Samstag, 27. Februar 2016, 16:20 Uhr

Riton lieferte dieses Clubbrett ab - jetzt hat er Bock auf Kanye West

Von Riton werden wir in diesem Jahr noch eine ganze Menge hören. Mit seiner Single „Rinse & Repeat“ konnte sich der britische DJ gemeinsam mit der aus Nigeria stammenden Sängerin Kah-Lo den ersten Platz in den deutschen Club Charts sichern. Der klatsch-tratsch.de-Newcomerbeauftragte Dennis hat sich mit Riton unterhalten.

Riton lieferte dieses Clubbrett ab - jetzt hat er Bock auf Kanye West

Ich habe gehört du hast einen ziemlich guten Bezug zu Berlin …
Das stimmt. Einige meiner Freunde sind vor etwas zehn Jahren nach Berlin gezogen. Sie sind Musiker und da geht ja echt viel für Künstler. Da gibt es großartige Clubs. Ich selbst habe schon mehrmals dort im Watergate und im Berghain in der Panorama Bar gespielt. Berlin ist einfach eine großartige Stadt.

Was bedeutet dein Künstlername Riton eigentlich?
Er ist französisch und ist dort eine Abkürzung für Henry und das ist mein Name. Als Student habe ich mit ein paar französischen Jungs zusammengewohnt und die haben mich immer so genannt. Das hat sich dann irgendwann verselbstständigt.

Wie bist du mit elektronischer Musik in Berührung gekommen?
Das kam von meinen Brüdern und meinen älteren Kumpels. Die haben mir immer von ihren Rave-Partys erzählt und das klang für mich damals sehr spannend. Mit zehn war ich von dieser Musik echt besessen und habe mir so ein Casio-Keyboard gekauft und damit herumgespielt. Mein Umfeld hat damals diese Ravezeit in UK mitgemacht und mir immer vorgeschwärmt wir toll es gewesen ist und wie toll früher alles war. Diese Faszination hat mich einfach angesteckt. Das war echt eine tolle Jugendbewegung und ich trauere dem ja ein bisschen nach, dass ich damals zu jung war, um das alles hautnah mitzuerleben. Ende der 90er habe ich mich aber eher dem HipHop zugewandt. Anfang der 2000er habe ich dann wieder zum Electro zurückgefunden.

Wie kam es zu deiner aktuellen Single „Rinse & Repeat“?
Kah-Lo habe ich über Twitter kennengelernt. Sie hat mir ständig Demos von sich geschickt. Wir haben uns dann getroffen und im Studio ein wenig herumprobiert. Sie hat immer diesen Style gehabt, der eher mehr Sprechen als singen war. Sie stammt ursprünglich aus Nigeria, aber lebt schon ziemlich lange in New York. Deshalb hat sie diesen ziemlich coolen Akzent und damit haben wir im Studio ein wenig herumexperimentiert. Ich habe dann versucht einen einprägsamen Beat zu machen und da war der Song.

Kommt dieses Jahr ein Album?
Jein, gerade bin ich so drauf, dass es mir reicht, nur Singles zu machen. Wir haben in letzter Zeit eine Menge geschrieben, aber ich denke, ich möchte erst noch ein paar Singles machen, bevor ich mit einem Album komme. Ich habe echt Glück, dass mein Label mir da so viel Freiraum lässt. Das lässt mir viel Freiheit, um mich zu entfalten.

Sind denn noch weitere Songs zusammen mit Kah-Lo geplant?
Ja, auf jeden Fall. Wir haben schon ein paar Songs, an denen wir momentan zusammenarbeiten. Das sind Sachen, die echt Spaß machen. Ich möchte da aber noch nicht so viel verraten. Die nächste Single bleibt auch noch ein Geheimnis.

Gehen die anderen Sachen den auch in die Richtung von „Rinse & Repeat“?
Ja, definitiv. Sie macht nebenher auch noch ein paar Dinge alleine, die mehr in die HipHop-Richtung gehen. Das sind echt coole Sachen. Ich helfe ihr da ein bisschen beim Produzieren. Gerade arbeitet sie an einem gemeinsamen Song mit einem Kerl aus Nigeria. Das wird echt eine geile Sache.

Du selbst legst regelmäßig bei Top-Partys und Festivals auf, hattest zwischendurch auch deinen eigenen Club in London. Wie muss für dich eine gute Party sein?
Ich bin mit meinem Djing immer sehr selbstkritisch und stelle mich oft selbst in Frage. Die Musik, die man macht, muss so sein, dass die Leute wirklich darauf stehen. Ich denke aber auch, dass wenn du gut bist, die Leute auf das stehen, was du spielst. Wenn der DJ das liebt, was er macht, dann merkt man ihm das an, finde ich. Egal ob er vor 15.000 oder nur vor zwei Leuten spielt.

Riton lieferte dieses Clubbrett ab - jetzt hat er Bock auf Kanye West

In Kürze startet hier in Europa die Festival-Saison. Wie bereitest du dich darauf vor?
Ich versuche meine Sets für Festivals so zu gestalten, dass sie nicht so clubbig, sondern eher kraftvoller sind. Die Musik muss so sein, dass sie so viele Menschen, wie möglich mitreißt. Ich mag Festivals, die sehr ins Detail geplant sind. Es gibt da ein paar Festivals in Holland, für die ich regelmäßig spiele. Die sind mit Transvestiten auf der Bühne, die richtig die Sau rauslassen. Das macht immer unglaublich viel Spaß das zu spielen. Mein Lieblingsfestival in Deutschland ist übrigens das Melt. Dort habe ich vier Jahre lang gespielt. Immer auf der selben Bühne, zur selben Zeit. Das war immer Sonntagnacht und echt großartig dort.

Hast du ein Ritual vor jeder Show?
Ja, immer ein bisschen was trinken und schlafen. Manchmal beides gleichzeitig. (lacht)

Mit wem würdest du gerne zusammenarbeiten?
So vocaltechnisch bin ich gerade am Gucken. Ich höre mir täglich im Schnitt so 5-6 Leute an und forsche nach passenden Talenten. Ich lege dabei mein Augenmerk auch immer darauf, Leute zu finden, auf die man nie so kommen würde. Idealistisch wäre natürlich ein Kanye West-Album zu produzieren. Das wäre mal was anderes lacht. (lacht) Ich könnte mir aber auch ein paar Leute aus den späten 90ern vorstellen wie Basement Jaxx. Die höre ich echt sehr viel und ich denke das wäre etwas cooles. Aber aktuell möchte ich eher auf meine Sachen konzentrieren.

Erinnerst du dich noch an deinen schlimmsten Auftritt?
Da gab es einige. Ich habe mal mit einem Promoter zusammenarbeitet, der etwas übereifrig war und mich auf ein paar Shows auf irgendein Dorf gebucht hat. Das war dann in einer Bar und die Leute haben mit der Musik nichts anfangen können. Ich dachte mir dann echt: ‘Was mache ich hier eigentlich?’ Naja, ich habe da wenigstens nette Leute kennengelernt und das ist ja immer eine schöne Sache.

Und sonst so?
Ich werde die meiste Zeit des Sommers in Ibiza verbringen. Ich werde da von einem Club aus eine regelmäßige Show machen.

Im Amnesia?
Ähm, nein … Ich weiß noch gar nicht ob ich darüber sprechen darf. Deshalb kann ich dir noch keinen Namen nennen.

Wirst du auch Festivals spielen?
Ja, einige aber nicht so viele. Ich will mich nicht selbst ausbrennen lassen. Damit lasse ich mir noch etwas Zeit. Ich liebe auflegen, aber ich will auch viel neue Musik machen. Ich bin sehr gerne im Studio.