Voxxclub im sehr intimen Interview: Das neue Album ist da

Samstag, 20. Februar 2016, 18:03 Uhr


Die Nummer 3 wird ganz sich eine Nummer 1. Denn das dritte Album des Voxxclub hat die wichtigste Voraussetzung, die es braucht, um durch die Decke zu gehen: Es fetzt über alle musikalischen Grenzen und kümmert sich nicht um irgendwelche Konventionen.

Voxxclub im sehr intimen Interview: Das neue Album ist da

Der Voxxclub hat sich von einer A-capella-Truppe zu einem Act entwickelt, der aus dem wohl breitesten Fundus der Popmusik schöpft und sein ganz eigenes Ding draus macht.

Das neue Album „Geiles Himmelblau“ ist inhaltlich mehr als eine runde Sache geworden und wird eindeutig ein neues Kapitel in der Bandgeschichte schreiben. Denn es fetzt, es knallt, es rockt und es rollt. Dann schallt es wieder von der Höh oder gibt dem Mann am Lenkrad ein gutes Gefühl, dass er nicht alleine ist. klatsch-tratsch.de-Lederhosen-Expertin Geraldine hat die Herrschaften zu einer Giga-Plauderei getroffen. (Voxxclub, das sind auf dem oberen Foto von links nach rechts: Bini, Christian, Michi, Stefan und Flo.)

Wie ist denn euer Album „Geiles Himmelblau“ entstanden?
Michi: Das ist unser bisher persönlichstes Album, unser „Baby“. Wir haben darin unsere Geschichten und Schicksale verarbeitet und diese in Ton und Klang verpackt. Fast alle stammen aus eigener Feder.

Wie seid ihr auf den Titel „Geiles Himmelblau“ gekommen?
Stefan: Das entstand zufällig, als wir im Sommer Zeit für uns hatten und am Badesee lagen. Ich habe nach oben geschaut und gesagt „Geiles Himmelblau“. Alle lachten und meinten „was hast du wieder für einen Scheiß gesagt“. Aber irgendwie fanden wir, dass es ein toller Titel ist. Es drückt einfach Lebensfreude aus.

Gibt es einen Song an dem ihr extrem lang gesessen habt?
Bini: Wir haben nicht alle Songs zusammen gemacht. Ein paar haben wir auch einzeln geschrieben. Das schöne an dem Album ist, dass persönliche Schicksale und Ideen mit eingeflossen und verarbeitet worden sind. Klar es gibt Lieder, die man Zuhause am Klavier schreibt und es „flutscht“ total raus und an anderen sitzt man länger, aber ich denke das ist ganz normal.
Michi: Ja „gesessen“, hast du nicht eines auf dem Klo geschrieben?
Bini: Da ist es geflutscht (lacht).

Und welches?
Bini: „Ab geht die Party“. Wir waren zusammen Skifahren und es war für Flo der erste Ski-Tag. Er ist ganz jungfräulich auf die Ski gestiegen, mit den Worten „ab geht die pPrty und die Party geht ab Mann“ und ist dann runter. Ich dachte mir „geiler Spruch“.

Aber das ist doch aus dem Song „Ab in den Süden“ oder?
Bini: Ja, aber ich kannte den Song zu der Zeit nicht und der Text zu dem Spruch, fiel mir dann am Klo ein.

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Ist das dein persönlicher Lieblingssong?
Bini: Einer meiner Lieblingssongs, denn man kann gut dazu feiern. Ich hab noch einen, der mir sehr am Herzen liegt „Wieder hoam“. Ich war viel auf Reisen, unter anderem mit dem Rucksack in Südostasien. Dort lernte ich einen Skandinavier kennen, der mich menschlich faszinierte, er war sieben Jahre lang unterwegs in allen möglichen Ländern. Ich war total hingerissen von seinen Geschichten, bis ich gemerkt habe, dass er nur reist, weil er kein Zuhause mehr hatte. Das hat mich sehr berührt, denn für mich ist das Schöne am Reisen, auch wieder nach Hause kommen zu können und damit meine ich nicht meine Stadt, sondern meine Leute, die mich lieben und auffangen. Dieses Lied ist all den Menschen gewidmet, die kein Zuhause haben und nicht wissen wie schön das ist.

Ihr macht eine Mischung aus Schlager, Rock und Pop, wird man nicht schnell abgestempelt also „Vollblut-Schlagerband“, wenn man bei Sendungen wie zum Beispiel bei Florian Silbereisen dabei ist?
Flo: Am Anfang hatten wir schon etwas Angst davor, bevor wir in der Sendung waren, aber als wir diese kennengelernt hatten, nicht mehr. Wir haben gesehen, dass nicht nur Schlager-Acts performen. Bei Florian treffen sich verschiedene Musikrichtungen und das zeichnet uns auch aus. Wir hatten also nicht das Gefühl, dass wir abgestempelt wurden, sondern im Gegenteil „hier kommen ein paar Jungs die das ganze etwas aufwirbeln und neuen Wind reinbringen!“, von daher hat uns das eher sehr gut getan.
Michi: Wir haben eher die Angst, dass der Florian den Stempel „Voxxclub“ bekommt, wir versuchen das aber zu vermeiden (alle lachen).
Bini: „Florian Silber Club“

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Gibt es Ideen für musikalische Zusammenschlüsse?
Stefan: Ja, wir haben uns kurz überlegt Florian sechsten Mann dazuzunehmen, er kann auch super tanzen. Wir hätten sicher Spaß, aber immer diese zeitlichen Probleme (alle lachen).

Stefan, du hast außerhalb von „Voxxclub“ ein Projekt geplant, was steckt dahinter?
Stefan: Ja und zwar mit meinem Zwillingsbruder.

Seid ihr eineiige Zwillinge?
Stefan: Eineiig, wir sehen genau gleich aus, nur hat er etwas mehr Haare auf dem Kopf, aber auch nicht mehr so viele. Seit fünf Jahren stellen wir ein Musical auf die Beine, „Testrockopera“ genannt. Es war für uns immer ein Traum, zusammen auf der Bühne zu stehen. Er ist auch Musical- Darsteller. Wir hatten vor „Voxxclub“ eine A-capella Gruppe. Als „Voxxclub“ immer größer wurde, war keine Zeit mehr für das Projekt.

Warum ist dein Zwillingsbruder nicht bei euch dabei?
Stefan: Das hat sich nicht ergeben.
Bini: Und ihr seid beide eineiig oder wie?
Stefan: Ja, wir sind beide eineiig, aber zusammen zweiiig (alle lachen).

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Ihr steht fast jeden Tag wo anders auf der Bühne und bekommt unheimlich viel Anerkennung für das, was ihr macht, kann das zu einer Sucht werden?
Christian: Bühne macht auf jeden Fall „süchtig“, das ist eine ganz andere Welt, in der wir uns in dem Moment bewegen und das Publikum gibt einem sehr viel. Das sind so magische Momente, auch wenn man mal schlecht drauf ist, aber spätestens nach dem zweiten Lied vergisst du alles. Die Bühne ist unser Leben.

Flo, wolltest du immer schon Sänger werden, oder hattest du auch mal den Wunsch z.B Feuerwehrmann zu werden?
Ich wollte als Kind Pfarrer werden, weil ich mir dachte, der muss nur einmal die Woche eine Stunde arbeiten (alle lachen).
Bini: Ich wollte früher Bauer werden, aber als ich dann erfahren habe, dass man so früh aufstehen muss, wollte ich es dann auch nicht mehr (alle lachen). Ich hab jetzt die Jungs, ich brauche also keinen Bauernhof mehr (alle lachen).
Stefan: Ich wollte immer Pilot werden, weil ich immer dachte man fliegt mit hübschen Flugbegleiterinnen wohin und hat dann dort zwei Wochen Urlaub.

Wie ist das denn mit so vielen weiblichen Fans?
Christian: Es gibt den einen oder anderen bei uns in der Band, der mal einen Gesangseinsatz verpasst oder die Choreo nicht weiter tanzt, weil wieder mal zu tief in ein Dekollete geschaut wurde (alle lachen).

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Einer der Kandidaten, bist dann sicher du Stefan, nach der Piloten-Geschichte zu urteilen oder?
Stefan: Bei den Konzerten sind immer viele hübsche Mädels und so ein Flirt wäherend einer Show hat etwas magisches und ist eine sehr persönliche Geschichte für mich.
Michi: Dir fehlt das „Ei“ der Vernunft (alle lachen).

Christian du hattest dich so lange nicht geoutet?
Christian: Ich habe mich vor elf jahren schon geoutet.

Aber vor den Medien ist das ja nochmal etwas anderes, warum hast du es so lange nicht gesagt?
Ich habe es nicht nicht gesagt. Es war einfach nie Thema und niemand hat mich diesbezüglich gefragt. Ich bin auch keiner, der dann sagt „übrigens hört alle her…“. Es ist ja eigentlich meine Privatsache, aber ich hab kein Problem darüber zu reden.

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