Montag, 23. November 2015, 17:23 Uhr

Blue: Interview über das Comeback mit einem sehr erwachsenen Album

Wer hätte gedacht, dass die Band um Lee, Simon, Antony und Duncan, die damals noch recht harmlos mit „All Rise“ begann – noch heute im Musik-Biz mitmischt. Knapp 15 Jahre ist die Gründung jetzt her.

Blue: Interview über das Comeback mit einem sehr erwachsenen Album

Aus der damaligen Boyband Blue sind mittlerweile gestandene Männer geworden, die teilweise Familie haben. klatsch-tratsch.de-Autor Dennis hat sich mit den vier Briten zum entspannten Talk getroffen.

Euer neues Album „Colours“ steht in den Startlöchern …
Antony: Erst wollten wir ein Coveralbum machen und haben uns überlegt welche am besten zu uns passen. Es gab dann den Song „King of the World“, in den wir uns gleich verliebt haben. Es hat uns dann einfach überkommen und wir begannen zu schreiben. Es hat sich dann so entwickelt, dass die eine Hälfte neue Songs sind und die andere Cover. Es ist also eine schöner Mix geworden.

Und welchen findet du davon am Besten?
Antony: Du wirst lachen, aber das wechselt jeden Tag. Es kommt immer ganz auf die Stimmung an.
Simon: Mir geht es da genauso. Es gab da diesen Song, den ich absolut nicht machen wollte. Der heißt „Hang On In There Baby“ und ich habe ihn damals einfach nicht verstanden. Der Chorus war so ungewöhnlich. Aber als ich mich dann auf den Produzenten eingelassen habe, meine Teile eingesungen habe und der Song fertig produziert zurück kam, fand ich ihn auf Anhieb super. Mittlerweile singe ich den Song am liebsten. Der ist einfach für die Bühne geschaffen und wenn man die Reaktionen der Leute im Publikum sieht, dann bin ich echt froh, dass wir den gemacht haben.

Ihr seit jetzt seit 15 Jahren im Biz und habt schon so einige Alben veröffentlicht. Ist der Druck bei einem Album dann besonders groß oder lässt das ab einem gewissen Stadium nach?
Simon: Druck hast du immer, wenn du in der Unterhaltungsbranche arbeitest. Vor allem wenn du eigene Songs schreibst, weil in diesem Moment gibst du sehr viel von dir preis und legst verletzliche Stellen offen, welche die Welt dann kritisieren kann. Der Druck sitzt dir also immer im Nacken, aber das macht auch gleichzeitig den Spaß aus. Man muss aber auch sagen, dass wir eine tolle Fan-Base haben – vor allem hier in Deutschland – und haben uns in den Jahren echt die Treue gehalten. Das zu sehen tut echt gut.

15 Jahre als Band ist in der heutigen Zeit echt eine Hausnummer. Was war denn in der Zeit euer Lieblingsmoment als Band?
Simon: Ich glaube so richtig der Moment, als wir unseren Plattenvertrag unterzeichnet haben. Ich weiß noch, wie ich die anderen Jungs danach angesehen habe und mir dachte: „Krass, wir sind jetzt wirklich eine Band“.
Anthony: Für mich war es als wir bei den Brit Awards 2002 in der Kategorie „Beste Newcomer“ gewonnen haben. Keiner von uns wusste Bescheid und als der Moderator unseren Namen verkündete, war das so ein richtiger Gänsehautmoment. Wir dachten uns nur: „Wow! Jetzt sind wir wirklich angekommen!“

Blue: Interview über das Comeback mit einem sehr erwachsenen Album

Ihr habt in dieser Zeit, in der ihr im Biz seid, sehr viele Leute kommen und gehen gesehen. Gibt es jemanden, bei dem ihr traurig seid, dass er nicht mehr am Start ist?
Duncan: Amy Winehouse. Ich fand, sie war einfach eine unglaublich gute Künstlerin. Ich hatte das Glück mit ihr eine Show spielen zu können. Das war bei der „Birmingham Fashionshow“ und ich habe diese Show damals moderiert. Damals hatte sie ihren großen Durchbruch mit „Rehab“ und jede Stunde mussten wir dort eine Show vor neuem Publikum machen. Sie hat das jedes mal immer total gerockt und auch Backstage haben immer viel Spaß gehabt und ich habe mir immer gedacht: „Sie ist so roh und echt“. Dann ging es ja los und sie wurde dieser große Star und ich weiß noch irgendwann habe ich ein Musical in London gemacht und der Co-Star war eine berühmte Schauspielerin. Als ich sie dann mal backstage besucht habe, war sie gerade am Facetimen mit Amy und sie war groß auf dem Computer von ihr zu sehen. Ich war dann so: „Oh krass, Amy Winehouse!“ und sie nur so „Hey Dunc! Ich habe heute so einen furchtbaren Albtraumtag“. Sie war einfach so echt. Ich glaube durch alles was damals in ihrem Leben passiert ist und der Presse, die alles so öffentlich gemacht hat, haben alle – vor allem in England – sich wie ein Teil ihrer Geschichte gefühlt. Als sie dann verstarb haben alle sehr mitgefühlt. Als ich den Film zu ihrem Leben gesehen habe, hat mich das wirklich zu Tränen gerührt. Ich mochte sie wirklich sehr und denke dass sie echt der größte Verlust im Biz ist.
Antony: Ich vermisse den Spaß, den wir früher mit den anderen Boybands wie Westlife hatten. Mir fehlt das Touren und Trinken mit den Jungs. Wir hatten zusammen immer sehr viel Spaß.
Simon: Ich vermisse „Top of the Pops“. Das gibt es aber leider nirgendwo. Das war immer toll.

Blue: Interview über das Comeback mit einem sehr erwachsenen Album

Erinnert ihr euch noch an euer abgefahrenstes Fan-Erlebnis?
Lee: Als wir noch ganz neu am Start waren, hatten wir einen Fan, der sich bei mir im Kleiderschrank versteckt hat. Als ich ihn geöffnet habe, ist sie rausgesprungen und hat wie am Spieß geschrien. Das war echt seltsam.

Erinnert ihr euch noch an euer seltsamstes Fangeschenkt?
Lee: Es gab mal diesen Fan, der Teddybären oder Plastikfiguren genommen hat, diese angekokelt und uns geschenkt hat. Das war total daneben.

Wer von Euch schleppt die meisten Groupies ab?
Simon: Wir haben dieses Groupie-Ding nicht mehr. Alle haben sich weiterentwickelt und haben Familien. Viele unserer Fans sind mittlerweile Mütter und haben auch Familie. Unsere Fans sind mit uns erwachsen geworden. Schön ist, dass viele von denen der Band noch heute die Treue gehalten haben. Einige fliegen sogar aus anderen Ländern zu unseren Shows, kaufen unsere Alben und warten stundenlang auf uns nur um sich fünf Minuten mit uns zu unterhalten. Das schätzen wir sehr.

Random-Star-Frage von Cookachoo: Die fragen: Wonach hat euer letzter Kuss geschmeckt?
Simon: Brause. (grinst)
Lee: Fisch! (lacht) Ich habe für das Mädchen Fisch gekocht und sie hat danach noch so gerochen, aber ich konnte mich damit arrangieren.
Antony: Ich überlege gerade, was meine Frau gestern zum Abend gegessen hat (lacht). Ach ja, wir hatten Pasta und Käse.

Dann hinterlasst mal eure Frage für den nächsten Künstler …
Simon: Welche Gesetze würdest du einführen, wenn du einen Tag lang König oder Königin wärst?

Fotos: WENN.com, klatsch-tratsch.de/Simon Groth