Sonntag, 25. Oktober 2015, 18:28 Uhr

Der Asiate: Der Scherzkeks unter den Rappern kommt endlich mit Album-Debüt

Mit Der Asiate geht ein “Newcomer” (der sooo neu ja nicht mehr ist) aus dem „tiefsten Osten“ – wie er selbst sagt – an den Start. Mit seinen bissigen, aber auch selbstironischen Texten macht er sich im Deutschrap-Biz gerade richtig einen Namen.

Der Asiate: Der Scherzkeks unter den Rappern kommt endlich mit Album-Debüt

Alleine schon der Albumtitel „Kätzchenfleisch“ dürfte einen Eindruck vermitteln, mit welcher Art von Humor der 27-jährige Leipziger Rapper in seinen Texten um sich wirft. Schubladendenker öffnen jetzt bitte die Fächer „Comedyrap“ und „Straße“ und dürfen dann beherzt selbst entscheiden, in welche Schublade sie den Asiaten stecken wollen. Am 6. November wird sein Debüt-Album veröffentlicht. Das bietet durchgehend fette, klassische HipHop-Beats und einen einzigartigen Comedy-Style! klatsch-tratsch.de-Reporter Dennis hat sich mit dem äußerst putzigen, aber sympathischen Rapper, der seit 2008 Musik macht, über Katzenfleisch, Fan-Tattoos und Hater unterhalten… Und: Wir haben hier auch das brandneue Video zur vierten Single “Tina”!

Wie kommt dein Name „Der Asiate“ zustande?
Mein Vater ist Vietnamese und meine Mutter ist Deutsche. Ich komme vom Dorf – aus dem tiefsten Osten – und da war ich echt der Einzige, mit einem Migrationshintergrund und deshalb haben die Leute immer gesagt: „Der da ist doch der Asiate“. Ich wurde schon immer so genannt und als die Frage darauf kam, wie ich nennen will, bot sich das einfach an.

Warum heißt dein Album „Kätzchenfleisch“?
Ich mache seit acht Jahren Musik und vor etwa 3,5 Jahren ging es dann auch außerhalb von Deutschland los. Es gab dann von einem Internetportal ein Rap-Battle-Turnier und dabei war meine bekannteste Hook „Kätzchenfleisch“. Die ging so: „Hey Asiate komm doch mal zum Essen vorbei/ Kätzchen, lecker lecker Kätzchenfleisch“. Das ist quasi der Aufhänger. Ich habe in den letzten Jahren häufig etwas ruhigere und deepere Sachen gemacht, die zum Nachdenken anregen. Mein Weg hat mich aber wieder auf diese Comedy-Schiene geführt und das ist der Weg, den ich gehen will. Da die Leute mich mit diesen Zeilen in Verbindung bringen, habe ich den Titel gewählt.

Was kann man aus Katzenfleisch leckeres machen?
Du, ich habe bisher nur einmal Katzenfleisch gegessen und es schmeckt mir nicht so.

Wonach schmeckt das denn?
Es schmeckt sehr salzig. Es ist ekliges Fleisch und man riecht sofort, das es etwas anderes ist. Das ist echt nicht cool. Hund habe ich schon mehrmals gegessen und das war ganz ok. Das würde einem, wenn man es nicht weiß, gar nicht auffallen. Als ich bei meiner Familie in Vietnam war, wurde das serviert. Dort gibt es – so krank sich das jetzt anhört – wirklich Hunde-Restaurants.

Der Asiate: Der Scherzkeks unter den Rappern kommt endlich mit Album-Debüt

Lass uns über das Album reden: Welchen Song auf dem Album feiern deine Eltern am meisten und warum?
Mein Vater feiert am meisten „Kätzchenfleisch“ und „Fidschistand“. Letzteres, weil es quasi seine Geschichte ist. Mein Vater war früher ein „Fidschihändler“ und hat nach der Wende auf dem Markt Zigaretten verkauft. Dementsprechend habe ich seine Geschichte verarbeitet und rappe, wie er redet– mit diesem leicht asiatischen Akzent. Meine Mutter feiert den Song „Tina“ sehr, weil er sehr melodisch ist und so etwas gefällt Mamas ja. (lacht) So was kommt da besser an, als irgendwelche „Ich fick’ deine Mama“-Sachen.

Wenn du einen Song über die letzte Woche schreiben müsstest. Welche fünf Worte würdest du reinpacken?
Stress, wenig Schlaf, Kummer, Freude und Geld.

In deinem Song „Bademeister“ geht es um deine Erfahrungen in diesem Beruf. Was war deine Abgefahrenste Bademeister-Story?
Ich habe in einem Schwimmbad gearbeitet, das auch einen Sauna-Wellness-Bereich hatte. Als ich da einmal aus meinem Kabuff rauskam, habe ich eine nutella-artige, vier Meter lange Kackwurst von der Sauna bis in die Frauentoilette gesehen. (lacht) Ich dachte mir auch nur „What the fuck?!“ Vor der Tür stand dann ein sichtlich verärgerter alter Herr, der meinte nur zu mir „Herr Bademeister, die Badegäste sind doch nicht ganz sauber. Die scheißen sogar schon vor die Tür! Diesen Leuten sollte man doch echt mal …“ In diesem Moment geht die Tür auf und er ruft ganz überrascht: „Hannelore!“ Da kam dann wirklich seine eigene Frau raus aus dem Klo (lacht). Die hatte da wirklich hingekackt!

Der Asiate: Der Scherzkeks unter den Rappern kommt endlich mit Album-Debüt

Ich lasse Promis in Interviews immer seltsame Fragen an den nächsten Promi, den ich interviewe, stellen: Random-Frage von Elliphant: Wo leben Einhörner?
In Märchen.

Hinterlasse bitte eine Randomfrage für den nächsten Promi bitte.
Wie ist die Durchschnittspenisgröße eines Asiaten?

Liest du deine Social-media-Kommentare?
Ja, bei Video-Kommentaren sind die ersten zwei Stunden entscheidend: Wenn du ein Video hochlädst, dann hast du – wenn du Glück hast – nach ca. einer 1-2 Stunden um die 1000 Likes bekommen. Du hast dann meist so 70-80 Leuten, denen es nicht gefällt. Da siehst du dann meistens das Verhältnis auch und das bleibt meist auch so. Es sei denn, dein Video wird von einem krassen Youtuber geteilt, der dich zerstören will. Du hast in der Regel so deine 100 Leute, denen es nicht gefällt und damit kann man gut leben. Ich lese anfangs immer die Kommentare, aber irgendwann höre ich dann aber auf.

Erinnerst du dich an den gestörtesten Kommentar?
Ja, mich wollte Leute abstechen. Solche Kommentare kamen schon ein paar Mal. Früher hat mich das auch viel mehr mitgenommen, aber jetzt stört mich das nicht mehr, weil es Alltag ist. Es kommen immer mal wieder blöde Kommentare. Man kann ja über mich sagen, was man will. Dass ich nicht rappen kann oder dass ich ein Hurensohn bin. Ich bin keiner von diesen „Keiner beleidigt meine Mutter-Typen. So etwas interessiert mich nicht. Diese Scheiße prallt an mir direkt ab. Jeder, der mich kennt, weiß das ich korrekt bin und, dass wenn der mieseste Hells Angel eine Stunde mit mir verbringen würde, ich ihn mindestens einmal zum Lachen bringen würde. Man baut sich irgendwann diesen Panzer auf und dann interessieren einen die Hater kaum noch.

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Dein abgefahrenstes Fan-Erlebnis?
Es gibt mehrere Leute, die Tattoos von mir und meiner Fresse auf ihrem Körper haben. Die sind alles schon über 18 und wissen, was sie machen, aber es ist doch etwas komisch. Es gibt einen Kollegen von mir, der schon ganz von Anfang dabei war und an mich geglaubt hat, als es noch kein anderer gemacht hat. Dem rechne ich das auch groß an. Er ist groß und breit und sieht aus wie der größte Hells Angel. Der hat sich das sogar noch bunt tätowieren lassen, obwohl sonst keines seiner Tattoos farbig ist. Das finde ich schon ganz schön krass.

Erinnerst du dich noch an deinen schlechtesten Auftritt?
Da gab es am Anfang so einige. Vor allem die, bei uns im tiefsten Osten: Da gab es alles. Zum Beispiel Faschisten, die nur zum Pöbeln gekommen sind. Ich sehe nicht aus, wie der typische Asiate und hatte früher auch noch Cornrows und sah damals eher wie ein Kubaner aus. Viele von denen dachten dann ich sei schwarz und da liefen echt schräge Sachen ab. Pöbeln kam damals häufiger mal vor.

Was war dein lausigster Anmachspruch?
Da gab es einen und der hat sogar gezogen! Da habe ich mit einem Mädchen in der Disko gesprochen, die ich richtig heiß fand. Damals war ich 20 und sie erst 17. Nachdem wir uns zwei Stunden sehr gut unterhalten hatten und es auch schon so einfach bisschen gefunkt hatte, habe ich das erst erfahren. Ich meinte dann nur so: „Was? Wie alt bist du? Shit. Melde dich, wenn du 18 bist!“ und bin aufgestanden und gegangen. Sie war echt angepisst, weil sie echt hübsch war und das so nicht gewohnt war. Als sie 18 war hat sie sich dann wirklich wieder gemeldet.