Sonntag, 10. Januar 2016, 11:58 Uhr

Sorgte Sean Penn für Festnahme von Drogenboss "El Chapo"?

Verhalf Sean Penn zur Festnahme des meistgesuchten Mannes der Welt? Der ‘Rolling Stone’ veröffentlichte nun ein Interview mit Joaquin ‘El Chapo’ Guzmán auf seiner Internetseite – geführt von keinem anderem als dem US-Hollywoodstar.

Sorgte Sean Penn für Festnahme von Drogenboss "El Chapo"?

Zum Beweis lieferten sie ein Foto der beiden, das sie beim Handschlag zeigt. Das Treffen soll schon vor einigen Monaten stattgefunden haben – während der Drogenbaron sich noch auf der Flucht befand. Vergangenen Freitag wurde er nach seinem Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis geschnappt. In dem Interview beschreibt Penn unter anderem, unter welchen abenteuerlichen Umständen das Treffen zustande kam. Die mexikanische Schauspielerin Kate de Castillo, die in der Telenovela ‘La Reina del Sur’ (‘Die Königin des Südens’) selbst eine Drogenhändlerin spielt, vermittelte.

Sie kannte Guzmán wegen eines Filmprojekts über sein Leben. Gemeinsam sprachen Penn und der Chef des Sinaloa-Kartells bei dem Treffen unter anderem über sein Werdegang vom Orangenverkäufer zum Kriminellen und über sein Leben nach der Flucht.

In dem Gastbeitrag schildert Penn die abenteuerlichen Umstände, unter denen sein Treffen mit ‘El Chapo’ zustande gekommen sei. Guzmán habe Fragen zu seinem Aufstieg vom jugendlichen Orangenverkäufer zum berüchtigten Drogenbaron beantwortet, über sein “glückliches” Leben nach der Flucht aus dem Gefängnis gesprochen und die Frage verneint, ob er ein gewalttätiger Mensch sei. “In unserer Gegend gibt es keine Jobs. Die einzige Möglichkeit, um Geld für Essen zu verdienen, ist der Anbau von Opium, Marihuana”, sagt ‘El Chapo’ in dem Videointerview, das er Penn nach dem Treffen schickte. “Ich verteidige mich nur selbst, nicht mehr. Ob ich Streit anfange? Niemals.”

Ob der Ex von Madonna so die Ermittler auf die Spur brachte oder ob sein Interview selbst Teil eines Planes der Polizisten war, ist noch unklar. Er selbst schreibt in dem Artikel: “Ich habe einen glaubwürdigen Hinweis erhalten, dass die [US-Antidrogenbehörde] ‘DEA’ von unserer Reise nach Mexiko wusste.” (Bang, dpa)

Foto: WENN.com