Mittwoch, 27. Januar 2016, 16:37 Uhr

Abschied von der CD? Musikindustrie setzt auf Streaming

Angesichts rückläufiger Tonträgerverkäufe (- 4,2% im Vergleich zum Vorjahr) und deutlich steigender Streamingzahlen (+ 96,6 % im Vergleich zum Vj.) setzt die deutsche Musikindustrie verstärkt auf den digitalen Markt.

Abschied von der CD: Musikindustrie setzt auf Streaming

“Streaming wird auf nicht absehbare Zeit der dominierende Vertriebsweg werden. Es gibt keine Alternative dazu“, sagt Bernd Dopp, Europa-Chef des Musikkonzerns Warner Music, im Gespräch mit dem Musikmagazin ‘Rolling Stone’. Seine Branche habe nicht das Internet verschlafen, wie immer behauptet würde, sondern das boomende Konzert- und Festival-Geschäft. “Wir Musiklabels hätten angesichts des damaligen Tonträger-Eldorados das Live-Geschäft nicht anderen überlassen dürfen”, sagt der 60-jährige Musikmanager in der Februar-Ausgabe des Magazins, die am 28. Januar erscheint. Insgesamt sieht Dopp die Entwicklung in der Musikwirtschaft jedoch positiv, denn nach einer langjährigen Talfahrt konnte die Branche im vergangenen Jahr ein solides Plus von knapp vier Prozent verzeichnen – vor allem durch den Zuwachs bei den Streamingangeboten.

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Zudem habe die Musikwirtschaft im Vergleich zu anderen Branchen der Kreativwirtschaft einen entscheidenden Vorteil: “Wir haben ein Exklusivrecht”, so Dopp in dem Magazin. “Die Meldung über die letzte Obama-Rede kann jeder bringen – aber Led Zeppelin gibt es nur bei uns.”

UPDATE: Dopp betont im Gespräch mit dem Blatt aber, dass die CD mit ihrem Marktanteil von gut 70 Prozent nach wie vor ein wichtiges Standbein der Musikindustrie ist. Und: “Wegen des enormen Wachstums des Streaming-Marktes sind wir in Teilmärkten unseres Geschäftes wieder auf dem Weg in die Sechziger. Ganz besonders, wenn es sich um Musik für jüngere Zielgruppen handelt. In den frühen und mittleren Sixties wurden ja im Wesentlichen einzelne Songs verkauft”.

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