Mittwoch, 13. Januar 2016, 23:25 Uhr

Deutscher Fernsehpreis 2016: "Nackt unter Wölfen" ist bester Film

Der rote Teppich war da, das gewohnte Blitzlichtgewitter auch, ansonsten war alles anders: Denn abgespeckt, mit weniger Pomp, deutlich weniger Aufwand und gar keinen TV-Zuschauern ist die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises über die Bühne gegangen.

dpa-Bilder.Lizenz

Gewinner des Abends: das vielfach ausgezeichnete ZDF, die ARD-Literaturverfilmung ‚Nackt unter Wölfen‚ und die Vox-Serie ‚Der Club der roten Bänder‘ (Foto unten mit den Darstellern amian Hardung, Timur Bartels), die den Alltag mehrerer Jugendlicher in einem Krankenhaus darstellt. „Für uns ist heute Abend ein großer Traum wahr geworden“, sagte ‚Bänder‘-Schauspieler Damian Hardung. Die Serie hatte harte Konkurrenz: Neben ‚Deutschland 83‘ (RTL) war ‚Weinberg‘ (TNT Serie) nominiert. Der Film ‚Nackt unter Wöfen‘ gewann zudem in der Kategorie „Beste Buch“ (Stefan Kolditz)

Der Deutsche Fernsehpreis 2016 wurde in 20 Werkskategorien verliehen. Hinzu kamen noch ein Förderpreis sowie die Ehrung fürs Lebenswerk. Und dies alles in neuem Format: Denn nach heftiger Kritik an der Vergabepraxis war der Fernsehpreis 2015 gar nicht erst verliehen worden. „2015 war ein durchaus besonderes Fernsehjahr – mit einem Schwerpunkt auf den aktuellen politischen Ereignissen, Innovation in den Genres und Bewegung bei den Sendern“, sagte Lutz Carstens, der diesjährige Juryvorsitzender und Chefredakteur des Fernsehmagazins ‚TV Spielfilm‘.

Als „Beste Schauspielerin“ erhielt Ina Weisse (Foto unten), u.a. für ihre Hauptrolle Marie in dem WDR-Fernsehfilm ‚Ich will dich‘ (WDR/ARTE), die Auszeichnung. In der Kategorie „Bester Schauspieler“ wurde Jonas Nay für seine Rolle als junger West-Spion in der international gefeierten und bereits preisgekrönte RTL-Serie ‚Deutschland 83‚ (UFA Fiction) ausgezeichnet.

Aber auch deutsche TV-Comedy und Unterhaltung war preiswürdig: Jan Böhmermanns ‚Neo Magazin Royale‘ (Beste Unterhaltung Late Night), ‚Die Anstalt‘ (Beste Comedy/Kabarett) und ‚Joko und Klaas – Das Duell um die Welt‘ (Beste Unterhaltung Primetime) gingen mit Preisen nach Hause. Die Moderatorin der Preisverleihung, Barbara Schöneberger, erhielt in der Kategorie „Beste Moderation Unterhaltung“ eine Trophäe für ihre Moderation der RTL-Show „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen ALLE“.

In der Kategorie „Beste Talksendung“ ging der wöchentliche Polittalk ‚Menschen bei Maischberger‘ mit Sandra Maischberger als Gewinner hervor. Das Erste strahlt die Sendung mit dem Titel „Maischberger“ seit Januar auf dem neuen Sendeplatz am Mittwochabend aus.

Enthüllungsjournalist Günter Wallraff (73), Ehrenpreisträger in diesem Jahr, zeigte sich zwiegepalten über die Auszeichnung für sein Lebenswerk: „Da erschrickt man erstmal. Ich hatte bislang gedacht, ich hätte mich nicht aufs Altenteil gesetzt.“ Eher enttäuschend dagegen das Abschneiden des historischen Sat.1-Krimis ‚Mordkommission Berlin 1‘ mit Friedrich Mücke: nominiert in sechs Kategorien und ausgezeichnet für Ausstattung und Musik. Stifter des Deutschen Fernsehpreises sind die Senderchefs der ARD, vom ZDF sowie von RTL und ProSiebenSat.1. (dpa/KT)