Samstag, 16. Januar 2016, 17:29 Uhr

Das hier sind die 10 größten noch aktiven Rockstars

Der Tod von David Bowie traf viele völlig unvorbereitet. Die Glamrock-Legende war noch einer dieser wenigen Künstler, die mehrere Generationen prägten. Solche Ikonen, zu denen beispielsweise auch Elvis Presley, John Lennon oder Jimi Hendrix gehören, scheinen heutzutage immer rarer zu werden.

Das hier sind die 10 größten noch aktiven Rockstars

David Bowies Tod hat dabei eine weitere große Lücke in die ohnehin immer kleiner werdende Riege der großen Rock- und Popstars gerissen. Es gibt zwar viele Musiker, die durch ein paar schnelle Hits, Skandalauftritte oder reine Nischenpopularität schnellen Ruhm erlangen. Genauso rasch sind diese üblicherweise aber auch wieder vergessen. Echte Stars wie David Bowie, die die Musikwelt über Jahre inspirierten und über dieses ganz gewisse Charisma verfügen, scheinen mittlerweile leider zu einer seltenen Spezies geworden zu sein. Grund genug, um der Frage nachzugehen: Welche (echten) Rockstars hat die Welt heute noch zu bieten? Dabei soll hier angemerkt werden, dass die nachfolgende Liste ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. (CS)

1. Neil Young (70): Der Kanadier (Foto oben) könnte als der unruhige Geist unter den größten Rockern bezeichnet werden. Er schart immer noch gern junge Musiker um sich – wenn er schon nicht mit seiner ebenfalls in die Jahre gekommenen Gitarrenberserker-Band Crazy Horse die Bühne teilen darf, um richtig Krach zu machen. Seinen Durchbruch feierte er vor 45 Jahren mit dem wunderschönen Folksong ‚Heart Of Gold’. In seiner Karriere hat Young öfter die Richtung gewechselt als alle anderen vergleichbaren Top-Musiker – und dabei manch grottenschlechte Platte abgeliefert. Auch in den Vorjahren standen Meisterwerke erratischen Alben gegenüber. Dieser Mann bleibt aber ein bewundernswert sturer Eigenbrötler. Außerdem wirkt er so vital, dass auch die diesjährige Tournee noch nicht die letzte sein dürfte.

2. Paul McCartney (73): Der Beatles-Songwriter hat zuletzt 2013 ein neues Album mit dem Namen ‚New’ veröffentlicht. Und seine Songs klangen tatsächlich auch nicht alt. Auf Tourneen bietet der britische Multi-Instrumentalist ein gut abgehangenes Programm aus Hits der Beatles, der Wings und seinen Solozeiten. Dabei äußert sich die Verehrung der Fans häufig in Tränen der Rührung. Der ewige „Junge aus Liverpool“ hatte nach der großen Liebe zur Fotografin Linda (1941-1998) einige auch öffentlich ausgetragene Probleme mit den Frauenwelt. Seit 2011 ist er aber mit Nancy Shevell (56) wieder glücklich verheiratet. Man gönnt es dem freundlichen Musiker mit den edlen Melodien von Herzen.

3. Mick Jagger (72): Er gilt wohl als der größte Womanizer unter den Rockstars und stellt immer noch alle paar Jahre bei Tourneen mit seinen Rolling Stones Rekorde im Bühnen-Dauerlauf auf. Zusammen mit dem unglaublich belastbaren Gitarristen Keith Richards bildet der Sänger ein Oldie-Duo von beeindruckend ledriger Faltentiefe – und erstaunlicher Fitness. Jaggers Solo-Ausflüge blieben erfolglos, und neue Stones-Platten gibt es nur alle Jubeljahre. Doch diese unverwüstliche Band mit dem charismatischen Frontmann ist längst vor allem ein Live-Ereignis, das weltweit die größten Stadien füllt. Wie McCartney darf sich der einstige Bürgerschreck Jagger inzwischen ‚Sir’ nennen.

4. Bono (55): Endlich auch einer aus der jüngeren Garde, dem das Attribut Rockstar auch auf Dauer zustehen dürfte. Der irische Sänger der Band U2 ist eine Art „Prediger“ der Popmusik (so sieht er sich vor allem wohl selbst). Die Zahl seiner politischen Anliegen ist Legion. Allerdings begeistert und nervt der als Paul David Hewson geborene Bono mit seinen pathetischen Gesten ungefähr genauso viele Menschen. Musikalisch ist der bevorzugt mit Sonnenbrille posierende Frontmann dem gut mitsingbaren Stadionrock zuzuordnen. Da schadet es kaum, dass von U2 nur noch wenig wirklich neue Sounds kommen. Ein kreativer Höhepunkt war – übrigens wie seinerzeit bei Bowie – eine Aufnahmesession aus den Berliner Hansa-Studios, für das Album ‚Achtung Baby’ von 1991.

5. Peter Gabriel (65): Der ehemalige Genesis-Sänger stieg aus, bevor seine Artrock-Studentenband weltweit erfolgreich, aber eben auch ein wenig glatter wurde. Seit Ende der 70er schuf der Engländer ein ambitioniertes, bisweilen sperriges Solowerk, das neben Rock-, Pop- und Weltmusik auch kunstvolle Videos, eindrucksvolle Konzertereignisse und nachhaltiges politisches Engagement, etwa gegen Rassismus und für Menschenrechte, einschloss. In den vergangenen Jahren hat Gabriel leider kaum neues Material produziert. Stattdessen widmete er sich – darin nicht uneitel – der Sicherung seines eigenen Legendenstatus’. Die sporadischen Live-Auftritte des Charismatikers stellen aber immer noch Saisonhöhepunkte dar.

6. Madonna (57): Sie fällt nicht wirklich in den Rockbereich. Aber ganz gewiss kann die Musikerin als der größte und stilprägendste Popstar der vergangenen drei Jahrzehnte bezeichnet werden. Madonna Louise Veronica Ciccone macht Konzerte noch immer zu einem beeindruckenden Aerobic-Workout und einer Reise in verschiedene Welten. Ihre Stimme macht nicht allzu viel her, aber die US-Amerikanerin wusste stets wechselnde Stile und Images, maximales Selbstbewusstsein und Sexyness perfekt zu verbinden. Damit gehört Madonna seit ihren ersten Hits wie ,Like A Virgin’ (1984) zu den erfolgreichsten Pop-Sängerinnen der Welt. Die jüngere Konkurrenz Lady Gaga, Beyoncé, Rihanna oder Taylor Swift wird Mühe haben, diesen Siegeszug zu toppen.

7. Elton John (68): Der britische Sänger, Komponist und Pianist kann mit einem großen Repertoire aufwarten. Das reicht von Balladen über Rocktitel bis hin zu gospelartigen Blues-Nummern. Der als Reginald Dwight in Middlesex geborene Künstler mit der früher riesigen bunten Brillensammlung veröffentlichte seine ersten Solo-Alben ‚Empty Sky’ und ‚Elton John’ in den Jahren 1969 und 1970. Eine unglaubliche Reihe erfolgreicher Alben folgte in den 70ern wie auch den 80ern. Und auch in den weiteren Jahren ging es in seiner Karriere nur weiter bergauf. Wer kann sich nicht an seine Grammy-prämierte Musik für den Disney-Animationsfilm ‚König der Löwen’ erinnern? Seine 1997 neu aufgenommene Ballade ‚Candle in the Wind’ als Andenken an die verstorbene Prinzessin Diana wurde die meistverkaufte Single der Musikgeschichte und brachte ihm erneut einen Grammy ein. Bis heute geht Elton John noch immer regelmäßig auf Tour und füllt problemlos die größten Hallen.

8. Bruce Springsteen (66): Der sympathische US-Rockmusiker kann sich stolz ein 20-facher (!) Grammy-Gewinner rühmen. Er gilt weltweit als wahnsinnig populär und als der kommerziell erfolgreichste Musiker in seinem Bereich. Der Erfolg kam aber erst mit seinem dritten Album ‚Born to Run’ (1975). Seine 1984er-Platte ‚Born in the U.S.A.’ wurde fünfzehn Mal (!) mit Platin ausgezeichnet, wobei sieben Singles daraus es in die Top 10 der Charts schafften. Viele werden ihn auch unter seinem Spitznamen ‚The Boss’ kennen. Der entstand in den 70ern, als Bruce Springsteen seinen Bandmitgliedern nach den Auftritten die Gage bar ausbezahlte. Der Rockmusiker hat in seiner Karriere bereits mit vielen anderen Künstlern wie Donna Summer, Lou Reed, Jerry Lee Lewis und John Fogerty zusammengearbeitet. Bis heute wurden seine Alben über 120 Millionen Mal weltweit verkauft. Kein Wunder dann auch, dass der erfolgreiche Rocker 1999 in die berühmte Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde. Dieses Jahr ist The Boss mit seiner ‚The River’-Tour unterwegs. Ob er damit auch nach Deutschland kommt, ist momentan noch nicht geklärt.

9. Rod Stewart (71): Der erfolgreiche Rock- und Popsänger wollte ursprünglich eigentlich Profifußballspieler werden. Das Schicksal hatte dann aber doch etwas anderes für ihn vorgesehen. Als Sänger der Faces waren die Songs noch vom Blues geprägt. Dieser Einfluss wich aber im Laufe seiner Musikkarriere immer mehr einem weicheren Gesang, bei dem aber immer noch Rod Stewarts raue Stimme das Markenzeichen blieb. Erst mit seinem dritten Album ‚Every Picture Tells a Story’ konnte er sich 1971 als Solokünstler so richtig etablieren. Die Single ‚Maggie May’ sowie das komplette Werk kam in England und den USA auf Platz Eins. Mit seinem berühmten Titel ‚Sailing’ (1975) gelang Rod Stewart schließlich auch in Deutschland sein Durchbruch. Bis heute verkauften sich über 130 Millionen seiner Alben weltweit. 1994 wurde auch er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Bis heute ist der 71-jährige Charmeur quietschfidel auf Tour und bringt die Herzen der Damen in Wallung.

10. Sting (64): Der als Gordon Matthew Thomas Sumner geborene britische Rock-Musiker machte sich seit 1977 als Frontmann der Band ‚The Police’ einen Namen. ‚Roxanne’ und ‚Every Breath You Take’ sind nur einige der genialen Werke, die daraus entstanden. Ab 1978 erreichten mehrere Alben der Gruppe Top-Positionen in den Charts. In den 80ern wurde The Police sogar mit sechs Grammys ausgezeichnet. Ihr letztes gemeinsames Album ‚Synchronicity’ kam 1983 heraus. Mitte 1985 veröffentlichte der 64-Jährige schließlich mit ‚The Dream of the Blue Turtles’ sein erstes Soloalbum. Die erste Auskoppelung ‚If You Love Somebody Set Them Free’ wurde gleich ein riesiger Erfolg. Einen Höhepunkt in seiner Karriere bildet vermutlich auch der Song ‚All for Love’ aus dem Film ‚Die drei Musketiere’, den er gemeinsam mit Bryan Adams und Rod Stewart aufnahm. In Deutschland war dieser fünf Wochen lang an der Spitze der Charts und wurde mit Platin ausgezeichnet. Der rastlose Musiker spielt noch immer gerne auf Open-Air-Konzerten und wird auch dieses Jahr in Deutschland zu sehen sein. (dpa/CS)

Foto: WENN.com