Montag, 26. Oktober 2015, 12:13 Uhr

Quentin Tarantino: New Yorker Polizei ruft zum Boykott auf

Die New Yorker Polizei hat einen Boykott von Quentin Tarantinos Filmen gefordert. Am Samstag (24. Oktober) hatte der 52-Jährige an einer Demonstration gegen Polizeigewalt teilgenommen. Die Zusammenkunft fand nur wenige Tage nach dem Tod eines Polizisten im New Yorker Stadtteil East Harlem statt.

Quentin Tarantino: New Yorker Polizei ruft zum Boykott auf

Der Beamte war am Dienstag (20. September) bei einer Verfolgungsjagd von einem wegen Mordes und Raubüberfalls angeklagten Täters erschossen worden. Die ‘New York Times’ zitierte den Regisseur, der für die Kundgebung extra aus Kalifornien eingeflogen war, mit den folgenden Worten: “Ich bin ein Mensch und habe ein Gewissen. Und wenn du denkst, dass gemordet wird, musst du aufstehen und dich dagegen zur Wehr setzen. Ich bin hier um zu sagen, dass ich auf der Seite der Ermordeten stehe.” Patrick Lynch, der Vorsitzender der ‘Patrolmen’s Benevolent Association’ – die Gewerkschaftsorganisation der New Yorker Polizisten – gab dagegen am Sonntag (25. Oktober) in einer offiziellen Stellungnahme bekannt: “Es ist keine Überraschung, dass jemand, der sich seinen Lebensunterhalt damit verdient, Verbrechen und Gewalt zu glorifizieren, auch ein Cop-Hasser ist. Die Polizeibeamten, die Quentin Tarantino ‘Mörder’ nennt, leben nicht in einem seiner verdorbenen Leinwandfantasien – sie riskieren und opfern ihre Leben, um Gemeinden vor tatsächlicher Kriminalität und Chaos zu beschützen.”

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Deshalb sollten New Yorker Bürger ein Statement setzen und die Filme des ‘Pulp Fiction’-Stars boykottieren. Der ‘Oscar’-Preisträger selbst bezeichnete die Mordtat als eine “Tragödie”. Das Timing sei sehr “unglücklich”, doch nichtsdestotrotz hätten er und die anderen Teilnehmer des Protestes eine wichtige Botschaft im Land zu verbreiten.

Foto: WENN.com