Dienstag, 10. November 2015, 13:06 Uhr

Angelina Jolie: "Der schöne Schein ist nie das Interessanteste“

Angelina Jolie Pitt steht in ihrem dritten Regiewerk „By the Sea“ zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder mit ihrem Mann Brad Pitt vor der Kamera. Ab 10. Dezember ist der Film nach einem selbst geschrieben Drehbuch der US-Amerikanerin im Kino zu sehen.

Angelina Jolie: "Der schöne Schein ist nie das Interessanteste“

In der Dezember-Ausgabe von ‘Vogue’, die morgen erscheint, sagt sie über die Beweggründe, den Film zu machen: „Der schöne Schein ist nie das Interessanteste. Was wissen wir denn schon, was wirklich unter der Oberfläche eines Menschen passiert? Und um das herauszufinden – genau darum bin ich letztlich Regisseurin geworden.“

Die 40-jährige Mutter von sechs Kindern, die Brad Pitt am Set der Action-Komödie „Mr. & Mrs. Smith“ kennen gelernt hatte, wagt sich nun an der Seite ihres Mannes an ein intensives Drama heran. n dem Film geht es um zwei Menschen, die vor den Scherben ihrer Ehe stehen. Sie nimmt das schwierige Thema mit Humor: „Wir machen selbst Witze darüber. Mit einer sexy Komödie hat alles begonnen in ‚Mr. & Mrs. Smith‘ – und nach zehn Jahren folgt nun das Drama einer Ehekrise, logisch. Aber natürlich ist nichts an der Story von ‚By the Sea‘ autobiografisch.“

Angelina Jolie: "Der schöne Schein ist nie das Interessanteste“

Über das Risiko, dass die Öffentlichkeit vom Film auf ihr Privatleben schließt: „Ich hoffe, dass uns das Publikum nicht als Brangelina sieht, was immer das ist, sondern uns erlaubt, zusammen ein Experiment zu wagen. Ich dachte beim Schreiben nicht an Brad und mich, sonst hätte ich mir nie so harte Streitszenen ausgedacht. Doch ich erzählte ihm von der Idee, er begann Fragen zu stellen, und plötzlich schrieben wir beide. Sie können den Sog einer Idee nicht planen.“

Der Film wurde fast ausnahmslos in einem Hotel an der Küste Maltas gedreht. Angesprochen auf mögliche Spannungen auf dem engen Raum des Drehs, sagt Jolie Pitt: „Ich musste in meiner Rolle eine extreme Verletzlichkeit zeigen – und allein der Ton von Brads Stimme, wenn er mich anbrüllte, erzeugte auch eine persönliche Reaktion. Es kann hart sein und nicht immer leicht zu verstehen, dass er mich dann nicht als seine Frau schonen darf, sondern als Schauspieler tief in seiner Rolle ist. Normal reden kann man danach nicht: Wir mussten fast eine neue Sprache finden, um unsere private Bindung am Set zu verdrängen.“

Fotos: Universal Pictures