Filmkritik "Dirty Grandpa" mit Zac Efron: Albern, zotig, hanebüchen!

Dienstag, 09. Februar 2016, 23:30 Uhr

Draufgängerischer Großvater trifft auf spießigen Enkel: In der KomödieDirty Grandpa’ geben Robert De Niro und Mädchenschwarm Zac Efron ein ungleiches Paar – und erleben ein Partychaos in Florida.

Filmkritik "Dirty Grandpa" mit Zac Efron: Albern, zotig, hanebüchen!

De Niro scheint sich im Alter am liebsten mit Komödien zu befassen – nun folgt erneut eine: An der Seite von  Zac Efron (der sich auch hier wieder nackig machen muss) spielt der 72-Jährige diesmal einen durchtriebenen Großvater. Dick (De Niro) hat gerade seine Frau beerdigt und wünscht sich, dass sein Enkel Jason (Efron) ihn nach Florida begleitet. Wirklich nah stehen sich die beiden nicht, auch der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig, immerhin will Jason in wenigen Tagen heiraten.

Doch irgendwie klappt es, und die beiden fahren im rosa Mini-Cabrio in den Süden.

Was dann folgt, ist klamaukiges Chaos. Denn Dick möchte als Witwer endlich wieder richtig Spaß haben und landet mit seinem eher braven Enkel in der Partyhochburg Daytona zwischen partywütigen College-Kids. Wettsaufen, Drogeneskapaden und auf die Stirn gekritzelte Penisse gehören dabei noch zu den harmlosesten Ausrutschern des ungleichen Duos.

De Niro gibt den bösen Opa, der als sex-wütiger Draufgänger ohne Hemmungen nicht nur die Nerven seines Enkels herausfordert. Manch ein Zuschauer wird fassungslos auf die Leinwand starren, wenn Robert De Niro immer wieder scheinbar schmerzfrei mit seinen derben Sprüchen unter die Gürtellinie zielt.

Filmkritik  "Dirty Grandpa" mit Zac Efron: Albern, zotig, hanebüchen!

“Ich will ficken, bis die Lunte Funken sprüht”, prahlt er etwa zu Beginn. Und wenn sich Dick dann gegen Ende auf eine junge Studentin stürzt, raunt sie ihm entgegen: “Ich will, dass du mir den BH aufreißt, als sei es dein Rentenbescheid” – das ist von so alberner Zotigkeit, dass man sich immer wieder fragt: Warum bloß hat De Niro bei einem Drehbuch zugesagt, das eine so hanebüchene Geschichte erzählt und sich nebenbei auch noch über Homosexuelle lustig macht? Das gehört zu den größten Rätseln des Films.

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Ganz ohne vermeintliche Moral geht es aber auch bei ‘Dirty Grandpa’ nicht. Denn wenn zwei so ungleiche Figuren aufeinandertreffen, müssen sie sich nach ungeschriebener Hollywood-Regel mit der Zeit annähern und voneinander lernen. So merkt Jason schließlich, dass seine kontrollsüchtige Verlobte doch nicht die Richtige für ihn ist. Und sein Großvater besinnt sich zumindest in den letzten Film-Momenten auf den Wert der Familie.

Ein magerer Erkenntnisgewinn nach quälenden 100 Minuten. (Aliki Nassoufis, dpa)

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Fotos: Concorde