Sonntag, 08. November 2015, 19:58 Uhr

Stimmgranate Elliphant: Das Schweden-Schnuckelchen will hoch hinaus

Über Elliphant kann man sagen, was man will, aber ein konturloses Mäuschen ist sie keineswegs. Ganz im Gegenteil: Die quirlige Schwedin, deren Sound irgendwo zwischen Electro, Dancehall und Dubstep angesiedelt ist, hat so einiges vor: Sie will hoch hinaus.

Stimmgranate Elliphant: Das Schweden-Schnuckelchen will hoch hinaus

Die Sterne stehen günstig: Bis eben war sie noch mit Major Lazor auf großer Tour und konnte neben diesen Herrschaften auch mit anderen Künstlern wie David Guetta, Pusha T oder auch Wakka Flocka Flame zusammenarbeiten. klatsch-tratsch.de-Reporter Dennis (Foto ganz unten) hat sich mit ihr an ihrem 30 Geburtstag getroffen und sich mit ihr über Aliens, feiernde Stinktiere und Dolly Parton unterhalten:

Heute wirst du 30. Feierst du das irgendwie besonders?
Nein. Wir sind heute morgen in Köln aufgewacht und meine Jungs kamen Ballons und einer Karte und haben für mich „Happy Birthday“ gespielt und hatten kleine Geschenke für mich. Das war ganz süß.

Was war denn das beste Geschenk bisher?
Ich denke dass ist die Hilfe, die ich von allen Seiten bekomme, um meine Party am Wochenende in Stockholm zu schmeißen. Die wird riesig. Alle kommen zusammen, um meinen Dreißigsten zu feiern und ich denke, das ist ein sehr schönes Geschenk.

Auf deiner neuen Single „Club now skunk“ featurest du den queren Artist Big Freedia. Wie kam das denn zustande?
Als ich mit Charli XCX auf Tour war, haben wir in Washingston DC zwei Tage Stopp gemacht und unser Fahrer hat die Musik von ihr immer gehört. Ich kannte sie davor gar nicht, aber ihr Vibe und diese Energie haben mir sehr gefallen. Sie hatte an einem Abend auch eine Show da und wir sind dann von unserem Konzert zu ihrem gerast und konnten dann noch die letzten 20 Minuten von ihrer Show sehen und es war einfach magisch. Ich schaue mir echt selten andere Shows an und bin auch schwer zu beeindrucken, aber sie hat es echt geschafft. Nach der Show habe ich mir da erst mal all ihre Shirts und CDs gekauft und wie ein Fan auf sie gewartet. Ich habe ein Bild mit ihr gemacht und ihr erzählt, dass ich gerne mit ihr arbeiten würde und sie meinte ‘Ok girl, i keep you in mind’. Win paar Monate später war sie ein paar Tage in LA und mein Management hat ein Studio-Treffen arrangiert. Wir hatten wirklich nur vier Stunden Zeit.

Ihr habt den Song komplett in vier Stunden fertig gemacht?
Ja, an dem Tag war sie echt müde und nicht dieses Energiebündel, was ich auf der Bühne gesehen hatte. Ich hatte sie ja nur einmal gesehen. Mir war in diesem Moment aber wichtig etwas von ihr zu bekommen und dachte wir können danach ja kreativ sein, aber ich brauche jetzt etwas. Sie war aber total müde und konnte dem Beat nicht viel abverlangen. Ich rief dann einfach „Club now skunk! – und jetzt ruf du etwas!“ und sie rief dann „Baby, turn it up!“ und so entstand das ganze wie so ein Mosaik, ein sehr natürlicher Prozess.

Stimmgranate Elliphant: Das Schweden-Schnuckelchen will hoch hinaus

Was bedeutet „Club now skunk“ eigentlich?
Ein Skunk ist ein Stinktier und so nennen sich in England die Leute gegenseitig. So nach dem Motto: „Sie ist ein verdammter Skunk!“ Das ist eher eine Beleidigung. Ich habe mir dann irgendwann mal ein Konzert von Ms Dynamite angesehen und da rief sie mehrmals „Now everybody skunk!“ Das fand ich voll cool und dieser Satz geistert mir seither im Kopf umher und ich wollte seitdem immer einen Song machen in dem ich „Club now skunk“ rufe. Damit ist gemeint, dass man im Club ruhig dreckig sein kann. Man sollte da nicht hübsch aussehen und nur in der Ecke rumstehen. Man sollte ein Skunk sein, ansonsten kann man gleich wieder Heimgehen. Schnösel brauchen wir hier nicht. Also skunkt mit uns.

Du bist momentan mit den Jungs von Major Lazor auf Tour …
Ja, und es ist großartig und toll die Möglichkeit zu haben vor so vielen Menschen zu spielen. Major Lazor ist die perfekte Tour für mich, denn es gibt sonst niemanden, der so vielseitig kommerzielle Musik macht Ich habe schon von Sekunde eins eine Verbindung zu ihnen und ihrer Musik gefühlt. Sie machen in der einen Sekunde einen abgefahreren Song mit Justin Bieber, in der nächsten Sekunde mit mir und dann gleich darauf einen einer Raggae-Legende aus Jamaika. Das ist das Größte und Mächtigste, das du mit Musik machen kannst. Ich liebe und respektiere Leute, die ihren Sound kennen und ganz genau wissen was sie erreichen wollen. Auch wenn jeder Song komplett anders klingt, erkennt man immer ihre Handschrift. Für mich fühlt es sich echt so an, als ob ich meine Familie gefunden hätte und das macht mich glücklich mit dabei zu sein.

Denkt ihr über eine weitere Kollabo nach?
Ja, wir haben einige Sachen rumliegen. Ich weiß jetzt nur nicht, ob das dann eine Diplo– oder eine Major Lazor-Sache wird. Wann das kommt, kann ich noch nicht sagen.

Apropos Zusammenarbeit: Ich weiß, dass du gerne mit Dolly Parton zusammenarbeiten würdest. Warum eigentlich?
Ja, das stimmt. Wenn ich mir jemanden für ein Feature aussuchen dürfte, dann wäre sie auf jeden Fall unter meiner Top drei. Schau sie dir an: Sie ist eine wirklich starke Frau, vor der ich einen massiven Respekt habe. Ich höre zwar nicht viel von ihrer Musik, aber ich habe gehört sie ist der Typ Frau, die ihr Herz am rechten Fleck hat. Dadurch könnte ich mich jedem Stil Musik offenbaren und ich denke, es wäre gar nicht so abgefahren Country zu machen, denn in diesem Genre liegt der Fokus sehr auf den Texten und Emotionen. Ich habe viel zu sagen und ich habe viele Gefühle, deshalb würde ich das gar nicht so seltsam finden.

Lass uns über dein abgefahrenstes Fan-Erlebnis sprechen.
Ich hatte mal eine Show in Stockholm und danach bin ich nach Hause. Am nächsten Tag habe ich meine Wäsche gemacht. Als ich gegen Mitternacht meine Sachen holen wollte, sah ich etwas in meinem Augenwinkel in Richtung meine Wohnung laufen. Ich rief „Hi“ nach oben und von dort schaute dann ein Typ runter und antwortete mit „Hi – Bist du es, Elliphant?“ Ich bin fast tot umgefallen. Er meinte dann: „Ich wollte dich unbedingt sehen. Ich habe den ganzen Tag auf dich gewartet“ und so weiter. Er hatte irgendwie die Adresse herausbekommen und stand dann so vor mir. Ich so: „Ok, ich muss jetzt wieder hoch in meine Wohnung“. Er meinte dann so: „Nein, bleib hier. Ich muss dir etwas wichtiges erzählen … Verstehst du nicht? Ich bin hier, um dir zu helfen. Diese Dinge und Technologien, die in deinem Leben passieren … Ich komme von dieser Gruppe. Ich bin geheilt, wir alle sind geheilt und wir wollen dich auch heilen“. Er meinte dann etwas von wegen ich hätte Alien-Raumschiffe in meinem Körper und er könne mir helfen diese wieder loszuwerden. Ich meinte dann „Ich muss jetzt wirklich wieder hoch“ und Gott sei Dank war da ein Freund von mir da, der nach mir sehen wollte, weil ich so lange in der Waschküche war. Er meinte zu dem Typen, er müsse jetzt gehen, aber er rief dann „Es ist deine letzte Chance. Hab ein schönes Leben und kehre dich von dieser Dunkelheit ab“. Ich mag eigentlich meine dunkle Seite (lacht). Das Verrückte war, dass er dann noch bei zwei weiteren Shows aufgetaucht ist und mich über einen längeren Zeitraum gestalkt hat. Das war wirklich gruselig.

Stimmgranate Elliphant: Das Schweden-Schnuckelchen will hoch hinaus

Das kann ich mir vorstellen …
Ich habe mich nach dem ersten Mal mit einer Gehirnhälfte wirklich mal gefragt, ob ich dem Typen hätte vielleicht zuhören sollen, weil ich an so übernatürliche Dinge wie Aliens und Energien glaube. Bei den anderen Treffen hat ist er aber voll durchgedreht und wir mussten ihn herausschmissen. Mir war dann gleich klar, dass er nichts zu sagen hat, sondern einfach nicht alle Tassen im Schrank hat.

Du glaubst an Aliens?
Ja, ich glaube da wirklich dran, nur nicht, dass sie Menschen einsammeln, um sie in ihren Raumschiffen zu untersuchen. Ich glaube, dass es da draußen Formen von Intelligenz gibt, von denen wir nichts wissen und die wir nicht begreifen können. Ich habe erst kürzlich einen Artikel gelesen, in dem es darum ging, dass der Oktopus vermutlich nicht von dieser Erde stammt. Ich will damit sagen, dass Aliens nicht unbedingt kleine graue Männchen sein müssen. Ich glaube einfach an Leben und das auch weit über die Grenzen unserer Vorstellungen hinaus.

Hattest du denn schon mal ein übernatürliches Erlebnis?
Ja, ich habe in Italien mal so ein verdammtes Raumschiff gesehen. Es war wirklich cool, denn es war eine klare Sternennacht und ich war mit meinem DJ unterwegs. Am Himmel haben wir dann eine Sternschnuppe gesehen und uns voll gefreut. Plötzlich hat dieses Licht dann aber die Richtung gewechselt und ist verschwunden. Wir standen dann nur geschockt da aber uns war beiden gleich klar, dass das ein Raumschiff gewesen sein muss.

Wenn wir schon bei Übersinnlichem sind: Wo leben Einhörner?
Vermutlich am anderen Ende des Regenbogens.

Die Random-Celeb-Frage* von Grace: Welche CD ist die erste, die du dir jemals gekauft hast?
Das ist die Lieblingsfrage von jedem. Ganz schön langweilig und unkreativ von ihr. Dieses Mädchen scheint nicht so lustig drauf zu sein. Um zurück auf Graces Frage zu kommen: Es war dieses schwedische Kinderlied über den roten Ballon … (singt)

Bitte deine Random-Celeb-Frage für den nächsten Promi im Interview!
Wenn du eine Frucht wärst, welche wärst du und warum? Ganz wichtig bei dieser Frage ist das Warum. Also unbedingt nachfragen.

*) Unser Autor lässt sich immer eine Frage von Promis für’s nächste Promi-Interview geben.

Fotos: SonyMusic, privat