Dienstag, 02. Februar 2016, 11:11 Uhr

Anika Lehmann spielt in "Frau Müller muss weg"

Anika Lehmann ist vom 11. Februar bis 13. Februar 2016 im Stück „Frau Müller muss weg“ im Winterhuder Fährhaus erstmals im großen Theatersaal zu sehen. Bundesweit wurde das Stück letztes Jahr in der Verfilmung von Sönke Wortmann (u.a. mit Anke Engelke) bekannt. klatsch-tratsch.de sprach mit Anika Lehmann (u.a. ‘Rote Rosen).

Anika Lehmann spielt in "Frau Müller muss weg"

Worum genau geht es in dem Theaterstu?ck und was hat dich an der Rolle der Elternsprecherin „Jessica Höfel“ besonders gereizt?
Es geht um einen Elternabend der Klasse 4b. Die Eltern wollen unbedingt, dass ihre Kinder aufs Gymnasium kommen. Dabei kommt es zu einigen Missverständnissen und am Ende ist alles anders, als es zuvor schien. Gereizt hat mich ihre Coolness und taffe Art. Sie weiß genau, was sie will und geht im Zweifel auch über Leichen. Außerdem mag ich die Gegenwartssprache und vor allem die Komik des Stückes sehr.

Welche Erinnerung hast du an deine eigene Schulzeit? Hast du jemals mit dem Gedanken gespielt selbst Lehrerin zu werden?
Meine Schulzeit war witzig. Schon damals habe ich „DSP“ (Darstellendes Spiel) gehabt und es geliebt. Ich war auf einer bilingualen Schule und hatte viele Fächer auf Englisch. Außerdem habe ich an Austauschprogrammen teilgenommen und Praktika im Ausland z.B. in England und Irland gemacht. Dadurch war alles sehr international und das fand ich schon immer toll. Nee, Lehrerin wollte ich nie werden. (lacht) Ich war dann schon froh, als die Schule endlich vorbei war und ich machen konnte, was ich wollte.

Anika Lehmann spielt in "Frau Müller muss weg"

„Frau Müller muss weg“ ist vom 11. Februar bis 13. Februar 2016 im Winterhuder Fährhaus erstmals im großen Theatersaal zu sehen. Kennst du persönlich eigentlich Lampenfieber oder macht es dir nichts aus, vor großem Publikum live zu performen?
Ich liebe es, vor großem Publikum zu spielen, diese Energie ist einfach schön und ganz besonders. Deswegen freue ich mich sehr darauf! Der kleine Saal war damals sehr intim und das Publikum saß zusammen mit uns Schauspielern wie in einem Klassenzimmer. Auch eine tolle Qualität. Die größte Bühne auf der ich bisher stand war letztes Jahr bei den „Störtebeker Festspielen” und das war bei über 8.000 Zuschauern jeden Abend ein atemberaubendes Gefühl. Lampenfieber kenne ich natürlich z.B. bei Premieren. Aber das geht vorbei und kann auch eine unglaubliche Energie freisetzen.

Film oder Theater – stehst du lieber vor der Kamera oder auf der Bühne?
Beides ist toll, auf seine Art. Im Film kann man der Figur durch Kameraeinstellungen ganz nahe kommen und auf der Bühne bin ich immer im Moment und kann von Anfang bis Ende durchspielen. Dabei entsteht eine ganz spezielle Kraft, das mag ich sehr!

Aktuell bist du zusammen mit Ninia Binias im Spot „Aktion Mensch“ zu sehen. Wie waren die Dreharbeiten?
Die Dreharbeiten waren schön – Ninia und ich haben uns gesucht und gefunden. Wir hatten sehr viel Spaß am Set, mit einem tollem Regisseur und einem super Team. Besonders berührend finde ich den Spot „Das erste Mal”, der zurzeit übrigens in den Kinos läuft.

Welche Erfahrungen hast du sonst mit Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung gemacht?
Schöne und spannende Begegnungen, auch kürzlich wieder auf der Weihnachtsfeier von „Aktion Mensch“. Da kommt es auch oft zu witzigen Momenten, wenn man die Behinderung des Anderen vergisst. Zum Beispiel in dem Moment, wo ein hörgeschädigter Kollege vom Tisch aufsteht, um sich eine Serviette zu holen. Ich sehe das und rufe ihm hinterher: „Hey, hier ist eine. Du, guck mal…” Er stand mittlerweile schon mit dem Ru?cken zu mir. Der Rest am Tisch lacht und sagt: „Da kannst Du lange rufen, er hört Dich nicht.” Wichtig ist, dass man sich nicht über Mitmenschen lustig macht – egal ob mit oder ohne Behinderung – sondern gemeinsam miteinander lachen kann.

Anika Lehmann spielt in "Frau Müller muss weg"

Wie engagierst du dich persönlich für Andere?
Ich bin u.a. Patin im SOS-Kinderdorf. Das macht echt Spaß und ich verbringe total gerne Zeit mit den Kids. Ich engagiere mich auch für „Hamburg wird PINK“ und das „Hilfetelefon“. Außerdem setze ich mich für Tiere in Not ein.

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Fotis: Privat, Theater Winterhuder Fährhaus