Donnerstag, 04. Februar 2016, 0:50 Uhr

Filmkritik: "Robinson Crusoe" als lustig-rasanter Kinospaß

Spätestens mit ‘Das magische Haus’ hat Ben Stassen bewiesen, dass er hervorragende Animationsfilme produziert. Nun bringt er ‘Robinson Crusoe’ ins Kino, als Animationsvergnügen in 3D, mit den Stimmen von Matthias Schweighöfer und Cindy aus Marzahn.

Filmkritik: "Robinson Crusoe" als lustig-rasanter Kinospaß

Die Geschichte ist bekannt: Der Seefahrer Robinson Crusoe landet schiffbrüchig auf einer einsamen Insel. Nach und nach richtet er sich mit einfachen Mitteln sein Leben ein. Daniel Defoes Roman wurde schon oft verfilmt. Der Belgier Ben Stassen hat den Stoff nun für Kinder produziert.

‘Robinson Crusoe’ ist ein knallbuntes, rasantes Animationsvergnügen in 3D – erzählt aus der Perspektive der Tiere, die den seltsamen Zweibeiner argwöhnisch beobachten, als er auf ihrer Insel strandet. Wie schon der Kinderfilm ‘Das magische Haus’ bezaubert Stassens neues Werk durch wunderschöne Optik: Liebevoll gezeichnete Charaktere, üppige Landschaften und tolle 3D-Effekte, etwa wenn das mutige und geschickte Chamäleon Carmello seine lange Zunge scheinbar mitten ins Publikum schnellen lässt.

Ziegenbock Zottel stolpert halb blind durch den Urwald, hat aber eine feine Nase fürs Fressen. Süße Mangos und andere Leckereien liebt auch die schwergewichtige Tapirdame Rosie, obendrein ist sie schrecklich ängstlich. Und dann sind da noch der Eisvogel Kiki, das Schuppentier Pango und das Stachelschwein Epi.

Hauptfigur neben Robinson ist der Papagei Dienstag. Er träumt von der fernen Welt jenseits der Insel und ist deshalb schrecklich neugierig, als Robinson und dessen Hund Edgar die Insel betreten. Die anderen Tiere jedoch haben große Angst. Nur mit Mühe kann Dienstag seine Freunde überreden, den Neulingen eine Chance zu geben. Doch der Friede ist bald vorbei. Die räudigen Schiffskatzen Ping und Pong planen einen hinterhältigen Anschlag. So beginnt ein Abenteuer, das äußerst spannend ist, aber ebenso unglaublich komisch, so dass schon Kinder ab etwa fünf Jahren ihren Spaß haben können.

Filmkritik: "Robinson Crusoe" als lustig-rasanter Kinospaß

Dass der Film unter Regie von Vincent Kesteloot (‘Sammys Abenteuer’) so viel Vergnügen bereitet, liegt auch an den Sprechern. Matthias Schweighöfer (‘Der Nanny’) gibt Robinson Crusoe. Comedian Kaya Yanar (‘Agent Ranjid rettet die Welt’) leiht dem Papagei Dienstag seine Stimme, während Dieter Hallervorden als nöliger Ziegenbock Zottel zu hören ist. Besonders amüsant ist wieder einmal die Komikerin Ilka Bessin, bekannt als Cindy aus Marzahn. Sie verkörpert Tapir Rosie, mal besorgt, mal herrlich offenherzig und unverfroren; und immer bereit, ihre starken Pfunde voll und ganz für ihre Freunde einzusetzen.

Reizvoll ist auch, dass nicht Robinson die Insel entdeckt, sondern die Tiere vielmehr die Welt der Menschen erforschen. Die Dialoge sind witzig und pointiert, etwa wenn die Tiere angesichts eines aufziehenden Gewittersturms prophezeien: “Da kommt ein ganz schön dickes Ding auf uns zu”. Und die plumpe Tapirdame Rosie mit trockenem Humor feststellt: «Den Satz habe ich schon öfter gehört». (Cordula Dieckmann, dpa)

Filmkritik: "Robinson Crusoe" als lustig-rasanter Kinospaß

Fotos: Studiocanal