Donnerstag, 12. November 2015, 19:20 Uhr

"Starfighter": Alles über Hauptdarsteller Steve Windolf

“Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern“, der heute Abend bei RTL läuft, entführt den Zuschauer ins Deutschland der „Swinging Sixties“.

"Starfighter": Alles über Hauptdarsteller Steve Windolf

Die 60er-Jahre läuten eine Zeit der Freizügigkeit ein. Der Aufschwung ist in vollem Gange, man genießt das Wirtschaftswunder und zeigt ohne Scheu, was man sich leisten kann. Die Flugleistungen des Starfighters sind bis heute legendär: Er erlaubt bis dahin ungeahnte Geschwindigkeiten und Flugmanöver, die die Grenzen der Physik zu sprengen scheinen. Die jungen deutschen Piloten sind regelrecht berauscht von der Maschine. Sie beschreiben das Fliegen mit ihr als den wortwörtlichen „Ritt auf der Rakete“. Nervenkitzel pur. Vor diesem historischen Hintergrund konzentriert sich das Eventmovie fast genau 50 Jahre später auf einen Skandal, der laut einer Umfrage von den Bundesbürgern noch heute als einer der größten der deutschen Nachkriegsgeschichte empfunden wird. Denn von den 916 bestellten Starfightern werden bis zum Dienstende beinahe ein Drittel, 262 Maschinen, abstürzen. 116 Piloten verlieren dabei zwischen 1962 und 1984 ihr Leben.

Die Hauptrolle spielt Steve Windolf. Er wird 1982 in Eisenhüttenstadt geboren und absolviert sein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Es folgen Auftritte am Theater Leipzig sowie ein Engagement an der Neuen Bühne in Senftenberg. Von 2007 bis 2011 ermittelte er als Kommissar Daniel Winter in der ZDF-Serie „SOKO Köln“ und ist in Miguel Alexandres Drama „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ und Thomas Nennstiels Komödie „Idiotentest“ zu sehen.

Sein Kinodebüt feiert Steve Windolf an der Seite von Anna Loos in „Nur ein Sommer“. Weiterhin wirkt er in Andreas Samlands Beitrag „Ladies First“ des Episodenfilms „GG 19“ mit. In der RTL-Serie „Doc meets Dorf“ spielte er in einer Hauptrolle unter der Regie von Franziska Meyer Price sowie als Kommissar Mautz im „Polizeiruf 110 Magdeburg“ an der Seite von Sylvester Groth und Claudia Michelsen.

War Ihnen die Starfighter-Affäre ein Begriff?
Ja, aber nur auf der politischen Ebene. Der ganze Wirbel um Verteidigungsminister Franz Josef Strauß und die Beschaffung der Starfighter durch Bestechungsgelder etc. Die menschliche Tragödie dahinter, die Geschichte der Piloten und ihre Schicksale waren mir nicht bekannt. Genau darauf konzentriert sich „Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern“. Und so wurde beim Lesen des Drehbuchs die politische Affäre, die ich noch schwammig im Hinterkopf aus dem Geschichtsunterricht hatte, eine zutiefst berührende und spannend erzählte Geschichte. Ein wahrer Film.

"Starfighter": Alles über Hauptdarsteller Steve Windolf

Wie haben Sie sich auf Geschichte und Rolle vorbereitet? Wie weit taucht man ins Ausmaß des Skandals ein?
Ich hab mich vor allem auf das Zwischenmenschliche konzentriert. Auf das, für was Harry steht, für was er kämpft. Die Freundschaft zu seinen Kameraden, die Leidenschaft für das Fliegen und vor allem die große Liebe zu Betti. Der Skandal ist Harry gar nicht bewusst. Der entsteht ohnehin erst in dem Moment, in dem alle Puzzleteile zusammengefügt werden konnten und der Blick aufs große Ganze möglich war.

Die Flugzeug-Szenen wirken sehr realistisch. Wurden Sie speziell auf die Rolle des Starfighter-Piloten vorbereitet?
Wir hatten einen ganz wunderbaren Berater an unserer Seite: Herrn Pöppelmann. Der ist der wirkliche Harry Schäfer. Er war einer der ersten Starfighter-Piloten, ein echtes Ass und ein Held seiner Einheit. Heute trägt er weißen Bart, und um ihn weht eine Aura der Weisheit. Stellt man ihm eine Frage, fangen seine kleinen Augen hinter der Brille an zu funkeln, und ein paar Minuten später hängt das ganze Set an den Lippen von Herrn Pöppelmann. Fantastisch. Ich glaube, für ihn waren diese Dreharbeiten wie ein zweiter Abschied von seiner F-104.

"Starfighter": Alles über Hauptdarsteller Steve Windolf

Sie saßen bei den Dreharbeiten in echten Starfightern. Was ist das für ein Gefühl?
Eng, mit unfassbar wenig Komfort. Alles ist hart und kalt. Aber sobald man einmal Platz genommen hat, verschmilzt man tatsächlich irgendwie mit der Maschine. Irre!

Kann man die Faszination dieser Flieger für junge Piloten nachvollziehen?
Total. Sie haben Hunderte von Knöpfen und Reglern vor sich, und sie möchten jeden einzelnen drücken, schieben, was auch immer. Es ist eine einzige Freude, und man wünscht sich geradezu, dass man endlich die Starterlaubnis bekommt und mit Mach 2 in den Sessel gedrückt wird. In Florida kann man das übrigens noch erleben, da gibt es Rundflüge mit der F-104.

"Starfighter": Alles über Hauptdarsteller Steve Windolf

Wie haben Sie sich persönlich den 60er-Jahren, dem Lifestyle und Ihre Rolle vor diesem historischen Hintergrund angenähert?
Das brauchte gar nicht so viel Aufwand. Das Set, die Kostüme, die ganze im Buch beschriebene Szenerie erweckten schon das ganze Flair der Sechziger. Als Schauspieler reichte es, anwesend zu sein. (lacht)

Interview: RTL, Fotos: WENN.com, RTL/Wolfgang Ennenbach, RTL/ Gordon Mühle