Montag, 18. Januar 2016, 20:44 Uhr

Neu: Gestatten, hier kommt Parson James!

Um hinsichtlich seiner musikalische Zuordnung Mutmaßungen und Missverständnisse zu vermeiden, stellt Parson James selbst von vornherein für seine Musik die Genre-Definition „conflicted Pop Gospel“ zur Verfügung.

Neu: Gestatten, hier kommt Parson James!

Eine Umschreibung, die sich bereits beim ersten Hören als mehr als treffend erweist. Angesichts einer mehr als roughen Kindheit im Süden der USA, geprägt von Rassismus, religiös motivierter Homophobie, Drogenabhängigkeit und häuslicher Gewalt, ist es dabei kaum verwunderlich, dass James‘ Gedanken sich oft mit dem Versuch beschäftigen, eine Sinnhaftigkeit in seiner Vergangenheit zu finden und welchen Einfluss diese auf seine Persönlichkeit hatte.

„Parson ist eigentlich mein Nachname. Der Begriff ‚Parson‘ bezeichnet einen unabhängigen Gemeindepfarrer“, erklärt er. „Er gehört zu keiner Organisation. Die Menschen folgen ihm aus freiem Willen. Und James ist eine Hommage an James Dean, von dem ich las, dass er heimlich bisexuell war. Er tat sich schwer mit seinem Image, sowohl als guter Junge als auch als Rebell gesehen zu werden.”

Weiter erzählte er: “Mir gefiel die Dualität in der Zusammenstellung dieser beiden Namen. Für mich ergibt sich in der Kombination ein Prediger, der hin- und hergerissen ist. Meine Songs sind wie Predigten, also bezeichne ich meine Musik als ‚conflicted Pop Gospel‘.“

Die Single “Temple” (Hitimpulse Remix) hatte ihren Ursprung in einem Moment, als er in der Kirche saß. „Ich dachte: ‚Keiner hier würde mich mögen, wenn er wüsste, wer ich bin‘“, sagt er. „Es ist dieses ‚was-ich-nicht-weiß-macht-mich-nicht-heiß‘-Ding: so lange man seine Klappe hält, ist alles cool. ‚Temple’ handelt davon, auf einer Kirchenbank zu sitzen und fast zu platzen, weil man schreien will: ‚So bin ich! Ich bin dieser Mensch!‘ Ich möchte, dass die Leute ihre Augen aufmachen und aufwachen“.

Parson James war übrigens die Stimme des Kygo-Überhits „Stole The Show“, der im Frühjahr 2015 u.a. Platz eins in Schweden und Norwegen und Platz zwei in Deutschland erreichte. Nach seinem Signing bei Sony Music veröffentlichte der in South Carolina geborene und jetzt in Brooklyn beheimatete Sänger und Songwriter als Einstand zunächst den Track „Sinner Like You“ – nun erscheint die großartige Single „Temple“.

In der Mini-Doku “Sinner Like You” kehrt Parson James zurück nach South Carolina, wo er mit uns auf seine schwierige Kindheit zurückblickt. Unbedingt reinschauen – Video oben)

Neu: Gestatten, hier kommt Parson James!

Fotos: Koury Angelo