Dienstag, 09. Februar 2016, 20:53 Uhr

Gleis 8 plaudern hier über ihr zweites Album

Harry Potter hat sich ja bekanntlich von Gleis 9 3/4 auf die Reise gemacht. Doch auch von Gleis 8 kann man in beispielsweise in ein (musikalisches) Abenteuer starten. Jetzt ist das neue Album ‘Endlich’ des Pop-Trios da.

Gleis 8 plaudern hier über ihr zweites Album

Musikalisch knüpft die Band dort an, wo sie ihre Reise vor zwei Jahren begonnen hat. Und sollte jemand der Meinung sein die Lead-Stimme von “Gleis 8” irgendwoher zu kennen, dann hat er damit durchaus Recht und beweist Musikwissen, denn die Sängerin von “Gleis 8” ist wahrlich keine Unbekannte.  Unsere Rosenstolz-Musikexpertin Geraldine traf die Band zur Plauderei…

Beim Anhören Eurer Songs, muss ich gestehen, musste ich doch gelegentlich an “Rosenstolz” denken. Das liegt wohl daran, dass du eine sehr markante Stimme hast, was natürlich als Sängerin sehr positiv ist.
Das mit der Stimme lässt sich nicht ändern. Ja, das kommt schon öfters vor, dass Leute das zuerst so empfinden. Aber musikalisch ist es dann doch anders. Das tragende Element bei dieser Musik mit Gesang, ist ja der Gesang und deshalb kann man das gar nicht so richtig abstellen. Wir hätten – glaube ich –  in die Black Metal Richtung gehen sollen, dann wäre der Vergleich vielleicht nicht mehr da gewesen (lacht). Solange wir uns im Bereich der Popmusik bewegen, wir das genannt und das ist auch völlig ok.

Was macht es für Euch anders?
Was es für den Hörer anders macht, muss derjenige selbst sagen. Für uns ist anders, dass es sich um eine Band handelt und verschiedene Einflüsse
zusammen kommen. Ich denke es hört sich auch “bandmäßiger” an. Ob uns das wirklich so gelingt, weiß ich nicht.

Wie habt ihr euch denn zusammen gefunden?
Wir kennen uns alle schon sehr lang.

Aber wie kam es, dass ihr gesagt habt, ihr macht eine Band?
Das machen Musiker ständig, bloß dass sie es dann meistens nicht wirklich durchziehen. Man trifft sich und dann sagt man “also wir
müssten eigentlich auch mal zusammen Musik machen”. Wir haben es dann einfach durchgezogen.

Anna wie lang stehst du schon auf der Bühne?
Um Gottes Willen, ich würde jetzt auf 24 Jahre tippen.

Bist du jemand der dann noch während der Rentenzeit auf der Bühne steht und den man dann schon runter ziehen muss?
(Lachen) Ich hoffe nicht. Also wenn ich nicht mehr alleine stehen kann, will ich das nicht mehr machen. Ich möchte es solange machen, wie es mir Spaß macht.

Gleis 8 plaudern hier über ihr zweites Album

Kannst du dir ein Leben ohne auf der Bühne zu stehen überhaupt vorstellen?
Irgendwann bestimmt, obwohl es natürlich großen Spaß macht. Ich möchte aber nicht jemand sein, der die 1200. Abschiedstournee hintereinander
gibt und dann sagt “jetzt ist wirklich Schluss” und dann ist nach 50 Jahren noch immer nicht Schluss.

Woran glaubt ihr liegt es, dass Musiker oftmals nicht mehr von der Bühne wollen? Ist es das Marketing oder ist das Rampenlicht eine Sucht?
Das ist individuell, es gibt sicher beides.

An welchem Song habt ihr denn am längsten gesessen bei Eurem neuen Album?
Ich glaube “Lied zum Schluss”, der zog sich etwas. Er stand zwar schon instrumental. Wenn man einen Song in einem Fluß fertig macht mit allen
Parts, das kann sehr schnell gehen. Das ganze Thema kann dann sogar schon in zwei Stunden gegessen sein – wenn es gut läuft.

Wie entsteht bei euch ein Song? Trifft man sich gezielt zum Musik zu “machen” oder trefft ihr euch auf ein Weinchen und dann hat irgendeiner eine Idee?
Das mit dem Weinchen ist ein Problem, da wir nicht alle in einer Stadt leben. Wir verabreden uns schon sehr gezielt zum Musik machen und dabei kann man auch gern ein Weinchen trinken oder auch hinter her.

Gleis 8 plaudern hier über ihr zweites Album

Welcher Song ist euer Lieblingssong auf dem Album?
Da gibt es keinen, das ganze Album ist ein Lieblingslied. Es ist ein Gesamtwerk, deshalb sind die Lieder auch drauf. Wir haben mehr Songs produziert, aber für diese haben wir uns dann entschieden.

Wieviel mehr waren es?
Gute Frage, drei auf jeden Fall, denn diese gibt es auf einer Album Deluxe Edition und die haben wir genau so lieb. Bei manchen Songs sind
wir einfach nicht weitergekommen und haben sie dann sein gelassen.

Ihr seid alle schon sehr lange im Musikgeschäft und sicher nicht mehr so beeinflussbar, wie ein Newcomer. Es gibt ja immer so nette Leute von Plattenfirmen, die dass versuchen. Ist das bei euch noch möglich?
Wir hören natürlich immer sehr, sehr gerne auf die Plattenfirma und machen auch alles was sie sagen, denn die haben auch nur gute Ideen (lachen). Konstruktive Vorschläge kann man sich natürlich immer anhören. Wir haben zum Glück genug Freiheit, das man uns machen lässt.

Warum glaubt ihr, habt ihr diese Freiheit? Weil das Vertrauen da ist, dass ihr es sozusagen “könnt”?
Vielleicht, man vertraut uns in den meisten Fällen.

Was plant ihr noch für 2016?
Zu allererst kommt die Single und die Platte raus am 12. Februar und dann gehen wir sofort in die live Vorbereitung. Ab 16. April sind wir auf
Tour.

Dumme Frage: Gibt es eine Frage, die euch noch nicht gestellt wurde, die ihr aber gerne beantworten würdet?
Es hat noch keiner die Frage gestellt wie unser Album heißt, aber das ist glaub ich ein gutes Zeichen, dass alle gut vorbereitet waren.
Vielleicht, welche Haarpflege-Produkte wir verwenden (lachen).

Timo, wie lang brauchst du morgens im Bad für deine schönen Locken?
Timo: Das ist schön, dass du das fragst (lachen). Ich stehe so auf und dann sind die Haare so.
Anna: Und glaub mir, das stimmt. Ungerecht ist das!

Was hört ihr privat für Musik?
Alles mögliche, ganz bunt gemixt.

Fotos: klatsch-tratsch.de/Nicole Kubelka, Caren Detje