Donnerstag, 25. Februar 2016, 0:22 Uhr

Filmkritik "Der geilste Tag" mit Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer

Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer gehören zu den umschwärmtesten Stars des deutschen Kinos. Für ‘Der geilste Tag’ haben sie sich zusammen getan und wandeln auf den Spuren von Til Schweiger und Jan Josef Liefers.

Filmkritik "Der geilste Tag" mit Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer

Zugegeben, ganz neu klingt die Geschichte nicht: Zwei junge, todkranke Männer wollen noch richtig was erleben, bevor es endgültig vorbei ist mit ihnen – und lernen auf einer abenteuerlichen, teils absurden Reise vor allem sich selbst kennen. Regisseur und Drehbuchschreiber Florian David Fitz (‘Männerherzen’, ‘Doctor’s Diary’) könnte sich für seinen neuen Film ‘Der geilste Tag’ vom Roadmovie ‘Knocking on Heaven’s Door’ mit Til Schweiger und Jan Josef Liefers aus dem Jahr 1997 zumindest Inspiration geholt haben.

Die Grundkonstellation ist auf jeden Fall die gleiche: Zwei junge, sehr unterschiedliche Männer, der nahende Tod und der Wunsch, die wenige verbliebene Zeit so gut wie möglich zu nutzen. Der Film erzählt die Geschichte von Benno (Fitz) und Andi (Matthias Schweighöfer), die zufällig im gleichen Hospiz-Zimmer landen. Bei Benno haben die Ärzte einen fiesen Gehirntumor festgestellt, bei Andi eine Lungenkrankheit.

Abgesehen von der tödlichen Krankheit verbindet die beiden allerdings nicht viel. Benno ist ein kleinkrimineller Lebenskünstler, Andi ein blasser Pianist und ängstlicher Hypochonder, der nur noch wenige Tage zu leben und trotzdem permanent Angst vor einer Erkältung oder Sonnenbrand hat. Seine Erfahrungen hält er fest in seinem Blog “aus dem Alltag einer Lungenfibrose”.

“Ich hab versucht, ein bisschen die Sachen auf die Spitze zu treiben, die Matthias ohnehin mit sich herumträgt. Ich habe zum Beispiel gedacht, das ist ja mega-lustig, wenn Matthias, der ja ein bisschen Höhenangst hat, Höhenangst spielen muss”, sagte Fitz im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München. “Das ist allerdings dann, wenn man dreht, nicht mehr so mega-lustig. Wer Höhenangst hat, spielt einfach nicht mehr, sondern erstarrt.”

Filmkritik "Der geilste Tag" mit Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer

Benno und Andi beschließen, sich zusammen zu tun und einen der letzten verbliebenen Tage zum geilsten Tag ihres Lebens zu machen. Sie kaufen auf Pump, verkaufen die Ware an zwielichtige Kumpels von Benno – und machen sich mit ihrer Beute auf nach Afrika. All das halten sie in ihrem Blog fest.

Denn vor allem Andi will irgendetwas hinterlassen auf der Welt und wünscht sich, die Menschheit möge ihn irgendwie in Erinnerung behalten. Benno dagegen will einfach nur seine Tochter sehen, die gemeinsam mit seiner Ex-Freundin (Alexandra Maria Lara) und ihrem neuen Mann nach Südafrika ausgewandert ist. “Wir sind fast 7000 Kilometer durch Südafrika gefahren”, sagte Schweighöfer der dpa.

Filmkritik "Der geilste Tag" mit Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer

Es ist nicht das erste Mal, dass Autor und Regisseur Fitz sich mit der Frage auseinandersetzt, wie das ist, wenn man weiß, dass man nicht mehr lange zu leben hat. In dem Film ‘Hin und Weg’ spielte er den todkranken Hannes, der mit seinen besten Freunden auf eine letzte Fahrradtour geht. ‘Der geilste Tag’ ist nun so etwas wie eine Mischung aus ‘Hin und Weg’ und ‘Vincent will Meer’ über den Roadtrip einen Tourette-Kranken, für den Fitz das Drehbuch geschrieben hat.

‘Der geilste Tag’ ist eine Gemeinschaftsarbeit von Fitz (Drehbuchautor, Regisseur, Co-Produzent, Hauptdarsteller) und Schweighöfer (Produzent, Hauptdarsteller) – und man merkt dem Film an, dass die beiden Spaß dabei hatten, ihn zu machen. Auch wenn die Grundkonstellation nicht neu ist, lebt die Geschichte um Benno und Andi von schöner Situationskomik, witzigen Dialogen und viel Herz.

Filmkritik "Der geilste Tag" mit Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer

“Ich habe einfach mehr Spaß daran, aus Sachen, die eigentlich eine Tragödie sind, eine Komödie zu machen, als aus komischen Stoffen”, sagte Fitz. “Dann hat das Hand und Fuß und ist auch noch nicht so tausend Mal gemacht worden. Es gibt schon eine gewisse Verdruckstheit, wenn es um dieses Thema geht. Das finde ich tatsächlich unnötig.” (Britta Schultejans, dpa)

Fotos: Warner Bros.