Dienstag, 22. Dezember 2015, 18:38 Uhr

National Enquirer: Das US-Boulevardblatt will Nr.1 in Germany werden

Deutsche Boulevardmedien fokussieren sich offenbar „zu sehr“ auf deutsche Promis – internationale Stars werden anscheinend vernachlässigt. Diese angebliche Lücke will jetzt eine deutsche Ausgabe des US-Revolverblattes ‚National Enquirer’ füllen.

National Enquirer: Das US-Boulevardblatt will Nr.1 in Germany werden

So in etwa die Argumentation des US-Verlags American Media, Inc. (AMI), die damit hierzulande schon am 14. Januar starten möchte. Und das Unternehmen verfolgt auch ehrgeizige Ziele: Das berühmt-berüchtigte Blatt soll nämlich „innerhalb von [nur] 6 Monaten das bestverkaufte Promimagazin in Deutschland“ werden. Und wie will man das erreichen? Die Antwort: Mit einer „mehrere Millionen Dollar schweren Kampagne“ im TV und Internet. Produziert werden soll der laut CEO David J. Pecker „einzigartige Neuzugang“ für den deutschen Markt übrigens aus dem AMI-Headquarter in New York. Es werde aber offenbar auch ein Büro in Frankfurt geben. Alles schön und gut: Nur kann man in zwei Punkten dezent anderer Ansicht sein.

National Enquirer: Das US-Boulevardblatt will Nr.1 in Germany werden

Zum einen gibt es auf dem derzeitigen Boulevardmarkt schon ausreichend Medien, die auch die Geschichten der internationalen Stars abdecken. Zum anderen eilt dem amerikanischen National Enquirer schon seit Jahren der Ruf voraus, nicht gerade als seriösestes Medium zu gelten und vor allem mit reißerischen Storys punkten zu wollen. Böse Zungen könnten jetzt eine Bestätigung in den laut Medienberichten besonders seit fünf Jahren gewaltig sinkenden Käuferzahlen der US-Ausgabe finden. Vielleicht wird aber mit einer deutschen Ausgabe alles anders? Dann müssen jetzt wohl alle vor dem bald „bestverkauften Promimagazin in Deutschland“ zittern…(CS)

Fotos: AMI