Mittwoch, 23. Dezember 2015, 20:52 Uhr

Filmkritik: "Die Peanuts" mit Charlie Brown und Snoopy in 3D

Ihren 65. Geburtstag haben Charlie Brown und Snoopy gerade hinter sich gebracht, da bekommen sie auf der Leinwand ein neues Äußeres verpasst und zeigen sich nun in 3D: Auf “Peanuts”-Fans wartet ein Reigen an Klassikern.

Filmkritik: "Die Peanuts" mit Charlie Brown und Snoopy in 3D

Der gute alte Charlie Brown ist zurück, der liebenswerte Verlierer und ewige Pechvogel. Der Junge mit dem kugelrunden Kopf und einem einzigen Haar auf der Stirn. Der mit dem überaus cleveren und philosophierenden Hund Snoopy. Charlie und Snoopy, die beiden Helden der 65 Jahre alten US-Comicstrips ‘Peanuts’, zieht es 35 Jahre nach ihrem letzten Kinoauftritt wieder auf die Leinwand. ‘Die Peanuts – Der Film’ lässt die weltweit beliebten Figuren aus den legendären Zeichnungen ihres Schöpfers Charles M. Schulz (1922-2000) ab heute in 3D aufleben.

Im Film wünscht sich Charlie Brown einen Neubeginn, als neue Nachbarn einziehen. «Ich hoffe nur, dieses neue Kind hat noch nie von mir gehört. Es kommt nicht oft vor, dass man die Chance auf einen absoluten Neuanfang bekommt», sagt der Junge, der sich wie immer für den größten Versager der Welt hält, und dennoch nicht aufgibt: “Dieses Mal wird alles anders.” Dass so mancher der jüngsten Zuschauer im Kinosaal heutzutage von ihm noch nichts gehört hat, kann sein. Älteren und «Peanuts»-Fans sowieso dürfte indessen vieles aus dem neuen Film sehr vertraut sein.

Nicht nur Charlie und Snoopy, alle der altbekannten Figuren sind dabei: etwa die rechthaberische Lucy, die Charlie Brown gern an all seine Schwächen erinnert, ihr Bruder Linus, der immer seine Schmusedecke braucht oder der kleine gelbe Vogel Woodstock. Schroeder spielt noch immer auf seinem Kinderklavier und verehrt Beethoven, Peppermint Patty wird von ihrer Freundin Marcie nach wie vor ‘Sir’ genannt und Franklin verliert weiterhin kein unfreundliches Wort über seinen Kumpel Charlie. Gesprochen werden die kleinen Vorstadtkinder auch von Kindern – die “Peanuts” kommen wie immer ohne Erwachsene aus.

Verliebt sich Charlie etwa in das Mädchen aus der Nachbarschaft, holt er sich Tipps bei Lucy, die ihm ihre psychologischen Ratschläge wie am Limonadenstand verkauft. Denn seine große Liebe scheint ihm unerreichbar: “Ich bin ein Nichts, und sie ist etwas Besonderes.” Sie – das ist wieder das kleine rothaarige Mädchen. Der von Selbstzweifeln geplagte, aber schwer verliebte Charlie will für sie endlich zum Gewinner werden. Viel selbstbewusster zeigt sich da Snoopy, der das Herz der Pudeldame Fifi erobern will und in seiner Fantasie wieder als tollkühnes Fliegerass seinen Erzfeind, den “Roten Baron”, jagt.

Filmkritik: "Die Peanuts" mit Charlie Brown und Snoopy in 3D

Die Tagträumerei-Sequenzen voller imaginärer Luftabenteuer des Beagles sorgen denn auch für ein wenig Action, besonders herausragende 3D-Effekte aber haben sie nicht zu bieten. ‘Peanuts’-Fans bringt die ansonsten eher dünne Story eine Reihe an Klassikern zurück, weckt bei ihnen aber vielleicht auch Wehmut nach den minimalistischen Zeichnungen, die zu den erfolgreichsten der Comicgeschichte gehören. Unter ‘Peanuts’-Neulingen im Publikum dürften eher die jüngsten Zuschauer Gefallen daran finden und mit Charlie bei seinen alltäglichen Ängsten mitfühlen oder sich über Snoopy und viele Slapstick-Einlagen amüsieren.

Als die “Peanuts” mit dem Tod von Charles M. Schulz im Jahr 2000 beendet wurden, hatte der Comic geschätzt mehr als 350 Millionen Leser, wie im Presseheft berichtet wird. “Über die Jahre haben viele Studios versucht, die ‘Peanuts’ ins Kino zu bringen”, heißt es weiter. “Aber die Familie Schulz winkte regelmäßig ab.” Dass Regisseur Steve Martino (‘Ice Age 4‘, ‘Horton hört ein Hu!’) den Film inszenieren wollte, sei für die Familie des «Peanuts»-Erfinders letztlich entscheidend gewesen.

Filmkritik: "Die Peanuts" mit Charlie Brown und Snoopy in 3D

Schulz’ Sohn Craig verfasste gemeinsam mit seinem Sohn Bryan und dessen Schreibpartner Cornelius Uliano das Skript. “Alle Welt spricht von Charlie Brown als Loser”, sagt Craig Schulz. «Aber in Wirklichkeit ist Charlie Brown ein Sieger, weil er nie aufgibt. Wir alle verlieren häufiger als wir gewinnen – und wer könnte uns das besser vor Augen führen als Charlie Brown?» Die ursprüngliche Idee, den Fokus im Film auf Snoopy zu legen, sei wieder verworfen worden: “Mein Vater hatte dasselbe Problem mit dem Strip” wird Craig Schulz zitiert. “Er war ständig damit beschäftigt, Snoopy zu bändigen!” (Dorit Koch, dpa)

Fotos: FOX