Samstag, 06. Februar 2016, 18:33 Uhr

Cheops-Pyramide: Hier spricht der irre Kletterer Andrej

Der 18-jährige Extremkletterer Andrej Ciesielski aus München bezeichnet sich auf Instagram selbst als „professioneller Träumer“. Und als solcher hat er am 18. Januar etwas Spektakuläres gewagt, nämlich eine illegale Klettertour auf der Cheops-Pyramide in Ägypten! Der Youtube-Hit ist perfekt!

Cheops-Pyramide: Hier spricht der irre Kletterer Andrej

Sein Antrieb dabei: Das spektakuläre Video, das ihn für sein gefährliches Wagnis mehr als entschädigen würde. Auch eine möglicherweise drohende, angebliche dreijährige Haftstrafe konnte den 18-Jährigen nicht schrecken und so machte sich der irre megacoole Kletterer mit einer GoPro-Kamera daran, sein Ziel zu erreichen. Er schaffte es auch bis ganz oben auf die Spitze (140 Meter hoch) und das dazugehörige Video zeigt wirklich beeindruckende Bilder davon. Was er dabei fühlte, drückte er gegenüber dem britischen ‚Telegraph’ so aus: „Es war absolut surreal, oben auf einer der sieben Weltwunder zu stehen und etwas, was ich nie vergessen werde. Ich wollte die ägyptische Kultur am eigenen Leib erfahren und das habe ich definitiv geschafft.“

Wie der Teenager verriet, habe er für die Klettertour etwa acht Minuten benötigt. Dabei hatte er Kopfhörer auf und hörte die ganze Zeit Musik. Doch leider fand seine Begeisterung über das Erreichte jäh ein Ende, als unten schon ägyptische Polizisten auf ihn warteten. Zuerst wollten sie ihn zur deutschen Botschaft bringen aber dann ließen sie ihn kurioserweise wieder frei – ganz ohne Konsequenzen…

klatsch-tratsch.de sprach mit Andrej.

Cheops-Pyramide: Hier spricht der irre Kletterer Andrej

Wie bist du auf die Idee gekommen, da hoch zu klettern? War das spontan?
Mein Hauptziel war nicht die Cheops Pyramide. Eigentlich wollte ich nach Ägypten, um eine neue Kultur kennenzulernen. Die Aktion mit der Pyramide war ganz spontan. Ich habe gesehen, dass dort nicht viel Polizei unterwegs war und habe dann beschlossen hochzuklettern.

Warst du allein? Hat Dich sich keiner aufgehalten?
Ich war alleine in Kairo unterwegs. Zum Glück hat mich keiner aufgehalten. Die Polizei läuft um die Pyramiden herrum. Als sie aus meinem Blickwinkel waren, habe ich angefangen zu klettern.

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Warum hast du Kopfhörer getragen?
Ich habe während des Kletterns Musik gehört, da es mich mehr entspannt und ich die Geräusche um mich herum nicht wahrnehme und mich auf das Klettern konzentrieren kann. Außerdem hat mich die Musik motiviert wenig Pausen zu machen, da es doch schon sehr anstrengend war.

Wie war der Moment als du oben angekommen bist?
Das Gefühl war wirklich sehr schwer zu beschreiben. Ich konnte mich während diesen Minuten oben auf der Pyramide absolut frei fühlen. Auch wenn es verrückt klingt, aber klettern in hohen Höhen entspannt mich und lässt den langweiligen Alltag hinter mir.

Was ist das für ein Metallgestänge da oben?
Das habe ich mich auch gefragt. Offenbar weiß das niemand so genau.

Cheops-Pyramide: Hier spricht der irre Kletterer Andrej

Wie lange warst du oben?
Ungefähr drei bis fünf Minuten. Ich wollte die Polizei nicht noch mehr verärgern, als dass sie es eh schon waren. Die Zeit oben hat sich aber ungefähr wie 30min angefühlt.

Wie war das mit dem Abstieg?
Beim Abstieg habe ich mir Zeit gelassen. Ich wusste ja, dass die Polizei unten warten würde, da ich ja schon ab der Hälfte von der Polizei gesehen wurde. Das Wichtigste für mich war erstmal sicher unten anzukommen.

Gab es strafrechtliche Konsequenzen?
Laut ‘Dail yMail’ hat die Deutsche Botschaft in Ägypten bestätigt, dass ich jetzt ein lebenslängliches Einreiseverbot nach Ägypten bekommen hätte. Informationen dazu wurden mir aber noch nicht persönlich mitgeteilt. Weiter gab es nichts.

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Was sagst Du zu dem „lebenslangen Einreiseverbot“?
Ich kann es hundertprozentig nachvollziehen, wie die Regierung in Ägypten gehandelt hat. Ich habe die Regeln im Land nicht beachtet und muss jetzt mit dem lebenslänglichen Einreiseverbot klarkommen. Ich finde es trotzdem schade, da ich Ägypten immer noch super interessant finde.

Deine Fotos schreiben ja quasi Weltgeschichte. Wie findest du die Reaktion der Medien?
Ich hätte niemals gedacht, dass sich die Geschichte so schnell im Netz verbreiten wird. Was ich ein bisschen blöd finde, dass manche Internetseiten geschrieben haben, dass ich jetzt drei Jahre im Gefängnis sitzen muss. Ich bekomme täglich immer noch sehr viele Nachrichten. Teils nette Nachrichten, aber natürlich auch sehr viel Kritik.

Was war Deine bisher größte Herausforderung?
Ich habe schon einige verrückte Dinge gemacht, aber die größte Herausforderung bis jetzt war auf jeden Fall die Cheops Pyramide. Eigentlich wollte ich in der Nacht auf die Pyramide klettern, habe es aber dann doch tagsüber gemacht, weil die Fotos dann einfach noch einzigartiger werden.

Wo kletterst Du sonst noch herum? Welche Ziele willst du noch in Angriff nehmen?
Am Montag fliege ich nach Shanghai, China. Dort stehen natürlich auch ein paar Gebäude auf meiner Liste. Danach geht es direkt weiter nach Dubai. Weiter Ziele stehen natürlich dieses Jahr auch noch an darunter: Japan, Australien und Südamerika.

Was machst du sonst so?
Im Moment verkaufe ich Bilder und Videos. Nebenbei habe ich noch einen großen YouTube-Gaming-Kanal, den ich zusammen mit einem Freund betreibe. Darüber möchte ich aber keine weiteren Details sagen, aus Schutz vor meiner Privatsphäre.

Fotos: Andrej Ciesielski, ra2 studio/Fotolia