Montag, 07. Dezember 2015, 18:50 Uhr

Tim Oliver Schultz über den Erfolg von "Der Club der roten Bänder"

Heute Abend gibt es ab 20.15 Uhr die letzten Folgen der erfolgreichen VOX-Serie ‘Der Club der roten Bänder’. Der Club steht vor seiner bislang traurigsten und schwierigsten Zeit. Mehr als je zuvor müssen die Freunde zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen.

Tim Oliver Schultz über den Erfolg von "Der Club der roten Bänder"

Als Team versuchen sie, gemeinsam einen Weg zu finden, um mit der schwierigen Situation zurechtzukommen. Doch es geschieht auch noch etwas völlig Unerwartetes und Außergewöhnliches mit Hugo, was den Club in helle Aufruhr versetzt. Die Clique und Hugos Ärzte versuchen mit aller Kraft herauszufinden, wie es zu Hugos wachem Moment kommen konnte. Eine medizinische Erklärung scheint es dafür nicht zu geben. Wird es ihnen trotzdem gelingen, Hugo eines Tages aus dem Koma zu holen? Darüber hinaus spitzt sich das Verhältnis zwischen Emma, Jonas und Leo zu. Für wen wird sich Emma entscheiden? Und auch für Benito ändern sich plötzlich wieder die Vorzeichen.

klatsch-tratsch.de-Serienexpertin Geraldine sprach mit Tim Oliver Schultz (27) über den Erfolg der ersten Staffel, wie es weitergeht und weitere Pläne.

Ihr werdet die zweite Staffel vom Club der roten Bänder drehen. Was sagst Du zu dem Erfolg?
Es ist ziemlich abgefahren. Wir haben während des Dreh schon darüber geredet, dass in Spanien schon die zweite Staffel und in Italien sogar schon die dritte Staffel gibt. Wir dachten uns, es wäre ein Traum wenn das weitergeht. Ich bin bei solchen Sachen immer etwas rationaler. Ich habe es für mich immer so gesehen, dass egal, was passiert, wir hatten eine super Zeit zusammen und durften einander kennenlernen. Ich wollte lieber nicht damit rechnen, dass es eine zweite Staffel gibt. Dass es dann so kam, war um so schöner und hat uns mega überrascht.

Was hat Dich am meisten an der Resonanz berührt?
Gestern habe ich eine Karte an eine Valentina (ein großer Fan, die Red.)  geschrieben. Sie schrieb mir, dass ihr Vater gerade im Krankenhaus liegt und sein Bein amputiert wurde und die Serie verfolgt. Die Figur von Leo dem Kämpfer gibt ihm anscheinend viel Kraft, Motivation und auch Mut durchzuhalten. Das hat mich sehr berührt. Ich spiele ja schon länger, aber ich hatte noch nie so viel positives Feedback. Dafür bin ich sehr dankbar!

Hattest du privat ähnliche Schicksalsschläge wie in der Serie? Hat dir das beim vorbereiten für die Rolle geholfen?
Einer meiner besten Freunde hatte vor ein paar Jahren die Diagnose Krebs, das war sehr hart. Man überlegt, wie man am besten damit umgeht,
ob er vielleicht sogar sterben wird? Ihm geht es zum Glück inzwischen wieder gut, aber das war ein großer Schlag. Letztendlich muss man individuell in die Rolle hinein finden, man kann das nicht ganz übernehmen. Es hat etwas gedauert bis ich in der Rolle von Leo drin war, aber es ist mittlerweile so ein krasses, natürliches Gefühl ihn zu verkörpern und in ihm zu agieren.

Neue Staffel bedeutet, Du musst dich wieder von deinen Haaren trennen! Kollidiert das nicht mit anderen Projekten?
Who knows? Also ich hab noch nichts unterschrieben (lacht). Aber in der 2. Staffel in Spanien ist es so, dass Leo wieder mitspielt und da wird
man seine Haare sehen, so viel kann ich verraten. Andere Filmprojekte sind gerade in Planung. Da muss man jetzt einfach mal schauen und zeitlich gut planen

Tim Oliver Schultz über den Erfolg von "Der Club der roten Bänder"

Was sind deine nächsten Pläne?
Jetzt ist erst mal Winterpause und ich habe Urlaub geplant, da ich schon seit über zwei Jahren keinen mehr hatte. Und dann käme natürlich Vorbereitung für die 2. Staffel.

Wie ist Deine Bilanz für das abgelaufene Jahr 2015?
Ich habe viel gearbeitet und habe trotzdem mehr zu mir gefunden, was auch sehr viel mit dem Thema der Serie zu tun hat. Die Serie hat uns Dankbarkeit und Wertschätzung noch näher gebracht. Ich habe für mich die richtige Mischung aus “quality time”, “me time” und Arbeit eruiert und kann nun sehr optimistisch in das Jahr 2016 starten.

Wie wirst du Weihnachten und Silvester verbringen?
Weihnachten feiere ich mit meiner Familie. Meine kleine Schwester, die gerade in Australien ist, kommt zurück und auch auf meine kleine Nichte freue ich mich sehr! Generell mag ich Weihnachten total. Silvester werde ich wahrscheinlich im Flugzeug verbringen.

Wieso das?
Total doofe Geschichte, ich will unbedingt im Januar nach Neuseeland und habe noch nicht gebucht. Letztens war ich im Reisebüro und habe mich erkundigt, dort wurde mir gesagt, dass ich Monate zu spät bin für einen halbwegs günstigen Flug. Außer am 31. Dezember nachmittags aus
Hamburg.

Tim Oliver Schultz über den Erfolg von "Der Club der roten Bänder"

Hast du Neujahrsvorsätze?
Ich habe keine richtigen Vorsätze. Vielleicht noch bewusster zu unterscheiden zwischen Arbeitszeit und Lebenszeit. Ach ja und ich will meinen Abschluss an der Filmhochschule machen.

Was Deine weiblichen Fans natürlich am meisten interessiert: Bist Du noch zu haben?
Ich würde euch total gern jemanden präsentieren, aber es gibt in der Tat niemanden, den ich derzeit als meine Lebenspartnerin vorstellen könnte.

Wie müsste sie denn aussehen?
Ich stehe auf ganz unterschiedliche Frauentypen. Sie sollte aber auf jeden Fall jemand sein mit der ich viel lachen kann, Scheiße bauen kann, die mir auch mal die Meinung sagt. Ein eigenständiger, selbst denkender Mensch, der eigene Ziele hat und dankbar für die kleinen des Lebens ist. Jemand der zum Beispiel dankbar ist, für ein tolles Frühstück, eine tolle Aussicht oder einen schönen Tag.

Wenn man als Mann auf einmal der totale Mädchenschwarm ist, wie fühlt man sich dabei? Ist das nur positiv?
Ich nehme das ehrlich gesagt gar nicht so wahr. Ich habe auch keinen Fernseher, ich bekomme das ein wenig über Facebook mit, aber weniger als Frauenschwarm, sondern weil viele die Serie toll finden. Da kommen nicht unbedingt Nachrichten wie z.B. “du bist so sexy” oder so. Es ist super
schön, dass es so gut läuft und ankommt, aber ich empfinde keinen persönlichen Hype um meine Person. Ich werde auf der Straße nicht erkannt.

Tim Oliver Schultz über den Erfolg von "Der Club der roten Bänder"

Wäre “erkannt werden” für dich erstrebenswert?
Nein überhaupt nicht, aber wenn man gar nicht erkannt wird als Schauspieler, dann bedeutet das halt meist auch, dass du derzeit nicht so präsent bist im Fernsehen oder im Kino, wär also auch blöd. Meine kleine Schwester fragt mich auch immer, ob ich erkannt werde und findet das total spannend, aber das ist eben nur teilweise so und ist auch der Part der mich am wenigsten interessiert. Man darf das alles nicht zu persönlich nehmen.

Hat man Angst, wenn man die zweite Staffel dreht, dass man nur noch mit dieser Rolle verbunden wird?
Ich habe mir gut überlegt, ob ich es mache oder nicht. Es kam zeitgleich ein Angebot von Hans Weingartner für einen Film in dem ich eine Hauptrolle spielen sollte. Es war immer schon ein Traum von mir, weil wir uns auch schon länger kennen. Da musste ich mich entscheiden, aber es ist so ein Herzensprojekt und berührt so viele Menschen, dass ich es machen musste. Ich wollte unbedingt ein Teil davon sein.

Du warst zwei Jahre in Wien, warum das?
Weil Wien die schönste Stadt der Welt ist. Ich habe zwei Jahre Theater, Film- und Medienwissenschaften studiert. Nebenbei habe ich in Deutschland gedreht. 2011 wurde ich dann in Berlin an der Uni angenommen, an der Filmhochschule. Außerdem bin ich kein all zu guter Student. Beim Sammeln der ECTS-Punkte (Leistungspunkte) war ich sehr nachlässig. Im ersten Semester habe ich sieben Punkte gesammelt, zu erreichen galt es jedoch dreißig. Da musste ich mir eingestehen, dass ich besser zum Praktischen überschreiten sollte und wollte dann Filmproduktion an der Filmhochschule studieren. Aber ich habe meine besten Freunde dort kennen gelernt, hatte eine unglaublich gute Zeit und liebe es sehr immer wieder zurück zu kommen!

Tim Oliver Schultz über den Erfolg von "Der Club der roten Bänder"

Hättest du einen Plan “B” wenn es mit der Film und Fernsehkarriere nicht mehr läuft?
Ich weiß seit ich klein bin, dass ich mich in der Filmbranche am wohlsten fühle, deshalb studiere ich auch Filmproduktion. Das werde ich wahrscheinlich mein Leben lang machen! Ich baue aber auch total gern Möbel, ich habe Tische, Lampen und Schränke gebaut, das macht mir super viel Spaß. Früher wollte ich immer Barkeeper werden, ich dachte, dass wäre das Beste, Cocktails zu mixen, auszuschenken, Ladys zuzuzwinkern (lacht), aber auch das soll ein Hobby bleiben, genauso wie kochen. Auch Kochen mache ich für mein Leben gern…

Was kochst du am besten?
In der Tat habe ich das Zubereiten von Pizza ziemlich professionalisiert. Ich weiß mittlerweile genau, woher ich die verschiedenen Zutaten kriege. Ich brauche ein ganz bestimmtes Mehl, der Teig dauert Ewigkeiten und besondere Tomaten. Ich koche die Tomaten aus, reduziere sie, lasse sie durch ein Sieb und so weiter. Das ist für mich echt ein Ritual und ich koche gerne Thai Curry.

Könntest du dir auch vorstellen ein Restaurant zu eröffnen?
Kein klassisches Restaurant oder Bar, sondern eher so etwas Intimeres. Fünf Tische, ein Gericht welches Pro Tag wechselt. Man bezahlt dafür eine Summe und ich kümmere mich um den Wein und mache zum Beispiel die Pizza und Freunde machen Musik. So etwas kann ich mir vorstellen.

Apropos Musik, fast alle Schauspieler veröffentlichen heutzutage auch Musik. Was ist mit dir?
Ich habe unter anderem für den Kino Film „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ ein paar Lieder aufgenommen. Auch für „Vampirschwestern 2 und 3“. Zu Hause habe ich auch noch meine Bassgitarre stehen. Wenn ich jetzt sagen würde, ich hätte keine Zeit, hört sich das so blöd an. Aber meine Prioritäten sind einfach woanders. Zu Studium, Arbeit, Freizeit, Familie, Sport und Yoga, auch noch Musik rein zu packen, wäre gerade einfach zu viel.

Du machst Yoga? Wie oft?
Naja, fast jeden Tag fünfzehn Minuten nach dem Kaffee und vor dem Sport. Ich bin ein großer Fan von Ritualen.

Fotos: klatsch-tratsch.de/Simon Groth, VOX/Martin Rottenkolber