Donnerstag, 14. Januar 2016, 21:55 Uhr

Dschungelcamp 2016: Hier nimmt der Psycho-Experte die Zwölf auseinander

Am morgigen Freitag geht es wieder los, das Dschungelcamp startet und feiert in diesem Jahr sogar sein Jubiläum. Nach der letzten, quotenmäßig zwar fetten, aber erlebnistechnisch eher schwächelnden 9. Staffel, hofft RTL mit der diesjährigen Kandidatenauswahl wieder ordentlich beim Publikum zu punkten.

Dschungelcamp 2016: Hier nimmt der Psycho-Experte die Zwölf auseinander

Grund genug für Motivationstrainer und Persönlichkeitsexperten Matthias Herzog den 12 neuen Kandidaten mal richtig auf den Zahn zu fühlen! Mit seinem Experten-Wissen über Persönlichkeitsstrukturen kann er jetzt schon prognostizieren, wie sich die einzelnen Kandidaten im Camp schlagen werden.

Die Jubiläumsstaffel von “Ich bin ein Star, holt mich hier raus” hat es in sich. DSDS-Dauerkandidat Menderes, Ex-Kicker Thorsten Legat, TV-Sternchen Jenny Elvers oder auch Schlagersänger Gunter Gabriel gehören zu den Kandidaten für den australischen Dschungel. Da sind Zoff, Lästereien und Tränen vorprogrammiert. Doch welcher Dschungelcamp-Kandidat kann mit wem besonders gut? Wer wird Publikumsliebling? Und wer hat ein Dauer-Abo für die Dschungelprüfungen?

Da sich letztes Jahr viele der C und Z-Promis als „Langweiler“ herausstellten, hat RTL dieses Jahr vorgebeugt und eine ausgezeichnete Kandidatenauswahl getroffen. Viele „Alphamännchen“ / „Alphatypen“ sind an Bord, die für explosive Stimmung sorgen dürften.

Dschungelcamp 2016: Hier nimmt der Psycho-Experte die Zwölf auseinander

Das Dschungelcamp ist ein Phänomen – einerseits Trash, andererseits Bildungsfernsehen. Denn bei keinem TV-Format können wir so viel lernen – über Persönlichkeitstypen und ihr Verhalten in stressigen Situationen. Sogar Professoren schauen mit ihren Studenten das Dschungelcamp, um der grauen Universitätstheorie mehr Farbe zu verleihen. Der Dschungel bietet viel Stoff zum Vertiefen. So wird z.B. im Verlauf der Sendung die Maske abgelegt, die sich Prominente gerne aufsetzen, um für die Medien eine bestimmte Rolle zu spielen. Denn unter Stress – wenig Essen, Wärme, Dauerbeobachtung durch Kameras und 24 Stunden Kontakt mit Campteilnehmern – kommt der wahre Charakter zum Vorschein.

Schauen wir uns einmal an, welche Typen ins Camp ziehen. Matthias Herzog teilt Menschen ihrer Persönlichkeit nach in verschiedene Farbtypen: in rot, gelb, grün und blau. Rote Typen sind sehr dominant, Einzelgänger, Macher und wollen immer gewinnen, also höher, schneller, weiter. Prominente Beispiele, die den „Alphamännchen“-Typ abbilden, sind Ulli Hoeneß, Dieter Bohlen, Madonna. Der gelbe Typ ist der „Sonnenschein“, ein Spaßmacher, Kreativer, gleichzeitig ein Chaot. Promis, die so ticken, sind Ralf Schmitz und Thomas Gottschalk. Der grüne Typ ist die „Mutter der Kompanie“, der Fürsorgliche und Unterstützer. Steffi Graf und Philipp Lahm gehören zu ihnen. Der blaue ist der „Perfektionist“, der Experte, Erbsenzähler und Schnürsenkelbügler, wie eine Angela Merkel oder Jogi Löw. Jeder von uns hat Charaktereigenschaften aller Typen, bei jedem dominieren jedoch ein bis zwei Farben.

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Jenny Elvers ist der Typ „Sonnenschein“ (gelb) – fröhlich, sympathisch. Sie wusste bei Big Brother bereits zu überzeugen. Sie versteht es einerseits die Zuschauer zu unterhalten und gleichzeitig hohe Sympathiewerte einzusammeln. Den Sonnenscheintypen verzeihen wir schnell, nehmen ihnen selten etwas übel, das kommt Jenny zugute. So werden ihr ihre Alkoholeskapaden vom Publikum „vergessen“. Entscheidend wird sein, dass Jenny neues aus ihrem Leben zu berichten hat.

Brigitte Nielsen dürfte wieder weit kommen, jedoch keine Chance auf den Sieg haben. Einerseits ist es ein Vorteil, dass sie weiß, was sie erwartet. Gleichzeitig scheint ihr der Königinnenstatus zu Kopf zu steigen. Brigitte ist der Typ „Alphamännchen“ (rot). Herzog nennt sie bewusst „Männchen“, da sie oft sehr männlich auftritt – dominant, selbstbewusst bis arrogant und herrschend. Sie hält sich für „göttlich“ und sieht sich allen überlegen, ein typischer Charakter von Alphatieren. Das erklärt auch, warum ihre Ehen, u.a. mit Sylvester Stallone, nur kurze Zeit hielten – zwei Alphatiere passen selten zusammen. Ihr heutiger Mann ist das genaue Gegenteil ihrer früheren Beziehungen – zurückhaltend, unterstützend. Diese Ehe hält bereits neun Jahre. Brigittes Arroganz dürfte ihr zum Ende hin viele Sympathiewerte bei den Zuschauern kosten und den anderen in die Karten spielen.

Dschungelcamp 2016: Hier nimmt der Psycho-Experte die Zwölf auseinander

Bei den Männern können es Menderes und Rolf Zacher weit schaffen. Menderes ist eine Mischung aus gelb und grün – eine explosive Mischung, da hier Stimmungsschwankungen zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt alltäglich sind. Der Heulbojenstatus wird ihm zunächst zugute kommen, da er damit für Unterhaltung sorgt, für viel Reibung mit den Camp-Insassen sorgt und das Publikum es liebt, die „Promis“ leiden zu sehen. Damit ist Menderes prädestiniert, gleich als erster in die Dschungelprüfung zu gehen.

Rolf Zacher ist eine Mischung aus „Alphamännchen“ und „Perfektionist“. Er wird sicher die Rolle von Winfried Glatzeder aus 2014 übernehmen, den männlichen Leader im Camp. Zacher hat die Erfahrung aus über 300 Filmen und wird seine Rolle perfekt spielen. Er wird gezielt gegen die Schwächeren sticheln, um für „Reibung“ im Camp zu sorgen. Spannend dürfte werden, wie sich Zacher mit Thorsten Legat verstehen wird. Entweder einigen sie sich, wer der Ranghöhere ist und dann bleibt es relativ friedlich zwischen ihnen oder sie kämpfen „bis aufs Blut“.

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Thorsten Legat ist der Typ „Alphamännchen“ (rot). Er sagt direkt seine Meinung, ohne groß nachzudenken, auch auf die Gefahr hin, andere zu verletzten. Wenn ihm jemand „auf den Keks geht“, schrillen sofort die Alarmglocken. Da sind cholerische Anfälle vorprogrammiert. Das kennen wir von Thorsten auf dem Fußballplatz. Thorsten dürfte fast mit jedem im Camp in Konflikt geraten. Er ist es zwar vom Fußball gewohnt, zu elft auf dem Platz zu stehen, wird im Camp jedoch ziemlich alleine sein. Wie weit Thorsten kommt, hängt davon ab, wie groß seine Fanbase aus Fußballerzeiten ist. Neue Freunde wird er sich bei den Zuschauern sicher nicht machen.

Schlechte Chancen und damit Kandidatin für den ersten „Abflug“ ist Helena Fürst. Fürst ist der Typ „Camp-Mutti“. Sie ist eine liebe nette und setzt sich für die Belange der Schwachen ein. Das macht sie sympathisch, keine Frage. Da sie immer für andere da ist, könnte sie sich selbst schnell vergessen und zu wenig kämpfen. Und wer nicht auffällt und unterhält, fällt weg. Das könnte ihr zum Verhängnis werden. Fürst hat nur Chancen, länger im Camp zu bleiben, wenn sie sich aktiv zeigt und extrovertierter auftritt, als es ihr Naturell ist.

Dschungelcamp 2016: Hier nimmt der Psycho-Experte die Zwölf auseinander

Auch Gunter Gabriel schätzt Motivstionscoach Herzog im Kampf um die Dschungelkrone wenig stark ein. Er ist eine Mischung aus Typ „Alphamännchen“ und „Sonnenschein“, lebt aber den Typ „Sonnenschein“ nur sehr selten aus. Er wirkt oft kühl und reserviert, hält sich gleichzeitig für „Gott“. Dadurch wirkt er wenig sympathisch, eher miesmutig und oft lustlos. Sobald er keine Lust mehr hat, werden wir ihn gar nicht mehr wahrnehmen, sondern nur noch zickig in der Matte liegen sehen.

Der Zickenkampf dürfte dieses Jahr zwischen Sophia Wollersheim und Nathalie Volk ausgetragen werden. Hier ist gute Unterhaltung garantiert. Beide werden mit Ellenbogen kämpfen, um am meisten Aufmerksamkeit zu ergattern. Nathalie ist eine Mischung aus Typ „Alphamännchen“ (rot) und Typ „Perfektionist“ (blau). Sie ist ergebnis- und sachorientiert und wirkt dazu noch beziehungsunfähig. Nathalie fehlt es an sozialer Kompetenz, was bei GNTM schon deutlich wurde. Sie ist unglaublich egoistisch, macht lieber ihr eigenes Ding und akzeptiert keine anderen Meinungen. Einerseits wirkt sie sehr selbstbewusst aufgrund ihrer hohen Rotanteile, gleichzeitig hemmt sie ihre Blaustruktur, der Perfektionismus, der zu Selbstzweifeln führt und sie situativ unsicher wirken lässt. Nathalie Volk wirkt unsympathisch, gleichzeitig sorgt sie für gute Unterhaltung. Die Zuschauer werden sie leiden sehen wollen. Zwischen Menderes und Nathalie wird die erste Dschungelpru?fung entschieden. Oder es müssen sogar beide ran.

Dschungelcamp 2016: Hier nimmt der Psycho-Experte die Zwölf auseinander

Sophia Wollersheim ist der Typ „Sonnenschein“. Sie will wie Nathalie die gesamte Aufmerksamkeit für sich und erhofft sich aufgrund ihrer Schönheitsoperationen diese auch zu erhalten. Das dürfte die ersten Tage funktionieren und gerade mit Nathalie für Zickenzoff sorgen. Die beiden brauchen so viel Aufmerksamkeit, dass wir uns nicht nur auf Spannungen untereinander sondern vor allem auch auf Reibung mit den Campinsassen freuen dürfen. Sophia besitzt jedoch weniger Kampfgeist als Nathalie, so dürfte Sophia als eine der ersten das Camp verlassen.

Bei den Männern ist David Ortega am schwierigsten einzuschätzen. Er ist eine Wundertüte. Entweder fliegt er direkt zu Beginn raus oder kommt sehr weit. Er ist eine Mischung aus „Alphamännchen“ und „Perfektionist“. Sein spanisches Temperament lässt ihn schnell Tacheles reden, wenn ihm etwas nicht passt. Damit könnte er sich direkt die Finger verbrennen, gerade im Wettkampf mit Zacher und Legat und David könnte so viele Sympathien verlieren. Wenn er es jedoch schafft, sein Temperament einzusetzen, um die Schwächeren zu unterstützen, wird ihm das viele Pluspunkte bei den Fans bringen.

Dschungelcamp 2016: Hier nimmt der Psycho-Experte die Zwölf auseinander

Ricky Harris ist der Typ „Sonnenschein“ (gelb), gepaart mit „Camp-Mutti“ (grün). Meist tritt er auf wie ein Teletubbie auf Extasy. Einerseits kann er sehr unterhaltsam sein, gleichzeitig den Zuschauern durch seine extreme Art jedoch auch schnell auf die Nerven gehen. Weit dürfte Ricky nicht kommen. Seine Stimmungsschwankungen aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur dürften dazu führen, dass er sich u.a. zurückziehen wird, wenn er sich nicht gut fühlt.

Der Überraschungsgast ist dieses Jahr Jürgen Milski. Er ist eine Mischung aus „Perfektionist“ (blau) und „Sonnenschein“ (gelb). Diese Persönlichkeitsform ist eher selten, kommt ihm jedoch zugute. Einerseits kommt er mit seiner lockeren Art bei den Zuschauern sympathisch rüber, gleichzeitig wirkt er überlegt und bodenständig. Das hat ihm als Big Brother der ersten Stunde viele Jahre eine erfolgreiche Karriere beschert. Er dürfte einer der wenigen Promis sein, die nicht primär wegen des Geldes ins Camp gehen, denn das hat er als „Erbsenzähler“ und „Schnürsenkelbügler“ (blau) gut angelegt. Für Jürgens finale Platzierung im Camp wird entscheidend sein, wie gut er eine gesunde Mischung aus Unterhaltung, Teamgeist, Besonnenheit und auch mal Diskretion auf den Bildschirm bringt. Seine Authentizität wird ihm sicher nützen. Er ist für den Motivationstrainer ein Kandidat für die Top 3.


Wir dürfen also gespannt sein, wer der zwölf Prominenten die Zuschauer am meisten für sich gewinnen kann und am Ende das Rennen um die Dschungelkrone macht. Nicht die, die am lautesten aufschreien und vermeintlich die meisten Fans haben, gewinnen am Ende. Die Chronik der Dschungelkönige zeigt, dass neben einem guten Unterhaltungswert vor allem eine hohe Authentizität, Ehrlichkeit und Teamfähigkeit am besten bei den Fans ankommt.


ZUM AUTOR: Matthias Herzog ist gefragter Redner und gibt Coachings / Seminare zu Themen rund um Persönlichkeitsentwicklung, Lebensqualität und Leistungssteigerung in Unternehmen, im Sport und an Schulen. Er kann u.a. Referenzen aufweisen wie Bayer, Mercedes Benz, Dr. Oetker, u.v.m.
Bereits drei Bücher veröffentlichte Matthias Herzog, außerdem ist er als TV-Experte bei n-tv, N24 und Vox zu sehen. Auch im Radio fungiert er des Öfteren mit verschiedenen Themen als Experte, u.a. bei Bayern 3, Radio Regenbogen, NDR1.

Fotos: RTL/Stefan Gregorowius., Matthias Herzog. ‚Alle Infos zu ‚Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!‘ im Special bei RTL.de