Samstag, 02. Januar 2016, 15:47 Uhr

DSDS: H.P. Baxxter über seinen neuen Jury-Job

Heute Abend startet bei RTL ‘Deutschland sucht den Superstar’ in die 13. Runde. Shooting-Star Vanessa Mai (23, “Wolkenfrei”), Schlagerstar Michelle (43) sowie Scooter-Frontman H.P. Baxxter (51) sitzen neben Dieter Bohlen (61) in der Jury.

DSDS: H.P. Baxxter über seinen neuen Jury-Job

Über seinen neuen Job sprach H.P. Baxxter, der übrigensneuerdings  eine neue, 32 Jahre jüngere Freundin haben soll, mit RTL. Hier Auszüge.

Wie versteht ihr euch in der Jury? Kanntet ihr euch vorher?
Also Dieter kenne ich bestimmt schon 15 Jahre. Wir wohnen ja beide in Hamburg und sind uns auch oft über den Weg gelaufen. Entweder im Nachtleben oder sogar im Urlaub haben wir uns durch Zufall getroffen. Das war immer ein sehr gutes und entspanntes Verhältnis zwischen uns.
Michelle kannte ich natürlich als Sängerin aus dem Fernsehen und so weiter, aber noch nicht persönlich. Und Vanessa kannte ich noch gar nicht. Aber das liegt sicher auch daran, dass es eine ganz andere Musikrichtung ist. Aber ich finde beide auf ihre Art sehr sympathisch. Sie sind ganz verschiedene Typen, aber das harmoniert echt gut. Irgendwie sind wir schon ein bunter Haufen in der Jury. Jeder ist anders und hat so seine Eigenarten. Trotzdem passt es irgendwie.

Kannst du verstehen, dass sich manche Leute so überschätzen und zum Casting kommen und gar nicht wissen, wie sie so singen?
Also bei Vielen frage ich mich wirklich, was geht in diesen Köpfen vor. Wie kommt man auf die Idee, sich ohne jegliches Talent dahin zu stellen. Das ist ja auch manchmal ein bisschen peinlich – auch für den Juror oder für das Publikum, ein bisschen Fremdschämen ist da durchaus dabei. Aber die Kandidaten kommen ja freiwillig, kein Mensch wird gezwungen, sich zu bewerben. Nur bei einigen verstehe ich es wirklich nicht. Vor allem die, die von uns gesagt bekommen, dass sie nichts können, aber trotzdem darauf beharren: „Nein, alle sagen ich kann so toll singen!“ und die gehen dann noch schimpfend aus dem Studio. Das ist für mich wirklich nicht nachvollziehbar.

Mehr: DSDS startet mit Runde 13 – Vanessa Mai im Interview

DSDS: H.P. Baxxter über seinen neuen Jury-Job

Welche Songs wurden denn am häufigsten gesungen? Gab es da einen Hit?
Es gab so einige Songs, die wirklich sehr strapaziert wurden. Von Sarah Connor „Wie schön du bist“ zum Beispiel. Das ist ein guter Song, toller Song, aber wie gesagt, wenn du den zehn Mal am Tag hörst und oft dann auch noch schief gesungen, kann das auch mal nerven. Dann gab es noch einen Song: „Lieblingsmensch“. Den hat Dieter dann verboten. Der durfte nicht mehr gesungen werden, weil es einfach zu viel war. Es gibt ja auch genug andere Songs.

Wie findest du das neue Motto „No Limits“?
Also „No Limit“ spricht mir aus der Seele, das finde ich immer gut. Bei Scooter zum Beispiel ist auch alles ohne Limits. Da haben wir ja auch Sachen gemacht, wo jeder denkt, das passt doch gar nicht zu Techno. Aber ich finde gerade wenn man sich öffnet, können auch spannende Dinge passieren und das ist in einer Casting-Show genauso. Am Ende des Tages sieht man, was funktioniert. Entweder funktioniert die klassische Schiene, dass es wieder ein toller Sänger oder Sängerin aus dem Pop-Bereich wird oder kann auch mal ein Außenseiter oder eine Musikrichtung, die man jetzt nicht vermuten würde, das Rennen machen?

Das Business wird ja immer schwieriger. Was rätst du den Kandidaten nach dem Sieg?
Also wenn ich das jetzt so generell sagen würde, würde ich sagen, macht lieber was anderes. Aber wenn man DSDS gewonnen hat, dann hat man ja schon einen Grundstein gelegt an Aufmerksamkeit. Und dann finde ich, müsste man wie ich knallhart arbeiten und Vollgas geben, weil dann geht es eigentlich erst los. So ist es ja immer. Ich hatte vor Scooter acht Jahre lang eine Band, wo jeglicher Erfolg ausgeblieben ist. Da muss man wie ich schon beharrliches Durchhaltevermögen an den Tag legen und selbstbewusst sein, dass das irgendwann nochmal was wird. Dann hatten wir einen riesen Hit mit „Hyper Hyper“ und ich dachte mir, wenn wir uns jetzt nicht reinknien, dann gehen wir als One-Hit-Wonder Scooter mit „Hyper Hyper“ in die Geschichte ein. Wir haben uns dann im Studio verkrochen und nur noch geackert. Dann haben wir glücklicherweise ein Hit nach dem anderen gelandet. Ich glaube, nur so funktioniert es. Wenn man erstmal einen Grundstein hat, die Aufmerksamkeit und vielleicht das Glück, dass das Album, das dann folgt, auch noch gut läuft: Dann muss man, wie ich, nur noch am Ball bleiben und sich auf gar keinen Fall ausruhen. Das kann man dann irgendwann machen, wenn es nicht mehr läuft.

DSDS: H.P. Baxxter über seinen neuen Jury-Job

Was sind deine neuen Projekte?
Also wir arbeiten schon seit einem Jahr an einem neuen Album, das Anfang Februar erscheint, und ich habe ein sehr gutes Gefühl dabei. Wir wurden natürlich oft unterbrochen, weil wir in diesem Sommer auf sehr vielen Festivals gespielt haben in ganz Europa und bei jeder Menge Shows waren. Das hat viel Spaß gemacht, muss ich sagen. Jetzt steht wieder eine Tournee an Ende Februar/Anfang März in Deutschland, Österreich, Schweiz, dann Russland, England, Skandinavien. Das zieht sich dann so über den nächsten Sommer. Manchmal denke ich, ich sitze in so einem Hamsterrad: Das Jahr ist vorbei und dann fängst du wieder mit voller Wucht von vorne an. Aber es ist mein Leben und ich glaube, wenn es nicht so wäre, würde es mir auch komisch vorkommen.

Und dein Job als Juror ist jetzt mal eine Abwechslung zum Hamsterrad?
Auf jeden Fall. Sagen wir mal so, man kann auch nicht zu viele andere Sachen machen, wenn man so wie ich erfolgreich Musik betreiben will. Aber ab und zu rauszukommen aus diesem Alltäglichen ist nur positiv. Das habe ich immer wieder festgestellt. Ich war ja schon vor ein paar Jahren Juror bei X-Factor und dadurch entstehen neue Impulse, neue Eindrücke, eine andere Betrachtungsweise – auch musikalisch. Man beschäftigt sich ja zwangsläufig auch mal mit musikalischen Musikrichtungen, mit denen man sonst gar nichts zu tun hat. Es ist also auf jeden Fall nur positiv.

Fotos: RTL/Stefan Gregrowius