Sonntag, 15. November 2015, 18:09 Uhr

Wet: Alles über die neue New Yorker Pop-Sensation

Es gibt einen neuen New Yorker Geheimtipp, der 2016 auch erstmals zwei Shows in Deutschland spielt. Und auch das erste Album folgt alsbald.

Wet: Alles über die neue New Yorker Pop-Sensation

Die drei Mitglieder von Wet stammen aus verschiedenen Teilen in Massachusetts und trafen sich erstmals vor sieben Jahren im Rahmen ihres Studiums in New York. Aus dem Hobby von drei Kommilitonen, die zu Freunden wurden, reifte behutsam eine ganz besondere, musikalische Einheit, die sich spielerisch zwischen Singer-/Songwriter, großem Pop, elektronischen Versatzstücken und geschickt eingestreuten R’n’B-Elementen platziert. Bereits die vier Songs ihrer ersten, Anfang des Jahres veröffentlichten „The Wet EP“ brachten dem Trio viel Lob und begeisterte Presse ein. Nun steht Anfang 2016 mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Don’t You“ der nächste Schritt an. Zwischen dem 12. und 14. März kommen Wet für zwei Konzerte in Köln und Berlin erstmals nach Deutschland.

Hinter den drei Musikern von Wet verbirgt sich eine magische Mischung: Da ist Sängerin und Komponistin Kelly Zutrau, eine versierte Songwriterin mit einer musikalischen Sozialisation von schillerndem Pop über klassischen Soul bis zu modernem R’n’B, die sich mit ihren Songs souverän zwischen Fiona Apple, Taylor Swift und Adele platziert. Flankiert wird sie von den beiden Multiinstrumentalisten Joe Valle und Marty Sulkow, wobei Valle sich eher für die Produktionen verantwortlich zeichnet, während Sulkow der wahre Musiknerd des Dreiers ist, der bald jedes Instrument ausgezeichnet spielen kann.

Diese vielschichtige Einheit brachte die drei Studenten in New York darauf, anfangs aus purer Lust am gemeinsamen Musizieren Songs zu entwickeln, die sich nur schwer kategorisieren lassen. In einem Moment klingen sie wie ein postmodernes Electropop-Gespann mit dunklen Stimmungen und melancholischen Melodien, um im nächsten die pure Lebensfreude eines mit Gitarren verzierten R’n’B funkeln zu lassen. Ihnen kam bei der eigenen Sounddefinition zugute, dass das Projekt Wet anfangs keinem kommerziellen Gesichtspunkt folgte, ja nicht einmal zur regulären Veröffentlichung vorgesehen war – das Schreiben und Produzieren ihrer Musik sollte letztlich nur den Dreien Freude bereiten.

2012 luden sie ihre ersten Songs auf SoundCloud ins Internet, ursprünglich nur, um sie mit ihren Freunden einfacher teilen zu können. Darunter befand sich auch das Stück „Don’t Wanna Be Your Girl“, eine bittersüße Ballade über das Ende einer Liebe, das in seiner hochauthentischen Intensität innerhalb kürzester Zeit von vielen Fachgazetten entdeckt und gefeiert wurde. Überhaupt beschäftigten sich die ersten Songs von Wet allesamt mit dem Thema Trennung, bedingt durch eine schmerzvolle, private Erfahrung, die Sängerin Kelly Zutrau zu dieser Zeit durchlitt. Ihre erste Veröffentlichung, schlicht „The Wet EP“ getauft, versammelte vier dieser Trennungs-Songs und wurde vom ‘Interview Magazine’ geadelt mit den Worten: „Elektronische Popmusik klang noch nie so einsam und zugleich wunderschön“.

Für das im komenden Jahr erscheinende Debütalbum zog sich das Trio in ein verlassenes Haus in Massachusetts zurück, um die Intensität, die sich aus diesen ersten Trennungs-Songs ergeben hatte, auch auf andere Themen zu übertragen. „Don’t You“, das Debüt-Album, das mit größter Spannung erwartet wird, soll ersten Zeugen zufolge daher breiter, variabler und in Teilen weitaus fröhlicher klingen als die Songs der ersten EP.

Was blieb, ist der Wunsch, ihren Sound mit Nuancen anzureichern, die aus Wet eine höchst eigenständige, kaum mit anderen Künstlern zu vergleichende, musikalische Einheit machen. (ML)