprache kann man sich teilweise verstecken – wenn man Deutsch singt, verstehen die Zuhörer jedes Wort und jeden Versprecher!

Alexander Klaws: "Das ist die Richtung, in die ich die nächsten Jahre will"

Ich habe dich mal gestalked. Auf Instagram bist du ja nicht sehr aktiv…
Ich bin Spätzünder was Instagram und Co. angeht. Ich habe es lange boykottiert. Nicht, weil ich es scheiße fand, sondern weil es damals noch sehr viele Fake-Accounts gab. Aber wir leben einfach in einer Zeit, in der das Internet und die sozialen Medien gerade für Künstler eine wichtige Rolle spielen – man kann mit den Fans direkt in Kontakt treten, man kann Neuigkeiten viel schneller verbreiten als früher. Ich für meinen Teil versuche schon, auf allen Kanälen aktiv zu sein.

Für viele bist du der aalglatte und immer fröhliche Alexander. Ist das tatsächlich so?
Das ist ein Bild, was es schon seit damals von mir gibt. Ich bin alles, aber nicht aalglatt. Ich war noch nie der Typ, der um jeden Preis einen Skandal in der Presse haben wollte. Aber wenn ich einmal ausraste, dann wächst da auch kein Gras mehr. (lacht)

Wie sieht es mit der Schauspielerei aus, du warst einige Zeit bei einer Telenovela, gibt es eine Rückkehr zu Serie, Soap und Co.?
Telenovela kommt für mich nicht mehr in Frage, das habe ich abgehakt. Das hat mehrere Gründe, zum einen dreht man pro Tag ca. eine Folge – das erinnert tatsächlich ein wenig an Fließbandarbeit. Zum anderen bleibt dabei leider auch oft die Kreativität und das, was den Beruf spannend macht, auf der Strecke, da du für fünf Szenen manchmal nur eine Viertelstunde Zeit hast. Ich habe viel gelernt, aber wenn ich die Wahl hätte, so etwas nochmal zu machen, würde ich glaube ich Nein sagen. Das ist einfach kein Vergleich zu einer Livebühne. Film und Kino habe ich aber z.B. noch nie gemacht, da hätte ich große Lust zu.

Alexander Klaws: "Das ist die Richtung, in die ich die nächsten Jahre will"

Übrigens: Als Pate von „RTL – Wir helfen Kindern“ ist der Sänger und Musicalstar in die westafrikanische Republik Elfenbeinküste gereist, um mehr über das schwere Leben von Bonice zu erfahren. Der 13-Jährige ist das siebte und jüngste Kind einer armen Kakaobauernfamilie. Seine Mutter musste ihn aufgrund der militärischen und politischen Unruhen abgelegen und ohne medizinische Hilfe auf dem Land auf die Welt bringen. „Bonice ist fast blind und lässt sich trotzdem von seiner Krankheit nicht unterkriegen. Er und seine Familie haben fast nichts und strahlen trotzdem eine so große Lebensfreude aus“, erklärt Alexander Klaws bei einem Besuch in den Slums von Abidjan. Der sogenannte „Graue Star“ trübt die Sehkraft seiner Augen mit jedem Jahr mehr. Seine starke Sehschwäche ist der Grund, warum er nicht in die Schule gehen kann.

„Bonice ist fröhlich, aufgeweckt und ein echt cooler Junge. Es ist furchtbar zu sehen, dass er wegen seiner Sehschwäche immer mehr zum gesellschaftlichen Außenseiter wird. Dabei könnte ein kleiner Routineeingriff sein Leben total verändern. Doch es fehlen hier in der Region nicht nur die finanziellen Mittel, sondern auch das medizinische Gerät. Die Eindrücke hier werden nicht spurlos an mir vorübergehen. Sie haben mich sehr nachdenklich gemacht. Für mich wäre es das Größte, wenn beim RTL-Spendenmarathon genug Gelder zusammenkommen würden, damit Bonice und viele andere betroffene Kinder hier ihr Augenlicht wiederbekommen könnten“, erklärt Alexander Klaws, nach einem Besuch mit Bo?ice bei Augenarzt Dr. Ouattara im Universitätskrankenhaus Treichville.

Fotos: Nikolaj Georgiew, RTL/ Michael Ortmann