Montag, 16. November 2015, 18:50 Uhr

Club der roten Bänder: Hier spricht Timur Bartels, "der Hübsche"

Der “Club der roten Bänder” ist endlich komplett: Leo ist der Anführer, Jonas der zweite Anführer, Toni der Schlaue, Alex der Hübsche, Hugo ist der gute Geist und Emma das Mädchen! Heute Abend ab 20.15 Uhr geht es weiter mit zwei Folgen des VOX-Überraschungserfolges!

Club der roten Bänder: Hier spricht Timur Bartels, "der Hübsche"

In einer der Hauptrollen: Timur Bartels als Alex, “der Hübsche”. Alex ist gemein, arrogant, respektlos – aber eben schwer herzkrank. Der Junge aus reichem Hause macht es seinen Mitmenschen nicht leicht, ihn zu mögen. Bis er mit Leo im Aufzug stecken bleibt und einen Herzinfarkt erleidet. Als Teil des „Clubs“ zeigt er immer mehr freundliche und liebenswerte Facetten seiner Persönlichkeit – und doch ist es fast so, als schäme er sich dafür, plötzlich ein guter Kerl zu sein…

Timur dreht seit letztem Jahr ununterbrochen: Ben Venuto (2015), Wo willst du hin, Habibi? (2015), Du Mädchen (2015), Gute Zeiten, schlechte Zeiten (2014 / 2 Folgen), Renn Ronny Renn (2014), Affekt (2014), Murmel (2014), Ein Kilo Federn (2014) und Am Ufer (2014). klatsch-tratsch.de- Serienexpertin Geraldine hat sich mit ihm getroffen.

Mehr zum „Club der roten Bänder“: Interview mit Hauptdarsteller Damien Hardung als Jonas

Was sagst du zu der überwältigenden Resonanz der Serie?
Ich dachte entweder es geht richtig ab oder es geht in die Hose. Ich wusste schon, dass es in Spanien und in Italien ein riesen Erfolg war.
Die Geschichte ist von einem spanischen Autor, ist 2011 in Spanien erstmals erschienen und kam dann auch nach Italien. Dort arbeiten sie bereits an der dritten und vierten Staffel. Ich bin öfters in Italien und alle Leute, die ich kenne, von jung bis alt, kennen auch die Serie. Spielberg hat die Serie in Amerika produziert und sie wurde abgesetzt. Ich war echt so gespannt bis zur ersten Ausstrahlung. Was mich auch sehr gefreut hat, es gibt mittlerweile auch eine Neuauflage des Buches “Club der roten Bänder”, auf der sind wir alle drauf. Es wurde über Nacht zum Bestseller. Ich konnte es anfangs alles gar nicht glauben, ich bekam so viele Nachrichten, auch von krebskranken Kindern auf meiner Facebook-Seite. Das hat mich sehr berührt, das Feedback von ihnen, dass wir ihnen Kraft und Hoffnung geben.

Was war dein erster Kontakt mit der Schauspielerei?
(Lacht) Mein Vater meinte, dass mir das quasi in die Wiege gelegt wurde. Valentin, der Sohn von Til Schweiger, wurde in der selben Klinik
geboren wie ich. Wir lagen auch nebeneinander. Til Schweiger nahm beim ersten Besuch aus Versehen mich in den Arm, weil er dachte ich sei
Valentin. Die Schwester wies ihn dann daraufhin, dass sein Valentin woanders liegt. Aber mein erster wirklicher Kontakt war wahrscheinlich beim Puppenteather in der Vorschule.

Club der roten Bänder: Hier spricht Timur Bartels, "der Hübsche"

Hast du im Krankenhaus für deine Rolle recherchiert?
Ich habe mich für die Rolle mit einem Herzchirurgen getroffen, der mir erzählt hat, wie das Krankheitsbild eines Menschen mit einem Herzinfarkt aussieht.

War dir bewusst, dass du mit deiner Rolle polarisierst – als quasi “Schnösel”?
Es war mir schon bewusst. Ich war eigentlich zuerst für die Rolle von Toni geplant, der das Asperger Syndrom hat. Dies hätte ich mir auch
gut vorstellen können, denn ich habe schon ähnliche Rollen gespielt. Beim Live Casting jedoch war ich dann für Alex geplant. Als ich die
spanische Version sah, habe ich gesehen, was für eine Entwicklung Alex durchmacht, aber ich möchte nicht zu viel verraten. Es war für mich eine
große Herausforderung zu Anfang, da es sehr konträr ist zu meinem wirklichen Verhalten.

Warst du in deiner Schulzeit in einer “coolen” Clique?
Nicht immer. In der Grundschule nicht,  später auf der Oberschule shon eher. Als ich Abi gemacht habe, verstand ich mich mit fast allen gut.
Ich war allen immer sehr offen eingestellt.

Gibt es Mädchen, die dich früher nicht cool fanden und jetzt schon?
Ja gibt es, aber ich finde es doof, wenn Leute vorher nicht zu dir hielten und auf einmal schon, weil man im TV ist. Dann finde ich das nicht so attraktiv.

Club der roten Bänder: Hier spricht Timur Bartels, "der Hübsche"

Was ist denn dein Frauentyp? Hast du gerade eine Freundin?
Nein habe ich nicht. Die Haarfarbe ist mir egal, ich war schon in ganz unterschiedliche Frauentypen verschossen.

Hattest du Erfahrungen mit krankheitsbedingten Schicksalschlägen in deinem Umfeld?
Ja, in der Familie und im Freundeskreis. Jeder von uns kennt jemanden oder war selber krank, dass es sehr leicht ist, sich als Zuschauer mit dem Stoff zu verknüpfen.

Wie war das mit Deiner Entwicklung zum Schauspieler?
Das hat sich so nach meinem Abi ergeben. Ich bin der Meinung, man sollte sich daran orientieren, in welche Richtung man als Fünfjähriger gehen wollte. So verrückt das auch klingen mag, aber in der Schule wird einem so viel ausgeredet und Träume und Ziele werden oft nur belächelt. Davor denkst du noch, dass du frei bist und alles werden und tun kannst in deinem Leben. In der Schule hört man oft, “sei still” oder “sei leise”, das verinnerlicht man als Kind leider und irgendwann erzählt man dann einfach nichts mehr. Sehr schade. Oft sind Ziele riskant, aber für einen selbst eine große Bereicherung. Ich habe schon als Kind viel Theater gespielt und bin früh mit der Msik in Kontakt getreten. In meiner Teenie Zeit wollte ich mal Rockstar werden und hatte auch eine eigene Band. Zeitlich konnte ich es durch meinen jetzigen Beruf leider nicht wirklich fortführen.

Jeder Sänger ist mittlerweile Schauspieler und umgekehrt, hast du auch Pläne in der Richtung?
Man möchte mit beiden Talenten dem Publikum etwas mitgeben, vielleicht spiele ich irgendwann mal in einem Musical mit.

Club der roten Bänder: Hier spricht Timur Bartels, "der Hübsche"

Welche Instrumente spielst du denn?
Klavier, Gitarre, ein bißchen Schlagzeug und Saxophon. Als Kind habe ich auch Akkordeon gespielt. Aber singen steht für mich im Vordergund. Ich habe diesen Sommer meinen eigenen Kurzfilm geschrieben und produziert, zufällig, als wir gerade anfingen für “Club der roten Bänder” zu drehen. Da habe ich auch einen Song aufgenommen.

Was sind denn deine aktuellen Pläne?
Es gibt schon einige Rollenangebote, sehr tolle Projekte. Ich werde zum Beispiel, Ende des Jahres, etwas mit Kurt Krömer, unter der Regie von Lars Becker drehen und auch mit zwei Kollegen aus der Serie. Darauf freue ich mich sehr. Ich bin schon gespannt was noch alles kommt, es hat ja gerade erst angefangen.

Unternehmt ihr privat auch öfters was zusammen?
Ja, wir gehen zum Beispiel heute gemeinsam ins Kino. Ist aber nicht immer möglich, da zwei von uns in Köln wohnen.

Hat die Serie gewisse Einstellungen in deinem Leben verändert?
Natürlich. Die Serie beruht auf einer wahren Begebenheit. Der Autor schrieb seine Geschichte nieder, ihm selbst wurde das Bein amputiert. Er
kam auch zu uns ans Set und gab uns mit, wie wichtig Optimismus im Leben ist. Egal was passiert, nie die Hoffnung und den Mut zu verlieren. Es hat
mich schon sehr nachdenklich gemacht. Dies bringt einem die Serie auch auf eine sehr schöne Art und Weise nahe, immer nach vorne zu sehen und optimistisch zu bleiben.

Fotos: VOX/Martin Rottenkolber, klatsch-tratsch.de