Dienstag, 16. Februar 2016, 18:35 Uhr

Elyas M'Barek über seine Liebe zum Dschungelcamp und mehr

Mit ‘Fack Ju Göhte’ hat Elyas M’Barek jetzt schon ein Stück deutsche Kinogeschichte geschrieben. Seither ist er für viele Drehbuchschreiber auf die Rolle des zu bekehrenden Lovers ziemlich festgelegt. Das findet er schade.

Elyas M'Barek über seine Liebe zum Dschungelcamp und mehr

Mit dem 33-Jährigen will nun – wir berichteten – der Bezahlsender Sky darauf aufmerksam machen, dass er mehr zu bieten hat als Fußball – zum Beispiel Kino und Serien. Mit der Deutschen Presse-Agentur hat M’Barek in München über beides gesprochen – und über Pläne für ‘Fack Ju Göhte 3’.

Was schauen Sie selbst im Kino?
Alles, was mich interessiert. Ich schaue auch gerne Dokumentarfilme im Kino. Ich mag gerne Programmkinos und genau so die Multiplexe mit den richtigen Blockbustern. Ich gucke alles querbeet, aber wirklich viel. Kino ist nach wie vor ein Erlebnis für mich.

Und für was schalten Sie den Fernseher ein?
Dschungelcamp! Ich finde es zwar toll, dass man inzwischen Dinge aufnehmen und auf Stopp drücken kann. Beim Fernsehen ist das aber irgendwie nicht dasselbe Erlebnis. Das ist vergleichbar mit jemandem, der ein aufgezeichnetes Fußballspiel guckt. Dschungelcamp habe ich immer versucht, live zu gucken.

Sie sind großer Serien-Fan, Ihre eigenen Erfahrungen als Serien-Schauspieler liegen aber schon etwas zurück. Hätten Sie Lust, das noch einmal zu machen?
Ich hab damals mit ‘Türkisch für Anfänger’ angefangen, und das war für die Zeit total wichtig für mich. Nur durfte ich im Laufe der Jahre immer mehr machen und bin jetzt halt im Kino angelangt. Kino ist nach wie vor Champions League, auch wenn es unfassbar gute Serien gibt und dieser neue Serientrend nicht zu verachten ist. Es gibt da für mich keine Qualitätsunterschiede in dem Sinn. Es ist aber für mich als Schauspieler wahrscheinlich immer interessanter, einen Film machen zu dürfen als Episoden.

Was sind Ihre neuesten Pläne?
Ich werde einen Film mit Simon Verhoeven drehen – eine witzige Komödie mit sehr toller Besetzung. Aber inhaltlich möchte ich mich da noch ungern äußern.

Sie haben sich in letzter Zeit auf Komödien spezialisiert. Fühlen Sie sich in dem Genre wohl, oder denken Sie manchmal, es wäre an der Zeit, einen Serienkiller zu spielen?
Die Frage ist ja auch immer, ob man so etwas angeboten bekommt. Ich habe in den letzten Jahren gar nicht so viel gedreht. Es war alles dabei, aber die Gewichtung war eher mehr Komödie als Drama. Die Komödien werden aber auch stärker wahrgenommen und erreichen ein größeres Publikum. Meine Erfahrung ist, dass es mehr gute Komödien-Drehbücher gibt als gute Dramen, die dann wirklich für das Kino geeignet sind. Oft sind es dann doch nur bessere Fernsehfilme. Ich glaube, dieser Spagat ist noch nicht so wirklich vorhanden – und darum mache ich jetzt auch wieder eine Komödie.

Was sind für Sie die Unterschiede zwischen Kino- und Fernsehfilmen?
Beim Fernsehen kann der Zuschauer jederzeit wegklicken, kann sich umentscheiden und doch lieber Fußball schauen. Kino ist wirklich eine bewusste Entscheidung, und die Leute bezahlen dafür. Ich finde es vermessen zu sagen, man macht einen Kinofilm, zieht den Leuten acht bis zehn Euro aus der Tasche und unterhält dann nicht. Man muss dem Zuschauer im Kino wirklich was liefern. Es gilt nicht für alle Kinofilme und nicht für alle Fernsehfilme, aber ich glaube, dass Kinostoffe einzigartig sein müssen.

Wenn Sie von der Verpflichtung für das Publikum sprechen – wie wichtig ist es Ihnen, dass «Fack Ju Göhte 2» wieder mehr als sieben Millionen Zuschauer hatte?
Es wäre total vermessen, einen Film zu machen, der etliche Millionen kostet und dann im Vorfeld schon davon auszugehen, dass nur 5000 Leute ihn sehen. Das ist ein Verrat an allen, die investiert haben und an der Filmförderung. Die Produzenten haben jetzt übrigens am Samstag erst die Fördersumme zurückgezahlt. Ich will unterhalten – das ist zumindest mein Anspruch, wenn ich diese Art von Filmen mache.

Dieser Hype um ‘Fack Ju Göhte’, macht der Ihnen manchmal Angst?
Angst nicht. Es ist eher beunruhigend. Man denkt sich so: warum? Es ist zum einen total erfreulich und schön, dass Leute einen sehen wollen, mit dieser Marke so viel anfangen können und Spaß haben mit den Filmen, aber man selbst denkt die ganze Zeit: Das ist total absurd. Man kann es selber natürlich überhaupt nicht nachvollziehen.

Wie weit sind Ihre Überlegungen für einen möglichen dritten Teil gediehen?
Das ist eine Frage, die ich absolut Bora Dagtekin überlassen werde, dem Regisseur und Autor. Ich habe ihm schon vor Monaten signalisiert, dass ich dabei bin, wenn er das machen will – und dass ich auch gern dabei bin, wenn er was anderes machen will. Ich bin für alles offen.

Interview: Britta Schultejans, dpa. Foto: WENN.com