Sonntag, 29. November 2015, 17:56 Uhr

Years & Years: Interview mit Großbritanniens Shootingstars des Jahres

Die Kollegen der BBC haben schon im letzten Jahr den drei Jungs von Years & Years ein erfolgreiches Jahr 2015 prophezeit und sie mit in ihre legendäre „Sound of 2015“-Liste mit aufgenommen. Ihre Songs „King“ und „Shine“ landeten auf Platz eins und zwei der Charts.

Years & Years: Interview mit Großbritanniens Shootingstars des Jahres

klatsch-tratsch.de Autor Dennis hat sich mit den drei Londoner Jungs Mikey Goldsworthy, Emre Turkmen und Frontmann Olly Alexander über Bräuche, Fan-Tattoos und Groupies unterhalten.

Ich habe gelesen, dass ihr eine besondere Beziehung zu Deutschland habt …
Mikey: Das stimmt. Ich habe mal kurz hier in Berlin gewohnt. Das war für ein paar Monate. Ich habe hier aber nichts Tieferes gemacht. Nur rumgehangen. Australier machen so etwas. (lacht) Hier sind wirklich extrem viele Australier.
Olly: Vor vier Jahren haben wir Urlaub hier gemacht. Wir haben bei Freunden von Mikey gewohnt und das war das erste Mal, dass ich hier war. Wir haben die typischen Touri-Sachen gemacht und waren die ganze Woche nur am Feiern. Wir haben viel getrunken und hatten dem entsprechend eine harte Woche (lacht). Wir waren dann noch ein paar Mal hier und haben Shows gespielt.Besonders gefallen uns hier Neukölln und Kreuzberg. Unser Lieblingsort ist der Kanal. Da setzen wir uns im Sommer gerne hin und chillen. Berlin und Deutschland insgesamt ist immer einer unserer Lieblingsorte, wenn es darum geht dort aufzutreten. Es macht immer riesigen Spaß.

Euer Bandname Years & Years klingt ziemlich traditionell. Gibt es Dinge, die ihr Jahr für Jahr macht?
Emre: Ich mache jedes Jahr die selben Fehler. (lacht) Ich fahre jedes Jahr zu Weihnachten bis Neujahr in die Türkei, um meine Familie zu besuchen. Was sich jedes Jahr als ziemlich langweilig erweist.
Mikey: Ich gönne mir zu meinem Geburtstag jeder Jahr eine Zigarre.
Olly: Ach, echt?
Mikey: Ja, das mache ich seit ich 18 bin. Damals hat meine Mutter mir eine geschenkt.
Olly: Nice, ich habe an meinem Geburtstag nur geweint.

Warum? Weil du älter wirst?
Olly: Na, das wird mein zukünftiger Grund.
Emre: Mit jedem Geburtstag kommt man ein Jahr näher an den Tod ran.
Olly: Du weisst ja: „It’s my birthday and i cry if i want to“.

Years & Years: Interview mit Großbritanniens Shootingstars des Jahres

Knapp ein Jahr ist es jetzt her, dass ihr mit „King“ berühmt geworden seid. Habt ihr den Eindruck, dass es dadurch leichter für euch geworden ist, Leute zu daten?
Emre: Für mich nicht, weil ich nicht so bekannt bin. Ich bin hier nur der Synthie-Typ. (lacht)
Ja, aber du kannst sagen: „Hey, ich bin in einer Band!“
Emre: Auch wieder wahr. Da hast du schon recht, aber ich ziehe es vor, es nicht zu erwähnen. Mir ist das immer ein bisschen peinlich das zu sagen und ich will nicht wie so ein Angeber da stehen. Ich glaube, das ist eine sehr britische Einstellung. Ich versuche eher immer das Gespräch davon wegzuleiten.
Olly: Naja, es ist eher so, dass plötzlich mehr Leute Sex mit dir wollen, aber will man das? Mir ist das eher ein bisschen peinlich. Das Ding, was man ja ab und an von anderen Künstlern hört, dass sich Leute an sie ranschmeißen, nur um ihren Fame auszunutzen, hatte ich aber noch nicht. Vermutlich bin ich noch nicht bekannt genug. (lacht)

Ich bin mir aber sicher, dass ihr schon seltsame Fan-Erfahrungen hattet …
Mikey: Im Großen und Ganzen sind unsere Fans echt süß. In Bristol haben wir aber mal eine seltsame Erfahrung gehabt. Wir waren im Taxi und hinter uns ist jemand hergefahren und hat die ganze Zeit gehupt. Als wir dann ausgestiegen sind, ist diese Frau auf mich zugerannt und ich dachte mir erst „Was geht hier vor?“. Sie hat mich dann einfach umarmt und mir ihre rechte Körperseite gezeigt. Sie hat sich wirklich die Unterschriften von uns allen auf diese Seite tätowiert. Sie war zwar echt nett, aber das war schon etwas extrem.

Von wem würdet ihr euch denn die Unterschrift tätowieren lassen?
Emre: Hmh, schwer zu sagen. Nicolas Cage? Spaß!
Olly: Beyonce. So ein kleines Beyonce-Teil auf meinem Arsch wäre sicher ganz süß.

2015 ist ja schon wieder fast rum. Gibt es eine Sache, die ihr euch für dieses Jahr vorgenommen, aber nicht geschafft habt?
Emre: Ich wollte mehr Sport machen und einen richtig guten Körper bekommen.

Ich fürchte das wirst du in den verbleibenden vier Wochen nicht mehr schaffen …
Emre: Na, vielen Dank auch! Aber da hast du schon recht. Das habe ich wohl verkackt für dieses Jahr. (lacht)

Da geht es aber vielen so. Wenn du wüsstest, wer sich das an Silvester alles vornimmt, sich im Fitnessstudio anmeldet und nie hingeht …
Emre: Du sagst es! Wenn du wüsstest wie viel Geld ich schon für Fitnessstudiomitgliedschaften ausgegeben habe. Das ist echt verrückt! Vielleicht sollten wir uns echt einen Personaltrainer/Drill Instructor holen.

Years & Years: Interview mit Großbritanniens Shootingstars des Jahres

Unsere Random-Star-Frage kommt diesmal von Blue …
Olly: Blue, die Boyband?

Jup p…
Olly: Oh, erzähl. Da bin ich ja mal gespannt. (grinst breit)

Also, die Frage lautet: Wenn ihr für einen Tag König der Welt wärt. Welche Gesetzt würdet ihr einführen?
Emre: Wir würden alle nuklearen Waffen abschaffen und freie Bildung für alle einführen.

Apropos Wünsche: Habt ihr schon brav eure Wunschzettel ausgefüllt?
Mikey: Ja, das neue Blue-Album und Tickets für die Reunion-Show. Hmh, nee eigentlich nicht. Weltfrieden wäre toll.
Olly: Ich kann mich nicht erinnern, mir etwas zu Weihnachten gewünscht zu haben seit dem Grundschulalter. Damals wollte ich unbedingt ein Furby.

Dann lasst uns zum Schluss noch kurz in die Zukunft schauen: Was habt ihr für 2016 geplant?
Mikey: Wir gehen nach Japan auf Tour. Mit Blue. (Alle lachen). Nein, Spaß. Wir werden nächstes Jahr sehr viel auf Tour sein: Asien, USA, und hoffentlich auch wieder Deutschland.

Fotos: WENN.com, Universal Music