Sonntag, 06. Dezember 2015, 18:58 Uhr

Medina: Dänemarks heißester Export ist wieder da

Vier Jahre ist es nun her, dass die deutschen Radiosender Medinas Hits „You & I“ und „Addiction“ auf Heavy Rotation im Musikprogramm fuhren. Aus deutscher Perspektive wurde es dann aber wieder ziemlich ruhig um Dänemarks heißesten Export.

Medina: Dänemarks heißester Export ist wieder da

In ihrer Heimat lief es aber für sie in dieser Zeit rund. Ihre Songs verkauften sich wie geschnitten Brot und preistechnisch konnte Medina alles abräumen, was es da nur abzuräumen gab. 2016 will sie aber auch wieder bei uns durchstarten, hat sie klatsch-tratsch.de-Autor Dennis im Interview erzählt.

Klassikerfrage: Hast du eigentlich eine besondere Beziehung zu Deutschland?
Definitiv. Ich bin mein ganzes Leben schon durch dieses Land gereist. Der Grund dafür war, dass unsere Eltern mit uns immer Campen waren. Dadurch war ich schon wirklich überall. Ihre Campinglust hat uns durch ganz Europa geführt. Mit 18 habe ich aufgehört zu zählen, aber bis dahin sind wir mit dem Auto durch mehr als 23 Länder in Europa gereist.

Hast du ein deutsches Lieblingswort?
Mein Deutsch ist nicht so gut. Ich verstehe es ein bisschen, aber reden kann ich nicht wirklich. Ich habe echt vor, die Sprache zu lernen, allerdings ist die Grammatik übertrieben schwer. Sehr schön finde ich „Auf Wiedersehen“. Das hört sich echt schön an. (lacht)

Im Februar kommt dein neues Album. Lass uns darüber reden …
Es fühlt sich an, als ob es schon seit über 1000 Jahren auf dem Weg ist. Ich bin so was von bereit, das Album endlich mit den Leuten zu teilen. Ich bin für das Album durch die ganze Welt gereist und jetzt natürlich voller Vorfreude. Es beinhaltet von allem etwas. Vor allem stimmungstechnisch. Ich freue mich jetzt auch schon total darauf mit dem Album auf Tour zu gehen. Dort treffe ich sie und sehe, wie sie auf die neuen Songs reagieren. Auf dem Album gibt es ein Lied namens „Jealousy“. Das ist eine Übersetzung von einem Song, den ich letztes Jahr geschrieben habe. Es war ein Song, den ich eigentlich gar nicht geplant hatte. Ich hatte an dem Tag aber Lust, etwas auf dänisch zu schreiben. Das Ergebnis ist dann ein Song geworden, der in diesem Jahr der am meist gespielte Song im Radio geworden ist. Wir haben uns dann dazu entschieden den Track zu übersetzen und noch ein bisschen zu pimpen.

Mein Dänisch ist echt scheiße, deshalb habe ich auch keine Ahnung, worüber du so im Original eigentlich singst. Sind deine Songs 1:1 übersetzt oder sind es dann komplett andere Texte, die halt im englischen zur Musik passen?
1:1 ist es nicht, aber es ist eine Übersetzung, die das gleiche Thema wie die dänische Version behandelt. In „Jealousy“ geht es darum, wie dieses unglaublich hübsche Mädchen an dir vorbeiläuft und du bemerkst wie dein Freund und auch alle anderen im Raum nicht als können als ihr hinterher zu schauen.

Medina: Dänemarks heißester Export ist wieder da

Bist du so der eifersüchtige Typ Frau?
Nein, das ist nur eine Sache, die ich an diesem Tag so geschrieben habe. Ich denke aber, dass alle ab und an mal so einen eifersüchtigen Moment haben und diese extrem hübsche Person beneiden. Und das, obwohl alles, was man hat oder ist, an sich echt vollkommen in Ordnung ist.

Dein Album wird „We Survive“ heißen. Warum?
Für den Titel habe ich mich entschieden, weil egal durch welche Situation du gerade in deinem Leben gehst – du wirst einen Weg heraus finden, Kraft daraus gewinnen und diese Situation am Schluss überleben. Es ist ein starker Titel und es sagt sehr viel über mich und die Dinge, die ich in meinem Leben erlebt habe.

Hast du da eine bestimmte Situation im Kopf?
Ich würde dir gerne eine Geschichte über ein problemloses Leben erzählen, aber ich habe – wie jeder andere Mensch auch – Probleme und mache manchmal dumme Sachen. Ich mache aber auch viele gute Sachen. Ich bin alles in allem ein glücklicher Mensch. Ich finde einfach, der Zeitpunkt passt perfekt für diesen Titel. In den letzten zehn Jahren sind viele Dinge passiert, mit denen ich mich beschäftigen musste. Ich musste mich neu in diesen Situationen finden und als Person annehmen. Ich musste mich auch daran gewöhnen berühmt zu sein. Versteh mich nicht falsch, ich liebe es, aber manchmal kann das auch etwas nervig sein. Du willst am liebsten deine Ruhe haben, Zuhause bleiben, oder einfach mal hässlich sein, in den Supermarkt gehen und dir dummes Zeug kaufen, ohne ständig irgendwelche Bilder machen zu müssen. Ich liebe es mehr, als ich es hasse, aber manchmal ist es hart damit klarzukommen.

Bei deiner Musik ist auffällig, dass sie trotz Tanzbarkeit immer eine gewisse Schwere hat. Deine Texte sind auch oft ziemlich melancholisch. Kann man sagen, dass diese Beschreibung auch auf dich als Person passt?
Ja, ich bin wirklich ein sehr melancholischer Mensch. Ich bin aber auch eine Pop-Songwriterin und so führe ich beides gerne zusammen. So kombiniere ich oft ein melancholisches Thema mit einer uptempo Instrumentalisierung zu einer glücklichen Gesamtkomposition. Auf der anderen Seite feiere ich sehr gerne. Mittlerweile nicht mehr so viel wie früher, aber ich kann schon so richtig auf den Putz hauen. Das ist halt auch immer eine Zeitfrage und davon habe ich sehr wenig mittlerweile.

Du wirst 33. Womit stößt du zu Deinem Geburtstag an: Bier oder Sekt?
Bier mag ich gar nicht. Ich habe es echt ein paar Mal aus Höflichkeit versucht, beispielsweise wenn mir jemand eines angeboten hat. Es schmeckt aber furchtbar.

Dann bist du eher der Champagner-Typ?
Ja, definitiv. Das kann ich eigentlich immer trinken. (lacht)

Was war dein seltsamstes Fan-Geschenk?
Schwer zu sagen. Ich bekomme echt viele Sachen geschenkt. Sehr gut daran finde ich, dass sie meistens essbar sind. Witzig ist, dass wenn ich in einem Interview erwähne, dass ich gerne Chips esse, dass ich den nächsten Tag tonnenweise davon bekomme. Ich habe irgendwo mal erzählt, dass ich Nutella mag und habe dann das ganze Jahr unglaublich viel davon bekommen. Einmal sogar zwei Pakete mit 20 Gläsern drin und einmal so ein Glas mit mehreren Kilos. Das war dann irgendwann echt ein bisschen viel des Guten. Ich meine: Wer isst soviel davon? Ich schaffe im Jahr vielleicht ein Glas. (lacht)

Einige kriegen so ein Glas in einer Nacht runter.
Ich bin eher so die salzige Person. Ich esse viel Chips und Lakritze. Aber das mit der Schokocreme war echt ein bisschen viel.

Welchen Song würdest du singen, wenn bei X-Factor antreten würdest?
„Anytime you need a friend“ von Mariah Carey. Das ist ein unglaublich guter Song. Das war noch bevor sie mit dieser „Butterfly“-Sache angefangen hat. Ich habe mir damals zuhause als Teenager das Herz aus der Seele geschrien. Dieser Song bietet sich dazu echt an. Ich glaube meine Eltern haben mich dafür echt gehasst. (lacht)

Random-Star-Question von Tom Thaler und Basil an Dich: Wie versteckt man sich am besten hinter einer Giraffe?
Vermutlich mit extrem hohen High Heels hinter ihr. Als Pose schlage ich diese Bewegung vor, die Superman macht, bevor er abhebt. (lacht)

Dann darfst du jetzt auch eine Random-Star-Question hinterlassen:
Kennst du noch diesen Song: „What does the fox say?“ Auf diese Frage hätte ich gerne eine Antwort. Über diesen Song habe ich echt viel und herzlich gelacht, weil er doof ist. (lacht)

Fotos: Universal Music