Samstag, 19. Dezember 2015, 16:37 Uhr

Hip-Hop-Duo Tom Thaler und Basil: Young, hot, sexy

Tom Thaler und Basil sind nicht nur Freunde, sondern rappen auch zusammen. Tom ist für die Texte zuständig, Basil für die Beats. Die Arbeitsteilung funktioniert. So konnten die beiden Newcomer schon mehrere Festivals spielen und hatten im letzten Jahr mit dem „Hier mit dir“-Remix von Robin Schulz einen Achtungserfolg.

Hip-Hop-Duo Tom Thaler und Basil: Young, hot, sexy

Auch so ist ihr Style ein Mix aus nachdenklichem HipHop und Deephouse/EDM-Elementen.  klatsch-tratsch.de-Autor Dennis hat sich mit den beiden vor ihrem Auftritt in der legendären Berghain-Kantine zum Talk getroffen und über „Forrest Gump“, besoffene Fans und ihr anstehendes Album unterhalten.

Kurze Schuhkontrolle: Eure aktuelle Single heißt „Forrest Gump“ und in der gibt es die Textzeile: „Woher wir kommen, wohin wir gehen, das erkennt man an den Schuhen”. Wohin geht’s denn nach der Show? Geht ihr hier gleich ins Berghain oder zieht ihr weiter?
Tom: (lacht) Gute Frage. Es gibt noch keine Pläne.
Basil: Wir wohnen hier gerade bei einem Kumpel und der hat mir ein Bild von einem DJ gezeigt, der dort heute auflegt und ich glaube, ich gehe da eher nicht hin. (lacht)

Dann lasst uns mal direkt über die Single reden. Worum geht es da eigentlich?
Tom: Es geht um das Gefühl ausbrechen zu wollen. Einfach die Sachen zu packen, loszurennen und den Alltag hinter sich zu lassen. Das ist einfach dieses Bock-auf-Leben-haben-Gefühl.

Habt ihr eine besondere Beziehung zu „Forrest Gump“ oder warum habt ihr den Song nach ihm benannt?
Tom: Das ist ganz klar ein toller Film. Zuerst stand der Song und wir haben dann überlegt, wie der Song eigentlich heißen soll. Es gibt darin diese Textzeile: „Ich kann nichts dafür, meine Beine rollen rennen“. Es war sehr naheliegend und zuerst ein Arbeitstitel, aber dann fanden wir es irgendwann cool und sind dabei geblieben.

Dieses Ratlose und ausbrechen wollen, wird ja in ziemlich vielen eurer Songs thematisiert, beziehungsweise dieser Vibe schwingt sehr oft mit. Ist das eine Sache, die euch allgemein sehr beschäftigt?
Tom: Ich glaube, das ist bei mir so ein persönliches Ding. So ein Stück weit immer nicht genau das zu wollen, was man gerade hat. Wenn man wo angekommen ist, dann hat man gleich wieder neue Ideen und andere Verlockungen, die einen ganz schnell wieder losreißen. Oder einfach nie einen strikten Plan A zu haben, nach dem man sich richtet. Es ist vielleicht ein bisschen so, wie ich es in unserem Song „Glückspilz“ sage: „Ich nehme mir einfach das, was kommt. Das, was vorbeifliegt“. Deswegen fühlt man sich manchmal wie ein Fähnchen im Wind.

Warst du schon immer so, oder ist das einfach so eine Phase?
Tom: Wenn man das jetzt so tiefenpsychologisch betrachten will, dann müsste man wohl in meiner Kindheit anfangen. Ich bin in einem Dorf in Bayern aufgewachsen und da wollte ich immer weg. Dieses Gefühl raus und weg zu wollen und irgendwohin zu kommen, wo man etwas erleben kann, hatte ich schon ganz lange. Etwas erleben, das tun wir gerade und das ist schön. Der Plan ist schon mal aufgegangen (lacht).

Hip-Hop-Duo Tom Thaler und Basil: Young, hot, sexy

Mein Eindruck beim Hören eurer Songs: Die Herrschaften sind ganz schön verkopft. Muss man sich das so vorstellen, dass ihr wie Drake ständig im stillen Kämmerlein sitzt und emomäßig über Dinge sinniert oder wie läuft das bei euch ab?
Tom: (lacht) Ich bin tatsächlich so ein verkopfter Mensch, aber nicht zwangsläufig, was meinen Alltag angeht. Ich hinterfrage einfach gerne das Verhalten von Menschen und stelle auch mir die Frage, warum ich Dinge gerade jetzt und so mache, wie ich sie mache. Ich kann manchmal ein bisschen schwer loslassen und einfach nur stumpf Spaß haben. Dafür beneide ich Leute. Dafür denke ich einfach zu viel nach und auch Basil ist ein absoluter Perfektionist. Er denkt sich auch immer voll krass in Sachen rein und will dann auch, dass sie so laufen.

Basil: Man kann schon sagen, dass ich sehr verkopft bin, wenn es um Musik geht. Manchmal schraube ich an einer Snare gerne auch mal drei Stunden, und dann muss das auch so klingen, wie ich es will. Deshalb trifft „Verkopft“ meine Arbeitsweise sehr gut.

Dann bleiben wir mal bei Arbeitsflow: Welche fünf Worte würden in einem Song über eure vergangene Woche garantiert vorkommen?
Tom: Schnuppel (lacht) und Schnorres.

Sind das irgendwelche bayrischen Ausdrücke oder was ist das?
Tom: Nein, das sind einfach so Insider, die entstehen, wenn man so viel zusammenhängt. Wir sind einfach ein bisschen dumm gewesen.
Basil: Adele käme noch dazu. Maggie – das ist das Auto, mit dem wir unterwegs sind. Das hat gleich mal einen Namen bekommen. Sandalien. Ein Mix aus Daniel – unserem Tourmanager – und Sandalen.

Ihr hattet ihm letzten Jahr einen echten Achtungserfolg mit dem Robin Schulz Remix von „Hier mit dir“. Wie kam es eigentlich zu der Zusammenarbeit?
Tom: Das war eigentlich total unromantisch, weil er auch bei Warner unter Vertrag steht und der Typ, der für uns zuständig ist, auch für Robin Schulz zuständig ist. Da war es dann ziemlich naheliegend, als die Überlegung im Raum stand „Hier mit dir“ remixen zu lassen. Robin hat den Song dann gehört, hatte Bock drauf und hat ihn dann auch gemacht. Das war echt total unkompliziert. Eine Woche später war dann auch schon der Remix da. Kennengelernt haben wir ihn dann in Düsseldorf bei seiner MTV Live Session. Ich bin dort auch mit ihm aufgetreten.

Im nächsten Jahr kommt euer Album.
Tom: Wir waren Ende des Sommers in Holland und haben an Songs dafür geschrieben. Dort haben wir auch die erste EP geschrieben.
Basil: Meine Eltern haben dort ein Haus, das fünf Minuten vom Strand weg liegt und da hat man kein Internet, kein gar nichts. Da kann man gut abschalten und kreativ sein. Das haben wir da gemacht.
Tom: Und viel „Scrubs“ geschaut. (lacht) Das waren echt schöne zwei Wochen und wir haben einiges zurückgebracht. Auch viele Ideen, wo es hingehen kann. Immerhin ist das unser erstes Album. Wir haben jetzt aber eine ganz coole Vorstellung davon. So geht es dann auch viel einfacher und vor allem viel schneller. Das Album wird an die EPs anschließen. Es wird eine Mischung aus freshem Sound, der aber auch eine leichte Pop-Attitude mit einfließen lässt. Wann genau es kommt, wissen wir noch nicht.

Und irgendwelche Feature?
Tom: Voll gerne. (lacht)
Basil: Haben wir noch keine am Start, aber wir arbeiten daran. Was ich aber schon sagen kann: Wir werden einen Song auf das Album packen und der ist mit einem Mitglied von Heisskalt.

Hip-Hop-Duo Tom Thaler und Basil: Young, hot, sexy

Random-Star-Question von der Asiate: Wie ist die durchschnittliche Penisgröße eines Asiaten?
Tom: (lacht) Den Asiaten haben wir bei einem Festival erst kennengelernt. Das ist echt witziger Vogel.
Basil: Keine Ahnung. Ohne jemanden diskriminieren zu wollen, werfe ich jetzt mal 15 cm In den Raum. Und was ist es?

Keine Ahnung. Dann hinterlasst mal eure Random-Star-Question an den nächsten Künstler, den wir interviewen.
Basil: Wie versteckt man sich am besten hinter einer Giraffe?

Wer von euch bekommt eigentlich die Groupies?
Beide: Daniel! – Unser Tourmanager. (beide lachen)
Tom: Und unsere Backgroundsängerin. Die schnappt uns all die sweeten Guys weg. (lacht)

Auf welchen Typ Fan könnt ihr verzichten?
Tom: Ich mag ja die nicht so gerne, die zum Saufen kommen. Das sind dann die, die Arm in Arm da rumstehen, saufen und herumschreien.

Trifft man die nicht eher auf Festivals?
Tom: Das stimmt. Das ist meistens der Unterschied zwischen einer eigenen Show und einem Festival. Bei einer Show kommen die Leute, um dich zu sehen. Das kann dir aber als Vorgruppe oder Support passieren, dass du auf Leute triffst, die nicht so wirklich Bock auf dich haben und sich dann mit dem Rücken zu dir auf die Bühne setzen.
Basil: Ja, das passiert oft bei Konzerten, bei denen nicht so wirklich viel los ist. Da setzen sich dann einige Leute immer auf den Bühnenrand.
Tom: Aber eigentlich müssen wir sagen, dass wir auf keinen Fan verzichten wollen. Die sollen einfach zu den Shows kommen. (lacht)
Basil: Jay-Z kann auf Fans verzichten. Wir nicht.

Wie scheiße findet ihr es eigentlich Interviews zu geben?
Basil: Gar nicht.

Fotos: Walter Wim Glöcke/Warner Music