Mittwoch, 25. November 2015, 22:19 Uhr

"Deutschland 83" startet mit Sonja Gerhardt: Das Interview

Am Donnerstag-Abend startet die mit viel Vorschusslorbeeren begleitete neue achtteilige RTL-Event-Serie ‘Deutschland 83’ mit den zwei Shootingstars des Jahres: Jonas Nay und Sonja Gerhardt. Die Ost-West-Spionageserie wurde von der Presse in den USA bereits gefeiert, nun darf man auf die Resonanz hierzulande gespannt sein.

"Deutschland 83" startet mit Sonja Gerhardt: Das Interview

Sonja spielt Annett Schneider,  Jugendliebe und Verlobte von Hauptfigur Martin, die in Kleinmachnow und Martins „altem Leben“ zurückbleibt. Während seiner Abwesenheit als Spion bei der Bundeswehr ist sie es, die sich um Martins Mutter kümmert. Gleichheit, Zusammenhalt und familiäre Werte sind ihr sehr wichtig – sie kann sich mit den Grundpfeilern des Sozialismus identifizieren und sich eine gemeinsame Zukunft mit Martin in der DDR vorstellen. Annett weiß nicht, dass er im Westen als Spion eingesetzt wird. Ihre Überzeugung veranlasst sie auch, sich mit Lenora (Maria Schrader) einzulassen. Die ist Kulturattaché in der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn und überwacht (natürlich) inoffiziell die DDR-Spione des Auslandsgeheimdienstes im Westen…

klatsch-tratsch.de hat mit Sonja Gerhardt geplaudert.

Die neuen RTL-Serie „Deutschland 83“ in der du eine Hauptrolle spielst, handelt vom geteilten Deutschland und dem Kalten Krieg. Wie hast du dich auf das Thema vorbereitet?
Ich habe mich mit Zeitzeugen aus der damaligen DDR getroffen und mir viele Dokus über das Berlin der 80er Jahre angeschaut.

"Deutschland 83" startet mit Sonja Gerhardt: Das Interview

Wurden die Ereignisse damals auch in der Schule thematisiert?
Wir haben in der Schule natürlich auch das Thema ‚Kalter Krieg‘ behandelt, aber leider nicht sehr intensiv. Durch „Deutschland 83“ konnte ich meine Geschichtskenntnisse noch einmal auffrischen und diesen historischen Moment selbst erleben, das war sehr interessant! Vor den Dreharbeiten konnte ich mir nur schwer vorstellen, wie die Stasi früher agiert hat und in wieweit sie in die Geschehnisse verwickelt war. In der Serie werden die damaligen Ereignisse nun spannend nacherzählt und dadurch für viele Menschen in meinem Alter greifbarer. Mich fasziniert an „Deutschland 83“ aber auch, dass ich eine junge Frau spiele, die in einem Alter ist, wie es meine Eltern zu dieser Zeit waren.

Du spielst in der neuen RTL-Serie die junge Lehrerin Annett Schneider aus dem Osten. Was fandst du an der Rolle besonders spannend?
Als ich die ersten Seiten des Drehbuches gelesen habe, wusste ich noch nicht genau, was mit Annett im Laufe der Serie passieren wird. Annett vollzieht jedoch eine große Wandlung, die weder sie selbst noch die Zuschauer anfangs für möglich gehalten hätten. Es war eine großartige Erfahrung Annett zu spielen, da ihre Figur so viele Facetten hat.

Welche Dinge sind für Dich typisch “80er”?
Ich bin ein Kind der späten 80er und mag auch die Musik aus dieser Zeit. Zum Beispiel „99 Luftballons“ von Nena, „Rock me Amadeus“ von Falco oder „Let’s dance“ von David Bowie sind Songs die ich gerne gehört habe. Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie meine Mutter damals im Auto zu „99 Luftballons“ laut mitgesungen hat (lacht).“

Was unterscheidet deiner Meinung „Deutschland 83“ von anderen deutschen Serienformaten?
„Deutschland 83“ kommt vor allem auch international gut an. Die Amerikaner scheinen auf deutsche Konzepte zu stehen. Das hat vielleicht auch etwas damit zu tun, dass in unserer Serie für jeden etwas dabei ist – von Action-Sequenzen über spannende Thriller-Momente bis hin zu romantischen Szenen. Als die Mauer damals fiel, war ich erst 6 Monate alt. Meine Generation hat die Geschehnisse also nicht direkt oder bewusst miterlebt – umso besser ist es, dass sie diese geschichtlichen Momente nun im Fernsehen noch einmal nachempfinden kann.
Die Serie ist inzwischen zu einem internationalen TV-Bestseller geworden und begeisterte Zuschauer und Presse in den USA. Wie fühlt sich das an?
Dass die Serie so gut ankommt ist eine große Ehre und besonderer Druck zugleich. Ich wünsche mir natürlich, dass „Deutschland 83“ dem deutschen Publikum genauso gut gefällt wie dem amerikanischen.

"Deutschland 83" startet mit Sonja Gerhardt: Das Interview

Würdest du dich auch trauen nach Hollywood zu gehen und in den USA durchzustarten?
Natürlich würde ich es mich trauen, mein Glück auch in Amerika zu versuchen. Aber ich wüsste ja gar nicht, was ich da machen sollte. Auf mich hat ja keiner gewartet…(lacht) Ich warte jetzt erstmal ab, wie die Serie hier in Deutschland ankommt.

Vor einem Monat hast du die Dreharbeiten für den ZDF-Dreiteiler „Ku’damm 56“ erfolgreich abgeschlossen. Worum geht es da genau?
Ich spiele eine junge Frau, die mit den Fesseln der damaligen Zeit kämpft und sich daraus befreien will. Für meine Rolle musste ich Foxtrott, Walzer, Slowfox und Rock’n’Roll lernen. Das Tanztraining hat wahnsinnig viel Spaß gemacht! Wenn ich Rock’n’Roll tanze, habe ich das Gefu?hl, dass ich lebendig und voller Kraft bin. Meiner Filmfigur hilft der Rock’n’Roll übrigens, sich von den gesellschaftlichen Zwängen der damaligen Zeit zu befreien. Im nächsten Jahr ist „Ku’damm 56“ dann im ZDF zu sehen!

Das neue Jahr steht schon vor der Tür. Wie wirst du Weihnachten verbringen und hast du schon Pläne für Silvester?
Weihnachten werde ich auf jeden Fall mit meiner Familie verbringen, wie jedes Jahr! Das ist mir sehr wichtig. Silvester feiere ich im privaten Kreis mit meinen Freunden. Darauf freue ich mich schon sehr!

Fotos: AEDT/WENN.com, RTL/Conny Klein