Samstag, 14. November 2015, 13:20 Uhr

Wer wird Millionär? Hier spricht Rekordgewinnerin Nadja aus Dresden

Gestern Abend gab es beim „Wer wird Millionär?“-Jackpot-Special den – wie berichtet – höchsten Gewinn aller Zeiten: Nadja Sidikjar aus Dresden gewann 1.538.450 Euro – und das sogar ganz ohne Millionenfrage.

Wer wird Millionär? Hier spricht Rekordgewinnerin Nadja aus Dresden

4,47 Millionen Zuschauer sahen im Durchschnitt das spannende 2. Jackpot-Special der Quizshow mit Günther Jauch (Marktanteil 14,1 Prozent). Dass der Gewinn erstmals in der Geschichte von „Wer wird Millionär?“ höher als eine Million Euro ist, liegt an den besonderen Regeln des Jackpot-Specials: Die Gewinnsummen aller Mitspieler, die es auf den Ratestuhl schaffen, werden in einem Jackpot addiert und nur der Kandidat, der am Ende die meisten Fragen korrekt beantwortet, bekommt alles – die anderen gehen komplett leer aus. Bei Gleichstand entscheidet ein Stechen.

Drei Kandidaten schafften es in der Sendung auf den Ratestuhl: Sonja Timm aus Saarbrücken, Nadja Sidikjar aus Dresden und Ulrich Büttner aus Konstanz (Foto unten). Da sowohl Nadja Sidikjar als auch Ulrich Büttner am Ende bei 500.000 Euro standen, kam es zum Stechen – mit insgesamt fünf Fragen. Es war spannend bis zur letzten Sekunde, denn nach Frage 4 war noch immer Gleichstand.

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Die alles entscheidende Frage im Stechen zwischen Nadja Sidikjar und Ulrich Büttner lautete dann: „Bei dem Namen welches Instruments handelt es sich um eine Kurzform?“ A: Violine, B: Cello, C: Kontrabass, D: Gitarre (Richtige Antwort: B/Cello). In reiner Intuition drückte Nadja Sidikjar den Buzzer und lag tatsächlich richtig – ihre Gewinnsumme: Stolze 1.538.450 Euro.

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Nadja Sidikjar (wird am Sonntag 31 Jahre alt) wohnt mit ihrem dreijährigen Sohn in Dresden und arbeitet freiberuflich als Kommunikationstrainerin. Sie gibt Semimare für Körpersprache und Rhetorik. Nach dem Abitur arbeitete sie zunächst bei einem Radiosender in Leipzig und interviewte zahlreiche Popstars und Prominente wie u.a. die Backstreet Boys, Boris Becker, Stefan Effenberg oder Michael Ballack. Auch Günther Jauch hatte sie damals am Telefon und das Gespräch blieb ihr bis heute sehr positiv in Erinnerung. Hier das RTL-Interview im Wortlaut.

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Nadja, wie fühlen Sie sich jetzt, nach der Sendung?
Momentan wirkt es für mich immer noch wie ein Traum oder ein Film. Emotional ist der Gewinn bei mir noch gar nicht angekommen, rational so ein bisschen – dadurch, dass ich die Sendung mit meiner Familie und meinen Freunden in etwas größerem Kreis nochmals angeschaut habe. Ich hatte niemandem vorher gesagt, dass ich gewonnen habe.

Wie haben die Freunde reagiert?
Familie und Freunde sind nach dem Stechen total ausgeflippt. Es war ja bis zum Schluss nicht klar, ob ich gewinnen werde oder nicht. Als dann die Pyrotechnik von der Decke kam, brachen alle Dämme, es wurde nur noch gejubelt und geschrien. Ich hab nur noch in positiv entsetzte Gesichter geschaut! So ungläubig, wie alle dann guckten, fühle ich mich auch jetzt noch ein bisschen.

Wie haben Sie die Show für sich erlebt?
Von Anfang an sehr positiv! Wir waren acht Kandidaten, und hatten im Vorfeld genug Zeit, um uns alle kennenzulernen, da konnte ich schon ein bisschen abschätzen, wer meine größten Konkurrenten sein könnten. In der ersten Vorauswahlrunde habe ich es dann ja nicht auf den Stuhl geschafft, erst in der zweiten Runde. Es war unglaublich! Aber ich habe mich trotzdem relativ entspannt und sicher gefühlt und bin dann auch mit den Fragen gut zurechtgekommen. Dass es bis 500.000 Euro so durchgelaufen ist, war natürlich schon ein Riesenglück.

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Das Geld war ja dann noch lange nicht gewonnen …
Nein. Als dann mit Ulrich Büttner der nächste Kandidat kam, ging mir ein bisschen die Muffe. Ich wusste ja, dass er als Lehrer ein wahnsinniges Allgemeinwissen hat, und dann ist er ja genauso weit gekommen wie ich und wir mussten ins Stechen. Spannender hätte es nicht laufen können und ich muss sagen, am Ende hat das Glück entschieden.

Warum?
Als Herr Jauch die letzte Frage vorgelesen hat, schoss mir die Antwort direkt in den Kopf. „Cello“ blinkte dann auch noch auf und ich dachte „Jetzt oder nie! Wenn du nicht drückst, macht es der Uli!“ Das war alles spontan – da war nichts mehr mit rational denken und überlegen und das war auch genau richtig so.

Was haben Sie mit dem Gewinn vor?
Der Plan ist, erst einmal zu warten, bis das Geld auf dem Konto ist, um das Ganze wirklich zu realisieren. Für mich und den Kleinen möchte ich gerne Eigentum anschaffen und ich möchte meinen Eltern ein bisschen von dem zurückzahlen, was sie mir finanziell haben zukommen lassen. Mein größter Wunsch ist es jedoch, meinem Telefonjoker Anette Weinhold zu unterstützen, die mir bei der 500.000 Euro-Frage so doll geholfen hat. Sie ist an MS erkrankt, sitzt im Rollstuhl und ich möchte ihr einen Treppenlift kaufen, damit sie es in ihrem Haus ein bisschen leichter zu leben hat.

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Fotos: RTL/Frank Hempel