Dienstag, 24. November 2015, 19:06 Uhr

Shootingstar Patrick Mölleken überraschte als Vorleser

Am letzten Freitag fand der bundesweiten Vorlesetag statt, bei dem sich Shootingstar Patrick Mölleken (‘Die Kuhflüsterin’) zum zweiten Mal engagiert hat. klatsch-tratsch.de hat mit ihm darüber und die neusten Pläne geplaudert.

Shootingstar Patrick Mölleken überraschte als Vorleser

Patrick, du hast Schülern der 4. Klasse in der Grundschule Sonnenstraße in Düsseldorf vorgelesen. Für welches Buch hast du dich entschieden und warum?
Ich habe den Kindern aus dem Skript meiner Hörbuchproduktion „Allein unter Superhelden“ vorgelesen, welche ich für den „Der Audio Verlag“ nach Vorlage des gleichnamigen Kinderbuches von Heiko Wolz eingesprochen habe. Es handelt von dem 10-jährigen Leon, der als Einziger in seiner Familie keine Superkräfte besitzt und daher auf eine „Superhelden-Schule“ geschickt werden soll. Als die Übermenschen machtlos vor der größten Gefahr ihres Lebens stehen, beweist Leon, dass auch ein kleiner Junge ohne Superkräfte große Dinge vollbringen kann. Meine Entscheidung fiel sehr schnell auf diesen Titel, da die Schüler der 4. Klasse genau der Zielgruppe des Buches entsprechen. Der Inhalt verbindet auf charmante Weise Spannung und Komik. Die Kinder können sich mit dem gleichaltrigen Protagonisten identifizieren. Das Thema „Superhelden“ fasziniert immer – auch mich mit 22 (lacht) – und last but not least ist es die Moral der Geschichte, die eine wichtige Botschaft impliziert: Wenn man den nötigen Willen hat, muss man nicht der Stärkste und Schnellste sein, um in dieser Welt etwas zu bewegen.

Wie war die Reaktion der Viertklässler?
Die Kids waren ganz gebannt von der Geschichte. Es hat mir wahnsinnig große Freude bereitet, zu sehen, wie sie mit Leons Abenteuer mitfiebern. Leider war die Vorlesung auf eine Unterrichtsstunde begrenzt. Am Ende haben sie mich alle ganz begeistert umarmt und wollten wissen, wie die Geschichte ausgeht. Das war wirklich süß.

Shootingstar Patrick Mölleken überraschte als Vorleser

Wurde dir als Kind früher auch regelmäßig vorgelesen?
Mein Vater hat meinen beiden Schwestern und mir unglaublich viel vorgelesen, wofür ich sehr dankbar bin. Angefangen haben wir mit Grimms Märchen, Struwwelpeter und Wilhelm Busch. Am liebsten hatte ich später immer die Kriminalgeschichten, bei denen wir mitraten durften.

Im heutigen digitalen Zeitalter sieht man immer mehr Kinder mit Handys und Tablets in den Händen. Warum ist es dir so wichtig, dass Kinder nach wie vor auch Bücher lesen sollten?
Die mediale Überflutung verdrängt das klassische Buch immer mehr aus den Kinderzimmern. Bei unkontrolliertem Konsum lässt der fehlende Anspruch, aus dem geschriebenen Wort eigene geistige Bilder entstehen zu lassen, das Fantasievermögen der Heranwachsenden total verku?mmern. Mit der mangelnden Vorstellungskraft geht im Hinblick auf die Zukunft der Kinder nicht nur eine wichtige Fähigkeit für theoretisches Denken, sondern auch ein grundlegendes Element für persönliche Verarbeitungsprozesse verloren. Interessen außerhalb der virtuellen Welt bleiben im schlimmsten Fall völlig auf der Strecke. Der Dichter Fernando Pessoa sagte einmal: „Lesen heißt durch fremde Hand träumen.“ Daher müssen wir dazu beitragen, dass das geschriebene oder gesprochene Wort gerade für Kinder eines bleibt: Faszinierend und unersetzbar.

Shootingstar Patrick Mölleken überraschte als Vorleser

Du selbst bist nicht nur Schauspieler („Die Kuhflüsterin“, „Weihnachten für Einsteiger“), sondern sprichst u.a. auch regelmäßig Hörbücher und –spiele. Inwiefern unterscheidet sich die Tätigkeit des Sprechers von der Arbeit als Schauspieler?
Diese Frage lässt sich nicht so ohne weiteres beantworten, denn die Arbeit vor der Kamera und die Arbeit hinter dem Mikrofon stellen völlig unterschiedliche Anforderungen. Man kann auf jeden Fall sagen, dass die besondere Herausforderung bei der Arbeit in einer Sprecherkabine – die ja durchaus steril ist – darin besteht, dem Zuhörer Emotionen rein über deren auditive Wahrnehmung nahe zu bringen. Und das ohne greifbare Requisiten wie an einem Filmset. Meine Aufgabe ist es also, dem Hörer all das, was ich normalerweise durch Mimik und Gestik zum Ausdruck bringe, mit der Stimme zu vermitteln. Meinem einzigen Werkzeug. Dabei ist es wichtig, die Neugier des Zuhörers zu wecken und aufrecht zu erhalten, sein Interesse zu nähren, ohne ihn stimmlich zu überfordern. Er muss in der Lage sein, die nicht visuellen Informationen in seiner Fantasie nachzuempfinden. Erst, wenn im Kopf des Zuhörers ein Film abläuft, habe ich mein Ziel erreicht.

Am 10. Dezember bist du um 18:05 Uhr im ZDF in “SOKO Stuttgart: Das Gesetz der Straße” (siehe Fotos unten) zu sehen. Welche Rolle spielst du in der Folge?
Ich bin in der Rolle von „Kevin Scheuerle“ zu sehen, einem jungen Mann, der auf den Straßen des Stuttgarter Problemviertels Hallschlag ohne Eltern, aber mit seiner großen Schwester Jasmin aufgewachsen ist. Die Gegend wird von einer brutalen Gang kontrolliert, die mich zu ihrem Mittäter machen will. Als deren Anführer ermordet wird, gerate ich ins Visier der Ermittler. In „Das Gesetz der Straße“ taucht der Zuschauer ein in eine Welt voller Schmerz, Gewalt und Machtkampf um die Vorherrschaft im Bandenmilieu.

Shootingstar Patrick Mölleken überraschte als Vorleser

Gibt es für 2016 neue Ausstrahlungen und Projekte auf die sich deine Fans freuen dürfen?
Im kommenden Jahr wird neben dem Kinostart von „König Laurin“ u.a. der Dortmunder „Tatort – Hundstage“ unter der Regie von Stephan Wagner seine TV-Premiere feiern. Darauf freue ich mich schon sehr! Außerdem werde ich in meinem „Alarm für Cobra 11“-Comeback zu sehen sein – Die Serie, fu?r die ich im Herbst 2004 meinen allerersten Drehtag hatte. Die ersten Anfragen und Castings für 2016 laufen bereits. Im Januar werde ich gemeinsam mit Bruno Eyron unter der Regie von Florian Frerichs eine Zeitreise in die 1930er unternehmen. Über den Verlauf des Jahres lässt sich aufgrund der Spontanität der Branche natürlich noch nicht viel sagen. Lassen wir uns einfach überraschen! (lacht)

So langsam rückt Weihnachten immer näher. Hast du schon die ersten Geschenke gekauft oder bist du jemand, der eher auf den letzten Drücker einkaufen geht?
Mmmmh… Das solltet Ihr mich drei Tage vor Weihnachten nochmal fragen… (lacht) Spaß beiseite – ich werde mir dieses Jahr Mühe geben, dieses Thema etwas pünktlicher anzugehen!

Wie feierst du ins neue Jahr?
Weihnachten und Silvester sind für mich die bedeutendsten Familienfesttage des Jahres, an denen ich die wertvollen Stunden mit meinen Eltern und Geschwistern verbringen kann. Wo genau wir ins neue Jahr feiern, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Das müssen wir noch abstimmen. Wir werden es auf jeden Fall krachen lassen! (lacht)

Fotos: ARD/Frank Dicks, ZDF/Moritz Brucker