Freitag, 29. Januar 2016, 22:14 Uhr

Rebecca Hall: Wo bleiben die "hässlichen Frauenrollen" in Hollywood?

Rebecca Hall fehlt es an “hässlichen Frauenrollen” in Hollywood. Die Schauspielerin mimt in ihrem neuen Film ‘Christine’ die Moderatorin Christine Chubbuck, die in den 70er-Jahren Bekanntheit erlangte, weil sie sich live im Fernsehen eine Kugel in den Kopf jagte.

Rebecca Hall: Wo bleiben die "hässlichen Frauenrollen" in Hollywood?

Auf dem ‘Sundance Film Festival’ stellte sie ihren neuen Streifen vor und verriet gegenüber dem britischen ‘Guardian’, wie sie sich trotz des wenigen Materials, das es von Chubbuck gibt, auf die Rolle vorbereitet hat: “Ich hatte das Gefühl, dass ich dem Drehbuch treu bleiben und immer daran denken muss, dass das ein Kunstwerk ist, dass ich nicht jemanden wiederaufstehen lasse, den es mal gab. Und in dem Zusammenhang den Geist von jemandem einfange, der etwas Tragisches gemacht hat. Ich wollte die Tat nicht glorifizieren, sie nicht in einen makabren, heroischen Akt verwandeln. Es ist vor allem eine Tragödie.”

Rollen wie diese seien in Hollywood eher selten und fänden eher in Independent-Filmen Platz, wie sie weiter erzählte: “Weibliche Rollen können Opfer sein, sympathisch, schmerzhaft, leidend – aber niemals hässlich. Es gibt so viel Angst davor, dass es den Film unbeliebt macht, dass er sich nicht gut verkauft. Ehrlich gesagt, können Männer das die ganze Zeit machen. Es gibt zahlreiche Performances von männlichen Schauspielern, die die ganze Bandbreite an menschlichen Emotionen spielen dürfen. Frauen dürfen das normalerweise nicht und ich weiß nicht, warum die Leute eine solche Angst davor haben.”

Foto: WENN.com