Sonntag, 21. Februar 2016, 14:48 Uhr

G-Eazy: Interview mit der neuen US-Rapper-Granate

Rein optisch kommt Gerald Earl Gillum – besser bekannt als G-Eazy – eher wie der Sänger einer Indie-Band daher. Den Rap sieht man ihm nicht auf den ersten Blick an. Das fiel auch der GQ auf – Ba-boom wurde er von diesem Magazin mit dem Prädikat “besonders stylisch” behängt.

 G-Eazy: Interview mit der neuen US-Rapper-Granate

Nicht nur seine Optik scheint anzukommen, sondern auch seine Musik. Sein aktuelles Album „When It’s Dark Out“ schaffte es in den US-Charts bis auf den fünften Platz. Auch seine gemeinsame Single “You don’t own me” mit Soul-Röhre Grace konnte sich behaupten. klatsch-tratsch.de Reporter Dennis hat sich mit dem aufsteigenden Rapper unterhalten.

Ende letzten Jahres hast Du „When It’s Dark Out“ auf den Markt gebracht …
Ja, ich wollte ein Album machen, das vor allem eines ist: Ehrlich. Es sollte meine Person zeigen und inhaltlich von Persönlichkeiten handeln, die in meinem Leben waren oder sind.

In deinem Song „Drifting“ besingst du ein Mädchen, das du durch deinen Erfolg und das damit verbundene touren verlierst. Gab es dieses Mädchen wirklich?
Ja, die gab es wirklich. Ich habe diese Person fallen gelassen. Aber eigentlich kann man sagen, dass ich eher einige unschöne Erfahrungen zusammen-gemixt habe. Es ist eher so, dass es hier um mehr, als nur eine Person geht. Es ist quasi eine Sammlung.

In deinem Song „Everything will be ok“ thematisierst du sehr dramatische und persönliche Ereignisse. Beispielsweise als deine Mutter deinen Vater verließ, um mit einer Frau zusammen zu sein. Das hat dir sehr lange Probleme bereitet. Als du diese Beziehung akzeptieren konntest, verstarb die Freundin deiner Mutter an einer Überdosis. Diesen Song performst du sicher häufiger. Fällt dir das nicht schwer Abend für Abend diese dramatischen Ereignisse auspacken zu müssen?
Es ist wirklich ziemlich hart, um ehrlich zu sein. Ich kann diesen Song nicht jeden Abend spielen. Es ist immer stimmungs- und kontextabhängig. Wenn ich den Song spiele, dann überkommt es mich meistens einfach. Oft bekomme ich dann eine Gänsehaut.

Du wurdest im letzten Herbst von der GQ zu einem der bestangezogensten Männer gewählt. Was bedeutet dir dieser Titel?
Es ist natürlich eine große Ehre. Es ehrt mich immer, wenn Menschen aufstehen und mich für etwas auszeichnen.

Es gibt dieses Gerücht, dass du mal mit Drake auf Tour warst. Damals hast du aber noch studiert und du musstest nach jeder Show nach Hause fliegen, um es rechtzeitig zur Uni zu schaffen. Ist das wahr?
Ja, das stimmt. Das war ganz schön krass, denn ich habe damals für Drake – einen der größten Künstler im Biz, das Vorprogramm gespielt. Ich musste nach meiner Show immer sofort los. Konnte nicht mal durchatmen. Alles nur, damit ich am nächsten Tag rechtzeitig in der Schule bin.

 G-Eazy: Interview mit der neuen US-Rapper-Granate

Ich habe gelesen, das du gerne deine Mutter mit auf Tour nimmst. Was war dein Lieblings-Tourmoment mit ihr?
Das war eine Show – Ich glaube das war in Großbritannien. Da ist sie mit mir auf die Bühne gekommen und das war echt cool.

Vor wenigen Tagen hast du bei Instagram ein Foto zusammen mit DMX gepostet und von eurer Begegnung geschwärmt. Ist er für dich so eine Art Vorbild?
Ja, er ist echt eine Legende. Er hat mit seiner Musik so viel für dieses Genre getan. Ihn zu treffen hat mir echt eine menge bedeutet. Vor allem weil er nicht der Typ ist, der sich häufig irgendwo blicken lässt. Dass er rausgekommen ist und sich meine ganze Show angesehen hat, ist echt etwas Besonderes. Nach der Show hatten wir echt ein tolles Gespräch. Er hat mir den Rat gegeben weiterhin hart zu arbeiten. Man müsse ein gutes Fundament haben, um ein stabiles Haus darauf zu bauen.

Weißt du noch, was du mit dem ersten Geld gemacht hast, das du mit deiner Musik verdient hast?
Ja, ich habe es in meine Karriere gesteckt und davon ein Musikvideo bezahlt.

Lass uns über dein abgefahrenstes Fan-Erlebnis sprechen …
Das war erst gestern Abend. Ein Fan wollte, dass ich auf ihrer Unterhose unterschreibe. Sie hat sich dann einfach die Hosen heruntergezogen und ich habe auf ihrem Slip unterschrieben.

Liest du manchmal deine Social Media Kommentare?
Nein, gar nicht.

Ich aber, und du wirst häufig mit Leuten wie Drake und Macklemore verglichen. Nerven dich diese ständigen Vergleiche?
Ich glaube das mit den Vergleichen ist ganz normal, um den Künstler als solchen besser verstehen zu können. Vor allem am Anfang, wenn es darum geht einen neuen Künstler zu positionieren und der Öffentlichkeit vorzustellen. Ich glaube aber, dass kein Künstler es toll findet ständig verglichen zu werden, weil er ja individuell ist und nach Einzigartigkeit strebt.

Mit wem würdest du gerne mal zusammenarbeiten?
Mit Kanye! Er ist einfach der Größte!

Und sonst so?
Wir touren das Jahr über um die ganze Welt und fangen mit dem nächsten Album an.

 G-Eazy: Interview mit der neuen US-Rapper-Granate