Montag, 08. Februar 2016, 15:20 Uhr

Roger Willemsen ist tot

Der Bestsellerautor und frühere Fernsehmoderator Roger Willemsen ist tot. Dies bestätigten sein Büro in Hamburg und sein Frankfurter Verlag S. Fischer heute. Er wurde nur 60 Jahre alt.

Roger Willemsen ist tot

Willemsen starb demnach am Vortag im Alter von 60 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung in seinem Haus in Wentorf bei Hamburg. Willemsen war im letzten Jahr an Krebs erkrankt und hatte deshalb alle öffentlichen Aufftritte in diesem Jahr abgesagt.

Roger Willemsen gehörte zu den bekanntesten deutschen Intellektuellen. Bekannt wurde er vor allem mit essayistischen Reisebüchern wie ‘Die Enden der Welt’. Mit seinem Buch ‘Das Hohe Haus’ über den Bundestag landete er 2014 einen Bestseller. Dafür hatte er ein Jahr lang das Geschehen im Bundestag von der Tribüne als Zuhörer verfolgt. Im Fernsehen machte sich der Autor vor allem in den 90er Jahren mit der ZDF-Talksendung ‘Willemsens Woche’ einen Namen. Im Schweizer Fernsehen moderierte er den ‘Literaturclub’.

Im Laufe seiner Karriere erhielt er unter anderem den ‘Bayerischen Fernsehpreis’ und den ‘Adolf Grimme-Preis’. Zu den ersten Kollegen, die sich zum Tod Willemsens äußerten, gehörte der Liedermacher Konstantin Wecker, der auf Facebook seine Trauer ausdrückte: “Ich bin erschüttert. Was hatte ich für wunderbare Begegnungen mit diesem warmherzigen, klugen, gebildeten Menschen. Als kurz nach meiner Haftentlassung die meisten Journalisten mit der moralischen Keule auf mich eindroschen, hat er mich, ebenso wie Dieter Hildebrandt, ohne Häme aufgefangen und mir ein Forum in seiner Sendung geboten. Auf der Trauerfeier für Dieter hielt er eine Rede, die allen die Tränen in die Augen trieb. Witzig und scharfzüngig, aber eben auch voll liebevoller Anteilnahme. Ein verlässlicher Freund. Kein deutscher Intellektueller hat diese Gratwanderung zwischen Empathie und scharfzüngiger, stets fundierter Kritik so beherrscht wie er. Uns bleiben nun seine großartigen Bücher. Wir hätten Dich doch gerade in diesen Zeiten, wo Mitgefühl immer mehr als Schwäche gebrandmarkt wird, so dringend gebraucht Roger. Wir vermissen dich.” (dpa/KT/Bang)

Foto: WENN.com