Dienstag, 12. Januar 2016, 16:10 Uhr

Anna Loos über ihre neue Politserie "Die Stadt und die Macht"

Anna Loos könnte es sich nie vorstellen, Politikerin zu werden. Ab heute Abend kämpft die Schauspielerin als Rechtsanwältin Susanne Kröhmer in der ‘ARD’-Mini-Serie ‘Die Stadt und die Macht’ gegenKorruption und Machtspielchen in der Politik.

Anna Loos über ihre neue Politserie "Die Stadt und die Macht"

Im wahren Leben würde die 45-Jährige jedoch nie wie in ihrer TV-Rolle als Bürgermeisterkandidatin antreten, wie sie der ‘Bild’-Zeitung verriet: “Der Job ist erstens wirklich sehr hart. Und Politikerin zu sein, wäre mir total fremd. Ich finde es besser, den Finger hier und da mal in die Wunde zu legen. Schon damit sprenge ich den Rahmen und wäre für den Politikbetrieb untragbar. Keine Partei würde mich wollen.” Die aktuelle politische Situation in Deutschland angesichts der Flüchtlingsdebatte verfolgt die Sängerin mit viel Sorge: “Im schlimmsten Fall wird es einen Rechtsruck geben. Und das fände ich schrecklich. Ich war immer stolz darauf, dass wir in Deutschland im Vergleich zu europäischen Nachbarn eines der wenigen Länder waren, in denen die Rechten nur wenig Kraft hatten. Ich hoffe, dass das auch so bleibt. Und falls nicht, hoffe ich, dass die heute vielleicht noch politikverdrossenen Leute spätestens dann aufwachen.”

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Anna Loos über ihre neue Politserie "Die Stadt und die Macht"

Die Option, nicht wählen zu gehen, kommt für die Musikerin auf keinen Fall in Frage. Als Aushängeschild für eine bestimmte Partei würde sie jedoch nie fungieren wollen: “‘Silly’ wird als Band oft gefragt, ich als Schauspielerin aber auch allein. Ich würde mich ungern für eine einzige Partei engagieren wollen. Ich finde, alle Parteien haben zwei Seiten. Und ich kann mich mit keiner Partei voll identifizieren.”

Über die Serie: Die Hauptperson im Spannungsfeld zwischen der Stadt, dem konkreten Lebensraum, und der Macht, dem abstrakten Spielraum, ist Susanne Kröhmer: Eine Frau, die sich einmischen, die es besser machen will – und die dabei an Grenzen stößt und in Abgründe blickt. Politisch,
aber vor allem menschlich. Genau das ist das Fesselnde an der Serie: Dass sie keine kalte Polit-Intrigen-Story inszeniert, sondern beru?hrende Schicksale, dass sie komplexe Personen hinter Programmen und Parolen sichtbar werden lässt. Was macht die Macht mit uns? Und wie verändert sie diejenigen, die nach ihr streben und sie ausüben?

Anna Loos über ihre neue Politserie "Die Stadt und die Macht"

Die Serie lässt in ihrer engen Verzahnung von Politik und Leben vor allem eines deutlich werden: Politik ist nicht etwas Menschenfernes, gar -feindliches, sie ist zutiefst menschlich, den Menschen in seinem Innersten betreffend. Zoon politikon, so definierte Platon das menschliche Wesen und meinte damit die Fähigkeit, Sorge tragen zu können für eine soziale Gemeinschaft, in der sich der Mensch entfaltet. Was das heute heißt, davon erzählt auf moderne und mitreißende Weise „Die Stadt und die Macht“.

Die Stadt und die Macht – Neue Serie mit 6 Folgen am 12., 13. und 14. Januar 2016, 20:15 und 21:00 Uhr

Fotos: ARD/Frédéric Batier/Montage –