Donnerstag, 03. Dezember 2015, 10:20 Uhr

Mark Zuckerberg: Das hat er mit seinem Geld wirklich vor

Mark Zuckerberg investiert klug. Gerade hatte der Facebook-Gründer bekannt gegeben, 99 Prozent seines Vermögens (ungefähr 45 Milliarden US-Dollar) in die von ihm und seiner Frau Priscilla Chan gegründete Stiftung ‘Chan Zuckerberg Initiative’ zu stecken, um im Laufe seines Lebens das Geld an Projekte zu vergeben.

Mark Zuckerberg: Das hat er mit seinem Geld wirklich vor

Die sollen sich für Bildung, gegen Krankheiten, für die Vernetzung von Menschen und die Stärkung der Kommunen einsetzen. So vage diese Pläne noch sind, so größer ist der Jubel über dieses offenbar noble Vorgehen. Doch was steckt wirklich dahinter? Bei der genannten Initiative handelt es sich um eine ‘LLC’, eine Familien-Stiftung, die von Zuckerberg selber geführt und kontrolliert wird. Diese Firmenordnung ermöglicht es dem Unternehmer, den Anteilbesitz seiner Facebook-Aktien zu übertragen, um darauf keine Steuern bezahlen zu müssen. Facebook steht bereits lange in der Kritik, denn laut des ‘Schwarzbuches der Markenfirmen’ nutzt das Unternehmen seit Jahren Steuertricks.

Die Gründung einer Tochterfirma in den Cayman Islands und einer in Dublin – einer Steueroase – ermöglicht es Facebook, etwa in Deutschland einen wesentlich geringeren Steuersatz zu zahlen, als sie es als wirtschaftendes Unternehmen eigentlich tun müssten. Damit wiederum entgehen dem deutschen Staat Einnahmen in Millionenhöhe, die gegen Armut eingesetzt werden könnten – gegen die Dinge also, für die Zuckerberg nun spenden will, nachdem er jahrelang Steuertricks angewendet hat, um eben kein Geld zahlen zu müssen.

Die Gründung einer Stiftung ist daher besonders pfiffig, denn sie ermöglicht Zuckerberg, Investitionen zu tätigen, ohne Steuern bezahlen zu müssen. Dass es dabei nicht (nur) um noble Zwecke geht, gibt Facebook in einem ‘Buzz Feed’ vorliegenden Statement zu: “Die ‘Chan Zuckerberg Initiative’ wird ihre Mission verfolgen, Non-Profit-Organisationen zu unterstützen, private Investitionen zu tätigen und an politische Debatten teilzunehmen. (…)” Zuckerberg wird mit seiner eigenen Stiftung demnach nicht nur Steuern sparen können, sondern damit auch mit eigenen Investitionen die Politik beeinflussen, anstatt das Geld an eine bereits existierende Organisation zu spenden, bei der er allerdings keinen Einfluss hätte und seine Macht als Unternehmer nicht ausbauen könnte. Bei Zuckerbergs “Spende” handelt es sich somit keineswegs um eine Spende, sondern zunächst um eine Umlagerung seines Vermögens in eine private Stiftung. Es bleibt in den kommenden Jahren zu beobachten, worin der Milliardär sein Vermögen investieren wird.

Foto: WENN.com