Samstag, 14. November 2015, 17:19 Uhr

Geheimtipp aus den USA: Larkin Poe wollen voll durchstarten

Rebecca und Meagan sind nicht nur Schwestern, sondern auch Bandkolleginnen. Zusammen nennen sie sich Larkin Poe und machen einen Mix aus Singersongwriter-Mucke und Roots Rock. Hierzulande gelten die zwei Multiinstrumentalistinnen noch als absoluter Geheimtipp, aber in den USA haben sie schon eine treue Fanbase.

Geheimtipp aus den USA: Larkin Poe wollen voll durchstarten

Auch wenn noch nicht mal das erste Türchen am Adventskalender geöffnet ist, haben die Südstaaten-Schwestern klare Vorsätze für 2016: Voll durchstarten. Möglicherweise klappt das mit ihrem neuen Album „Kin“. klatsch-tratsch.de-Reporter Dennis hat die beiden Newcomerinnen mal etwas genauer unter die Lupe genommen …

Woher kommt eigentlich euer Bandname?
Larkin Poe war der Name von unserem Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater väterlicherseits. Rebecca und ich wollten schon immer einen Bandnamen haben, der einen familiären Zusammenhang hat. Larkin Poe wurde 1833 geboren und war übrigens ein entfernter Cousin des wunderbaren Poeten und Geschichtenerzähler Edgar Allen Poe. Ihn nehmen wir gerne als Entschuldigung dafür, wenn unsere Texte mal wieder sehr düster werden.

Ende des Jahres kommt euer Album „Kin“ raus.
Ja, es ist unser erstes „richtiges“ Album. Wir haben davor schon Alben und EP’s selbst rausgebracht, hatten aber damals noch keine richtige Plattenfirma im Rücken. Dadurch eröffnen sich für uns ganz andere Welten. Das Resultat gefällt uns richtig gut und wir sind sehr gespannt, wie es ankommen wird und wohin uns dieses Album bringen wird.

Woher nehmt ihr eure Inspiration?
Man kann eigentlich von jeder Person etwas lernen, die einen Spitzensong geschrieben und aus voller Seele gesungen hat. Sehr inspirierend finden wir Leute wie Elvis Costello, The Dead Weather, Jeff Buckley, Led Zeppelin, Bonnie Raitt, Pink Floyd, The Band und einigen anderen. Eine weitere Inspiration ist das Beobachten von Menschen. Mittlerweile sind wir so schmerzfrei, dass wir kein Problem mehr damit haben fremde Leute im Park anzustarren und zu belauschen. (lacht) Also Leute, macht euch auf etwas gefasst!

Wenn ihr einen Song über eure vergangene Woche schreiben müsstet, welche fünf Worte würden garantiert darin vorkommen.
Reisen, Beschäftigtsein, verwirrend, aufregend und melodiös. Wir sind in den letzten Wochen von Küste zu Küste gefahren und haben mehrere Shows gespielt. Es war zwar sehr anstrengend, hat aber viel Spaß gemacht.

Geheimtipp aus den USA: Larkin Poe wollen voll durchstarten

Apropos touren: Bekommt man als Familienband eigentlich Heimweh auf Tour?
Ja und nein. Touren erlaubt uns Orte auf dieser Welt zu sehen, zu denen wir so niemals gekommen wären. Klar, Touren bring auch seine Herausforderungen mit sich, aber dennoch sind wir sehr dankbar und froh in den Lifestyle des fahrenden Volkes eintauchen zu können. Wenn wir Heimweh bekommen, dann wegen den Leuten zu Hause. Es ist schon hart Freunde und Familie manchmal über mehrere Monate nicht sehen zu können. Das Heimweh wächst immer mit der Zeit, mit der man fort ist. Das ist halt der größte Nachteil beim Touren.

Lasst uns über euer schlimmstes Tourerlebnis sprechen …
Einmal habe ich Rebecca auf Tour die Haare geschnitten. Sie wollte es unbedingt und ich habe auch mein Bestes gegeben, aber ich bin mir sicher, dass das ihre peinlichste Frisur war. Das Ergebnis sah nämlich wirklich nicht schön aus. Auf Tour muss man aber manchmal diese frustrierenden Erlebnisse machen. (lacht)

Was ist da seltsamste Fan-Geschenk, das ihr jemals bekommen habt?
Teddybären, Kunst und Briefe aus dem Knast. Wir haben schon so einige abgefahrene Dinge geschenkt bekommen, aber in den Regel bekommen wir immer Sachen, übe die wir uns freuen. Es ist echt beeindruckend, wie viel Mühe und Zeit da oft reingesteckt wird. Das ist echt süß.

Eure Heimatstadt Atlanta macht im Medien-Biz vor allem durch seine große HipHop-Szene und melodramatische Realityshows wie „Real Housewives of Atlanta“, „Love and HipHop ATL“ etc. von sich reden. Wäre so eine Realityshow nicht auch etwas für euch?
Um ehrlich zu sein, wenn man ständig mit seiner Schwester auf Tour ist, dann kann das schon zu echt dramatischen und intensiven Momenten führen. Vielleicht wären wir echt perfekt für so eine Sendung. Jemand interessiert? (lacht)

Welche Klischees über Atlanta sind eigentlich wahr?
Fried Chicken auf jeden Fall! Ansonsten wir auch wirklich diese krassen Südstaatenakzente. Dann begrüßen wir unsere Gäste tatsächlich mit einem Glas Sweet Tea. Um ehrlich zu sein, denke ich, dass Atlanta die meisten Vorurteile, die sich um diese Stadt ranken, tatsächlich auch erfüllt. Wir sind eine sehr progressive Stadt mit einer großartigen Küche. Ich muss echt sagen, ich mag meine Stadt sehr gerne.

Geheimtipp aus den USA: Larkin Poe wollen voll durchstarten

Fotos: Mark Hug, Aaron Schorch