Donnerstag, 14. Januar 2016, 8:59 Uhr

Quentin Tarantinos "The Hateful 8" ist zu brutal für Amerika

‘The Hateful 8’ ist den Amerikanern zu brutal. Ein konservativer Verband, der sich mit Medienkontrolle beschäftigt, möchte derzeit beweisen, dass der neue Film von Quentin Tarantino die traditionellen amerikanischen Werte untergräbt.

Quentin Tarantinos "The Hateful 8" ist zu brutal für Amerika

Eine US-Organisation zur Medienkontrolle kritisiert den Tarantino-Western nun scharf wegen seiner angeblich ausufernden Gewaltdarstellung. Die Organisation bezeichnet den Streifen unter anderem als ‘Ten Little Indians für Soziopathen und Sadisten’. Der ‘Hollywood Reporter’ zitiert den ‘MRC’-Vizepräsidenten Dan Gainor, der wettert, der Western sei ein Snuff-Film, der 49 brutale Gewaltakte zeige. Dazu zählte er Schießereien, Messerstechereien, eine Hängung, Folter, ungewollter Oralverkehr und mehrere Szenen, in denen Gewalt gegen Frauen glorifiziert werde: “Es gibt 32 einzelne Schießereien – inklusive besonders expliziten Kopfschüssen.”

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Die Firma werde bald ihren Bericht veröffentlichen, in der sie insistiert, gerade Tarantino, der sich für schärfere Waffengesetze einsetzt, sei ein Heuchler aufgrund seines neusten Werkes. “Tarantino ist ein Pornograph der Gewaltdarstellung”, so der ‘MSNBC’ Moderator Joe Scarborough. Gainor machte interessanterweise keine Angaben dazu, ob dies der erste Tarantino-Streifen sei, den seine Mitarbeiter gesehen und bewertet hätten. Der angedrohte Polizei-Boykott gegen den Film, der seit Weihnachten in den amerikanischen Kinos läuft, hat bisher nicht stattgefunden oder ist regelrecht gescheitert. Am 28. Januar startet der Film in den deutschen Kinos.

Quentin Tarantinos "The Hateful 8" ist zu brutal für Amerika

Fotos: Universum