Montag, 23. November 2015, 19:39 Uhr

Toni im Club der roten Bänder: Interview mit Ivo Kortlang

Toni, der eigentlich Anton heißt, hat eine milde Ausprägung des Asperger-Syndroms und landet nach einem Moped-Unfall im Krankenhaus. Er sagt, was er denkt und „funkt“ auf einer anderen Frequenz, sodass er sogar in der Lage ist, über seine Gedanken mit dem Koma-Patienten Hugo zu kommunizieren.

Toni im Club der roten Bänder: Interview mit Ivo Kortlang

So könnte man die Rolle des 21-jährigen Ivo Kortlang in der VOX-Erfolgsserrie ‘Club der roten Bänder’ umschreiben. Ivo spielte bereits in enigen Filmen mit: Unter Gaunern (2015) / Bibi und Tina – Voll verhext (2014) / Doktorspiele (2014) / Mona kriegt ein Baby (2014) / Komasaufen (2013) / Die schwarzen Brüder (2013) / Ameisen gehen andere Wege (2011) / Rosa Roth – Der Fall des Jochen B. (2008)-

Mit VOX sprach Ivo über seine Rolle.

Worum geht es in der Serie?
Die Serie handelt von sechs Jugendlichen, die im Krankenhaus zusammentreffen. Alle haben ganz individuelle Schicksale und erleben hier all das, was man auch draußen im normalen Leben – in der Schule, mit der Familie – erleben würde.

Dabei geht es ja um eine Art Parallelwelt. Ist diese intensiver als die Welt draußen?
Die Welt im Krankenhaus ist intensiver! Man wird tagtäglich mit grundsätzlichen Themen wie dem Tod konfrontiert. Dadurch nimmt man die Zeit intensiver wahr. Auf gewisse Art und Weise sind viele Charaktere in Lebensgefahr und kosten deswegen jeden Moment des Lebens aus. Sie sind darauf bedacht, nicht so viel herumzumeckern, sondern das Leben als etwas Schönes zu begreifen.

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Toni im Club der roten Bänder: Interview mit Ivo Kortlang

Du spielst in der Serie Toni, den Schlauen…
Toni hat besondere Begabungen. Die Wichtigsteist, dass er mit Hugo – der im Koma liegt – kommunizieren kann. Anfangs sind die anderen Club-Mitglieder ein wenig skeptisch. Toni wird dann aber gerade wegen seiner speziellen Fähigkeiten aufgenommen.

In der Serie heißt es, dass ein Club aus besonderen Mitgliedern bestehen muss. Welche Charaktere gibt es noch bei euch?
Insgesamt gibt es in unserem Club sechs Mitglieder, deren Rollen klar verteilt sind. Es gibt den Anführer, der für uns entscheidet, wo es langgeht. Dann gibt es den zweiten Anführer, falls der erste Mal nicht da sein sollte. Außerdem sind da noch das Mädchen, der Hübsche, der Schlaue und der gute Geist. Jedes einzelne Mitglied bringt etwas ganz Besonderes mit in den Club.

Die Serie basiert auf einer wahren Begebenheit. Dadurch bekommt sie irgendwie etwas Magisches, oder?
Es ist eine Sache, wenn du als Schauspieler ein fiktionales Projekt bekommst und eine fremde Welt für dich wahr werden lassen musst. Aber wenn die Rolle auf einer wahren Geschichte basiert und du auch noch auf die Person triffst, der das widerfahren ist, dann hat das eine völlig andere Qualität. Ich würde sagen, dass es dadurch leichter wird, in eine Rolle zu schlüpfen. Ich weiß noch, wie Albert Espinosa uns besuchte und wir einen kurzen Moment mit ihm allein hatten. Ich fand ganz besonders, dass jeder aus der damaligen Original-Gruppe – von denen, die überlebt haben – mittlerweile 3,7 Leben lebt. Das fand ich unglaublich berührend und auch magisch.

Toni im Club der roten Bänder: Interview mit Ivo Kortlang

Erklär uns das doch bitte mal mit den 3,7 Leben.
Albert Espinosa hat das nicht komplett aufgeklärt. Wir haben aber in der Gruppe darüber geredet, was er damit gemeint haben könnte. Wir denken, dass jede Person aus dem Club, die stirbt, unter den restlichen Personen „aufgeteilt“ wird. Und so kommen die, die überlebt haben, auf 3,7 Leben. Den Gedanken finde ich total schön. Denn jede Erfahrung, die ein übrig gebliebenes Mitglied in seinem Leben macht, macht sie somit nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Verstorbenen.

Fotos: VOX/Martin Rottenkolber