Freitag, 04. Dezember 2015, 22:36 Uhr

Leon Winterscheid steht vor der Millionenfrage bei Günther Jauch. Und nun?

Leon Windscheid, 26-jähriger Kandidat aus Münster, steht direkt vor der Millionenfrage und beginnt so am Montag, 7. Dezember 2015, um 20.15 Uhr die nächste Folge von „Wer wird Millionär?“: Der junge Psychologe ist Partyveranstalter und promoviert jetzt in BWL.

Leon Winterscheid steht vor der Millionenfrage bei Günther Jauch. Und nun?

Bereits in zwei Sendungen hat er sich bis zur 500.000 Euro-Frage hochgespielt und steht am Montag vor der größten Herausforderung seines Lebens, denn er hat keine Joker mehr: Wird er die Millionenfrage auch ohne Hilfestellung richtig beantworten können? Wird Leon, der am Tag nach der Ausstrahlung (Dienstag, 8. Dezember) 27 Jahre alt wird, als Millionär in sein neues Lebensjahr hineinfeiern können?

Zudem musste Leon Windscheid so lange wie noch nie zuvor ein Kandidat bei „Wer wird Millionär?“ darauf warten, dass ihm die alles entscheidende Frage gestellt wird. Die letzte „reguläre“ Sendung lief am 16. November 2015 und endete für Leon nach der richtigen Beantwortung der 500.000 Euro-Frage. Mit seiner humorvollen Art bestritt der Doktorand gleich die komplette Sendung, nachdem er es in der Sendung zuvor (am 9. 11. 2015) kurz vor Ende der Show noch auf den heißen Stuhl geschafft hat und dort bis zur 200 Euro-Frage kam.

Mehr zu “Wer wird Millionär?”: Hier spricht Rekordgewinnerin Nadja aus Dresden

Leon Winterscheid steht vor der Millionenfrage bei Günther Jauch. Und nun?

Nach mehreren Specials („Jackpot-Special“ und zwei „80er Jahre Specials“) geht es für Leon nun am kommenden Montag um Alles! Wenn er die Millionenfrage beantworten kann, wäre er der 14. Millionär in der 16-jährigen Geschichte von „Wer wird Millionär?“.

Im Interview mit RTL erzählte er, wie er sich auf die Millionenfrage vorbereitet hat, warum er auf Psychotricks schwört, und was er mit einer Million Euro anfangen würde, sollte er die Frage richtig beantworten können. Hier ein Auszug!

Waren Sie aufgeregt?
Leon Windscheid: Ich war unendlich aufgeregt! Das wäre glaube ich jeder. Alle Augen der Zuschauer sind auf einen gerichtet. Dazu die ganzen Kameras und Scheinwerfer, das Abwarten, die Auswahlrunde erst knapp verpasst, dann geschafft und plötzlich sitzt man Günther Jauch gegenüber. Man ist dann ganz alleine. Auf dem Stuhl fühlt man sich ein bisschen wie der Gladiator in der Arena. Die Fragen sind die wilden Tiere die einen anspringen und Günther Jauch ist so eine Art „sympathischer Cäsar“. Er macht den Daumen hoch oder runter.

Leon Winterscheid steht vor der Millionenfrage bei Günther Jauch. Und nun?

Welches waren Ihre Psycho-Tricks?
Es gibt eine ganze Reihe Psychotricks, die einen bei „Wer wird Millionär?“ ans Ziel bringen können. Locker bleiben ist für mich die oberste Devise. Da hilft es jemanden mitzubringen, dem man blind vertraut. Bei mir die Freundin. Als Wissenschaftler glaube ich natürlich nicht an den sechsten Sinn oder übernatürliche Kräfte. Aber zu wissen, dass da hinter dir jemand sitzt, der zu dir hält, ist extrem beruhigend. Für andere kann das der Häschen-Schlüsselanhänger von Nicki sein oder ein Talisman in der Hosentasche.
Ein anderer Trick ist lautes Denken. Was im Stillen Kämmerlein unseres Gehirns richtig und sinnvoll erscheint, entpuppt sich schnell als vollkommener Blödsinn, wenn man es laut ausspricht. Bei allen schwierigen Fragen habe ich versucht, meine Gedanken klar und deutlich aufzusagen. Das ist so, als würde man sich selbst abfragen. Stimmt das was du da erzählst, Leon? Habe ich wirklich Ahnung oder spielt mir mein Gehirn vielleicht nur einen Streich? Bei der 500.000 Euro Frage zur „Elo-Zahl“ wusste ich erst nur, dass ich den Begriff sicher schon gehört hatte. Dann bin ich alle Antwortmöglichkeiten einzeln durchgegangen und habe immer wieder mit meinen Erinnerungen laut abgeglichen. Am Ende war ich mir zu knapp 80% sicher, die Elo-Zahl vom Schachspielen zu kennen. Die wackeligen 41 Prozent vom Publikumsjoker haben mir dann gereicht, mich zu entscheiden.

Haben Sie sich wirklich in Unterhose vorbereitet?
Wenn ein Mensch Stress und Aufregung empfindet, wie zum Beispiel bei einem Referat oder einer Rede, kommt es oft zu dem, was wir Psychologen als „Spirale der Angst“ bezeichnen. Man denkt, die Aufregung würde immer schlimmer werden und kein Ende nehmen. Ich bin bei Referaten früher oft ganz rot angelaufen und mir wurde abwechselnd heiß und kalt. Man kann üben, diese Angst in den Griff zu bekommen. Genauso habe ich es für die Show gemacht. Auf einem Stuhl, so ähnlich wie der im Studio, habe ich vor meinen Freunden Fragen in Boxershorts beantwortet. Das ist eine komische, peinliche Situation. Vor Günther Jauch sitzt man natürlich nicht in Unterwäsche, aber wer vorher schon mal Fragen unter Stress, in einer ungewohnten Situation beantwortet hat, ist gegen die Aufregung gewappnet.

Leon Winterscheid steht vor der Millionenfrage bei Günther Jauch. Und nun?

Wie bereiten Sie sich nun auf die Millionenfrage vor?
Als Vorbereitung auf die Millionenfrage werde ich weiter viel lesen. Ich lese ganz viele Zeitungen, Blogs und auch Lexika und Atlanten. Geschichte, Politik, Wirtschaft Kunst und Film finde ich schon immer sehr interessant. Jetzt wo alle Joker weg sind, muss ich wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und auch den Sportteil der Zeitungen lesen, die ‘Bunte’ kaufen und anfangen Schlager- und Popmusik zu hören. Davor graut es mir ein bisschen. Besonders auf den Gebieten Sport, Stars und Sternchen bin ich eine totale Niete. Diese Wissensgebiete reizen mich überhaupt nicht.

Wie wollen Sie Günther Jauch bei der Millionenfrage knacken?
Keiner ist unknackbar. Auch nicht Günther Jauch. Und auch nicht, wenn es um eine Million geht. Ich würde sagen, dass ich ein planender Zocker bin. Wenn ich die Frage irgendwie zu packen kriege, stelle ich mich der Herausforderung!

Was machen Sie sonst so?
Ich arbeite hauptsächlich an zwei Projekten. Mitte nächsten Jahres verteidige ich meine Doktorarbeit (Thema: Vielfalt in Führungsetagen). Wenn man nicht abschreibt [lacht], ist das verdammt viel Arbeit. Ich schreibe jeden Tag, werte Statistiken aus und führe Experimente durch. Auch wenn es immer wieder Rückschläge und Momente gibt, in denen man am liebsten alles hinwerfen würde, forsche ich unendlich gerne. Wissenschaft macht mir großen Spaß. Das zweite Projekt sind die Events, die ich mit meinem Bruder und verschiedenen Partnern in Münster veranstalte. Wir erreichen mit mehreren hundert Veranstaltungen pro Jahr viele zehntausend Studenten. Deko bauen, Flyer entwerfen und manchmal selbst als DJ auflegen ist der perfekte Ausgleich zum kopflastigen Doktorandendasein.

Fotos: RTL/Frank Hempel