Mittwoch, 17. Februar 2016, 23:21 Uhr

Adiam: Das nächste große Ding aus Schweden?

Jetzt schon wird Adiam in den Medien von England über Frankreich bis Skandinavien als Geheimtipp und als “das nächste große Ding” gehandelt. Lange gab es keine Künstlerin ihres Formates mehr. Ausgestattet mit Persönlichkeit und Integrität.

Adiam: Das nächste große Ding aus Schweden?

Eine Frau, die es mit jeder Faser ihres Körpers liebt und lebt, Musikerin zu sein. Die 23-jährige eritreisch-schwedische Sängerin und Songwriterin hat einen kompromisslos eigenen Sound kreiert, ihre persönlichen und düsteren Texte werden perfekt in Szene gesetzt von Dave Siteks (TV On The Radio, Yeah Yeah Yeahs, Santigold, Little Dragon uvm.) experimenteller Produktion und meisterhaften Arrangements. Gemeinsam haben sie eine melancholische und einzigartige Klangwelt erschaffen, die gleichzeitig fragil und unvorhersehbar erscheint.

Stilistisch bewegt sich Miss Dymott, die ihren Durchbruch in ihrer Heimast schon 2009 hatte, auf ihre eigene Art zwischen Hip-Hop, Rock und Soul – mit jeder Menge elektronische Einflüsse.

„Quiet Desperation“ ist einer der Vorboten zu Adiams Album „Black Wedding“, das im Sommer erscheinen wird, und schon die Opening Line bleibt hängen: „I know that you’ve been fucking. Everybody knows.“ Was folgt ist eine kraftvolle, gleichzeitig melancholische Up-Tempo-Nummer. Während der Sound schnell und packend ist, geht es in den Texten um recht komplexe Emotionen. Adiam bezieht sich dabei auf ein Zitat des amerikanischen Poeten und Philosophen Henry David Thoreau (“Die Mehrheit der Menschen führen ein Leben in stiller Verzweiflung”), wenn sie offen und unverschnörkelt ihre Gefühle beschreibt, es geht um Schmerz und Verzweiflung („Can’t hide my desperation. Don’t want the world to know“.), aber auch Selbstvertrauen („It never was my decision to cut you open and watch you bleed“). Es ist diese einzigartige, authentische Art der Interpretation, Adiam zeigt sich tough und gleichzeitig aber auch sehr verletzlich – die eben diesen Song zu etwas ganz besonderem macht.

Foto: Marek Polewski